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Alle Rezensionen zu Terje Isungset
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Igloo
(2006, All Ice/Galileo 0601)

Wie schon beim Vorgänger »ICEMAN IS« spielt Terje Isungset auf selbst gefertigten Eisinstrumenten. Die Aufnahmen fanden in einem winzigen Raum innerhalb eines riesigen Igloos statt; beteiligt war nur Terje selbst und Sidsel Endresen, Norwegens wohl bedeutendste Stimme zwischen Avantgarde und Jazz. Vorausgegangen war eine lange Vorbereitungszeit, in der er mit japanischen Messern seine Klangerzeuger aus gewaltigen Eisblöcken herausschnitt: Klangstäbe, als »Trommelfelle« fungierende Platten, ja selbst Schlagstäbe.

Beim Vergleich der beiden Eis-CDs fällt auf, dass der Perkussionist mittlerweile viel Erfahrung beim Umgang mit dem Material gesammelt hat: Die Klangvielfalt gewann deutlich, die Stücke haben nun teils richtigen Songcharakter, und Isungsets Eis-Sounds fügen sich harmonischer ineinander. Doch noch immer gibt es atonal-experimentelle Strecken, und noch immer erzeugt er den tiefsten Bassdrum-Ton der Welt – eine gute Hifi-Anlage vorausgesetzt. Fazit: auch ohne das Wissen, dass hier Eis schwingt, ein grandioses Hörerlebnis. Und mit diesem Wissen einfach unbeschreiblich. (peb)



Siehe auch:
Terje Isungset & Arve Henriksen
Geir Lysne
Lisbeth Diers
Groupa


Zum Artikel über Terje Isungset


Zur Fotogalerie über Terje Isungset

Terje Isungset: Igloo

Offizielle Website

Offizielle Website      www.isung.net

   

Winter Songs
(2010, All Ice/Galileo 1006)

Mit Sicherheit ist jetzt die falsche Jahreszeit für diese Veröffentlichung, doch dann müsste der norwegische Eismusiker Terje Isungset ja jedes Mal ein Jahr verstreichen lassen, bis er seine Aufnahmen veröffentlichen kann. Jawohl – Isungset, eigentlich viel beschäftigter Perkussionist und auf unzähligen CDs als Sideman beteiligt, musiziert solo seit Jahren nahezu ausschließlich auf Instrumenten, die aus purem Eis gefertigt sind. „Winter Songs“ ist seine sechste Eis-CD, und beileibe nicht seine schlechteste. Denn man hat bei zwar eigentlich spannend klingenden, aber letztlich in ihrer Variationsbreite doch sehr limitierten Klangerzeugern wie Terjes Eis-Perkussion als Hörer das Problem, über die Länge einer ganzen CD bei der Stange zu bleiben.

Und da hat Isungset aus den Erfahrungen seiner bisherigen CDs gelernt: Er lädt zunehmend mehr Gäste ein, wie hier etwa Sängerin Lena Nymark, Sidsel Walstad an der Eisharfe, Nils Økland an der Eisvioline oder Espen Jørgensen an der Eisgitarre. Er gestaltet seine Songs, die früher vor allem wie ein faszinierendes »Kling-Klang-Klong« tönten, mittlerweile farbiger, phantasievoller und dank der Mitmusiker abwechslungsreicher. Und natürlich macht auch seine mittlerweile enorme Erfahrung im Eisinstrumentenbau viel aus – als Pionier in diesem Bereich zerbrachen ihm früher oftmals die in tagelanger Arbeit mit Motorsägen und japanischen Spezialmessern aus großen Eisblöcken gefertigten Instrumente – die natürlich nur den Winter überleben und dann wieder den Weg alles Irdischen gehen. Auch wenn man diese Musik nicht zu lange am Stück hören kann – von ihrer Faszination und ihrer ganz eigenen Charakteristik hat sie – seit Terje Isungset 2003 seine erste Eis-CD veröffentlichte – noch nichts verloren. (lha)



Siehe auch:
Lena Nymark
Nils Økland

   

Ice Concerts
(2008, All Ice/Galileo NOCMD08)

2007 fand die weltweit vermutlich erste Eismusik-Tournee statt, mit 29 Konzerten in Norwegen, Japan und Spitzbergen. Keines der Konzerte musste wegen schlechter Witterung abgesagt werden. »ICE CONCERTS« versammelt die Höhepunkte dieser Konzerte, bei denen Isungset natürlich extrem flexibel reagieren musste: auf die Konsistenz des Eises, auf die den Klang beeinflussende Temperatur, und auch auf die jeweiligen Mitmusiker: Sara Marielle Gaup steuerte in Vadsø Joiks bei, Arve Henriksen blies am japanischen Shikotsu See die Eistrompete; Unni Løvlid sang im Oppdal, Lena Nymark in Longyearbyen.

Die Basis bilden aber stets Isungsets Percussion, die ähnlich eines Xylophons melodisch begleitet, Sounds wie mit Glas oder Metall erzeugt und subsonisch tiefe Bässe legt. Kennt man die früheren Eis-CDs des Norwegers, so erstaunt die Sensibilität und der Klangreichtum, die er sich im Laufe der letzten Jahre beim Eis-Musizieren angeeignet hat. (peb)



Siehe auch:
Adjagas
Arve Henriksen
Unni Løvlid

   

Two Moons
(2007, All Ice/Galileo 0702)

Eismusik, die dritte. Wie schon bei »ICEMAN IS«und »IGLOO« hat Terje Isungset die Musik komplett auf selbst gefertigten Instrumenten aus Eis hergestellt. Diesmal allerdings nicht im Eishotel Jukkasjärvi, sondern während des Icefestivals in Geilo. Terje selbst musiziert wieder auf einem reich ausgestatteten Eis-Drumset und bläst das Eishorn; der dänische Per Jørgensen steuert archaische Rufe und Eistrompeten-Sounds bei.

