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Alle Rezensionen zu Shining
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Grindstone
(2007, Rune Grammofon/Cargo RCD2060)

Grenzen niederreißen, das tun norwegische Musiker scheinbar besonders gern. Und manchmal fegen sie sie einfach beiseite und walzen die Reste lustvoll platt, so wie Shining mit dieser CD. Beim Eröffnungstrack fragt man sich noch, seit wann Rune Grammofon eigentlich Metal-Platten verlegt – bis zum ersten Querflötensolo. Dann geht der Wahnsinn weiter: Symphonischer Speed-Rock wechselt mit Jethro-Tull-Komplexität, Geklimper mit knallharten Gitarren, mit wirrer Caféhaus-Melancholie und Freejazz-Eskapaden, mit Xylophon und knorkigen Synthies, Orgel und Megaphon-Stimme und elektronischem Restgeräusch.

Dieser scheinbare Wahnsinn jedoch ist komponiert, mit einer großen Liebe zum verschrobenen Detail und zum großen Kino, ebenso kompliziert wie druckvoll und bis in den hintersten Winkel klangbewusst. Das Ganze wird vom Shining-Quartett so bestechend präzise, unüberhörbar ekstatisch und augenzwinkernd dargeboten, dass man nach dem ersten CD-Durchlauf gleich noch einmal von vorn anfangen muss. Anspieltipp: »Psalm«, ein seltsam feierliches, bombastisches, und ja, kitschiges Gebet. Spitzenklasse – grenzenlos. (sep)



Siehe auch:
Jaga Jazzist
Navyelectre

 Shining: Grindstone

Offizielle Website

Offizielle Website      www.shining.no

   

One One One
(2013, Indie Recordings ?)

Die Erfinder des Blackjazz melden sich mit dem dritten Album der »Blackjazz-Trilogie« zurück. Abermals bietet die Truppe um Jørgen Munkeby (36 Minuten) komponierten Wahnsinn, aber, so der Bandkopf: »This time around, the focus was on writing fun songs that are fun to listen to and fun to play.«

Während »BLACKJAZZ« von elektronischen Spielereien geprägt waren, dominiert auf »ONE ONE ONE« Rock(iges Riffing). Klar, im Vergleich zu anderen Bands sind Shining immer noch Exoten mit Kreativitätsbonus, bei sattem Groove. Doch können die Norweger mit ihrem Hardcore-Geschrei meets Industrial-Sounds hier nicht die gleiche Begeisterung wie für »BLACKJAZZ« wecken. Diese Scheibe war deutlich kreativer, abwechslungsreicher – und machte mehr Spaß beim Hören. (nat)

   

Blackjazz
(2010, Indie Recordings/Soulfood NDIE045)

Ihr fünftes Werk veröffentlichen die avantgardistischen Norweger via Indie Recordings, Rune Grammofon ade. Auf »BLACKJAZZ« reißen die Mannen um Jørgen Munkeby (Gesang, Gitarre, Saxophon, Produktion) den Hörer erneut kopfüber in einen scheinbar wirren, chaotischen Strudel. Im Eröffnungstrack »The Madness And The Damage Done« surrt ein Schwarm durchgeknallter (elektronischer) Insekten aus den Boxen, Marylin Manson stolpert kurz vor Schluss des Stücks in Todeszuckungen durch die Gegend.

Statt im Siebzigergewand tobt das Quintett nun durch Jazz, Industrial, Prog und (amerikanischen) Hardrock, packt sogar eine völlig durchgeknallte Coverversion von King Crimsons »21st Century Schizoid Man« mit Grutle Kjellson (Enslaved) am Mikro ans Ende des Albums. Völlig verfremdete Gitarren, ein Saxofon in Agonie, unmenschliche Schreie, an den Nerven zerrende Störgeräusche gipfeln in bösartigsten, aggressivsten Klangcollagen. Der perfekte Wahnsinn. Respekt!

Falls »Einer flog übers Kuckucknest« jemals neu verfilmt werden sollte, bastelt den Soundtrack dazu bitte aus diesem 57-Minüter. (nat)



Siehe auch:
Enslaved



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