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Alle Rezensionen zu Evil Madness
(Genre »Beats«, Land »Grenzgänger«)

 

Super Great Love
(2011, Editions Mego DeMEGO 018)

Juhu! Alte und billige Kirmes-Sounds, yeah! Simple Rhythmen und Melodien und gleichförmiges Herum-Jammen mit Keyboards im Quintett, geil! ...Oder doch nicht? Geschmackssache nennt man das wohl. Da hatte ein Rudel Musiker offenbar viel Spaß miteinander beim Austauschen von alten, vergrabenen Disko-Vorlieben, bis zurück in die Achtziger geht’s hier. »Experimentelle Disko-Mucke« also? Wer das Spiel mit Trash-Elementen mag, mit viel Humor und Mut zum Banalen, kommt hier vielleicht auf seine Kosten. Allerdings muss man darauf gefasst sein, dass nicht jeder diese Art von Humor teilt. Garantiert wird die Freundin oder der Kollege fragen, was man das für alten billigen Kram laufen hat, wo man das ausgegraben hat. Aber wenn da zufällig die gleichen Laune-Vorlieben herrschen, kann man eine launig-frische Dreiviertelstunde miteinander verbringen und wird die Platte gleich noch mal von vorne laufen lassen. Vielleicht sogar die ideale Partymusik für Leute, die schon einen Ruf als immer zu ernste Liebhaber von Laptop-Kopfnicker-Clicks weg haben.

Gewissermaßen trifft das ja auch auf die Bandmitglieder zu: Jóhann Jóhannsson gilt nun nicht gerade als großer Spaßvogel und spontaner Tanzbär. Die sehr gescheiten Experimentalfritzen Stilluppsteypa und BJ Nilsen haben ebenso wenig ein Image als Party-DJs. Aber wenn man die Songtitel ihres vierten gemeinsamen Albums seit der Gründung im Jahre 2006 liest, bekommt man schon einen guten Eindruck von der Ausrichtung ihres Programms: »Sexy Feeling All Year Long«, »Divine Sensual Love Fantasy« oder »Isabelle Adjani». Das Spielerische bringt wohl den entscheidenden Faktor. Schließlich muss auch ein ernster Sound Artist seine dunklen Seiten haben und mal die Sau rauslassen. Zwar erreicht »SUPER GREAT LOVE« nicht das Niveau anderer Veröffentlichungen aus dem Hause »Editions Mego«, aber die Typen können mit ihren Instrumenten umgehen. Viel Spaß. (ijb)



Siehe auch:
Jóhann Jóhannsson
BJ Nilsen
BJ Nilsen & Chris Watson
BJ Nilsen & Stillupsteypa

 Evil Madness: Super Great Love

   

Demon Jukebox
(2007, 12 Tonar 12T033)

Als Soundtrack zu einem Horrortrip im eigenen Kopf eignet sich diese dämonische Jukebox vortrefflich. Schon die manisch-dadaistischen Titel machen klar, wohin die Reise geht: »Tremendously Sick Horror Art Poetry« etwa, oder, noch besser: »Inspired By Long Hours Of Continous Repetitive Deep Irritations And Uncontrollable Agony«. Das Psycho-Kollektiv besteht aus Jóhann Jóhannsson, Stillupsteypa, DJ Musician, Curver von Ghostigital, BJ Nilsen (Touch). Zusammen ballen sie 70er-Splatter-Soundtracks, Aphex Twin, Kraftwerk, Frankenstein-Georgel, Krach und Dark Wave zusammen – was ein großer Spaß ist, andererseits aber auch echt verstörend – so würde vermutlich ein verrückter Computer komponieren.

Vom stillen, tiefen Wahnsinn (Summen und Rumpeln und Grummeln) bis zur schreiend grellen Variante sind alle Tönungen des Irrsinns vertreten; der Dämon ändert jede Minute seine Fratze. Manchmal tauchen erschreckend tanzbare Beats auf oder Fetzen herzzerreißend schöner Keyboard-Linien. Das hypnotische musikalische Pandämonium scheint sich dann kurz aufzuhellen, bevor es wieder im digitalen Chaos versinkt. So wie im letzten Track, der wieder einen dieser verschroben-treffenden Titel trägt: »Wake To Find Hands Missing«. Fies, aber teuflisch gut – und nichts für schwache Nerven. (sep)



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