Der CD-Titel? Nun – die meisten Aufnahmen entstanden bei Vollmond am 15. 1. 06; präsentiert wurde die CD in Norwegen zum ersten Vollmond 2007 am 3. Januar. Die Musik: abermals faszinierend, von betörender Andersartigkeit und natürlich am besten passend für Kunstausstellungen oder zum konzentrierten Hören an kälteklirrenden Winterabenden. (peb)



Siehe auch:
Per Jørgensen & Tobias Sjögren

   

Iceman Is
(2003, Jazzland/Universal 064.458-2)

Ganz klar – ihren Reiz bezieht diese CD vorrangig daraus, dass sie komplett auf Eisinstrumenten eingespielt wurde. Die Aufnahme fand an zwei kalten Februartagen im nordschwedischen Jukkasjærvi statt; ihre Instrumente schnitten die Musiker aus großen Eisblöcken. Songstrukturen sind kaum erkennbar, denn überwiegend improvisierten die Musiker – bei einem unvorhersehbaren Projekt wie diesem wohl auch kaum anders machbar. Die erzeugten Sounds klingen unerhört, innovativ, bisweilen nicht von dieser Welt.

Isungsets Perkussions-Instrumente etwa erinnern an Metallplatten und Holzstäbe, nur eben viel feiner, zarter, transparenter. Und seine Basstrommel – ein gewaltiger Eisblock mit einem halben Meter Kantenlänge – erzeugt so tiefe Töne wie wohl kein anderes akustisches Instrument. Iro Haarla zupft dazu die Eisharfe, während Arve Henriksen die Eistrompete bläst; ergänzt wurden im Studio noch Sounds von Palle Mikkelborg oder Skuli Sverrisson. Wow ... (peb)



Siehe auch:
Arve Henriksen
Bridges
Skuli Sverrisson

   

Middle Of Mist
(2003, Norcd NORCD 0348)

Terje solo. Ganz und gar solo. Stimme, Maultrommel, Widderhorn, Schlagzeug, Perkussion, Wasser, Wasserphon (!), Steine, Obertonschläuche. Wer hier das müde Esoterik-Treiben manch deutscher Trommel-Kollegen vermutet, kann beruhigt werden: »MIDDLE OF MIST« erleichtert zwar als bislang zugänglichste CD den Einstieg in Isungsets Perkussions-Orgien, bietet jedoch jede Menge Substanz und aufregende akustische Abenteuer.

Zumeist lässt er es ruhig angehen, spielt mit den enormen Klangfarben seiner zahlreichen Instrumente und garantiert so ein abstraktes Hörerlebnis, das den meisten unter uns wohl neue Horizonte eröffnen wird. Übrigens: Post-Production und Produktion von unserem altbekannten Supersilent-Freund Deathprod alias Helge Sten. (peb)



Siehe auch:
Supersilent
Per Jørgensen & Terje Isungset

   

Floating Rhythms
(2002, VIA Music VCD 379)

Hier liefert der norwegische Perkussionist einen wahren rhythmischen Hexenkessel. Mit neun weiteren Musikern – darunter nigerianische Sänger und Schlagzeuger, norwegische und finnische Bläser und ein isländischer Gitarrist – feuert Isungset hochgradig energische Trommel-Attacken ab. Und einige alte Bekannte gibt's auch zu entdecken, wie etwa Kari Bremnes' Trommler Helge Norbakken, Trompeter Arve Henriksen sowie die Saxofonisten Karl Seglem und Ståle Storløkken.

Manche Stücke wie das 21minütige »Fast Float« steigern sich erst gemächlich bis zur Ekstase; andere wie etwa »Rhythm In Engine« sind sofort auf Tempo 200. Stilistisch oszilliert das furiose Treiben zwischen der expressiven Wucht von Edvard Vesala und der Klangmagie von Steve Tibbetts. (peb)



Siehe auch:
Kari Bremnes
Arve Henriksen
Karl Seglem
Edvard Vesala

   

Reise
(1997, Norcd NORCD 9724)

Auf seinem Solo-Debüt überraschte Terje Isungset, der als Sideman schon häufig für gefällige Aufnahmen von Kennth Sivertsen bis Lynni Treekrem zu hören war, mit einem wilden Avantgarde-Befreiungsschlag.

Mit den drei (!) Trompetern Arve Henriksen, Per Jørgensen und Nils Petter Molvær schwelgt er in schwer verdaulichen, bei genauerem Hinhören jedoch höchst detailreichen Free Jazz-Ausflügen. Beeindruckend wirkt vor allem Terjes virtuoser Umgang mit allerlei »Klangfarben-Perkussion« wie Rasseln, Schellen, Shaker, Metallstäben, etc. (peb)



Siehe auch:
Arve Henriksen
Nils Petter Molvær
Kenneth Sivertsen
Lynni Treekrem



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