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Alle Rezensionen zu Susanne Lundeng
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Nattevåk
(2006, Kirkelig Kulturverksted FXCD 310)

Ob ihr die Naturszenerie diese gottgegebenen Melodien eingehaucht hat? Susanne Lundeng, in ihrer norwegischen Heimat alles andere als eine Unbekannte, wohnt auf einer kleinen Insel mit Blick auf der Bergprofil der Lofoten und hat sich intensiv mit der Volksmusik aus Bodø und Salten beschäftigt. Und sie hat diese so sehr verinnerlicht, dass sie ihre selbst komponierte, aber folkloristisch verwurzelte Musik mit einer geradezu atemberaubenden Intensität und Finesse darbietet, unterstützt von drei feinfühligen Begleitern.

Damit ist weniger die außergewöhnliche Virtosität gemeint, sondern die Eleganz der Phrasierung und die geradezu vibrierende Leidenschaft – eben einfach der Schmelz, der ihre Musik frei atmen lässt wie eine nordnorwegische Meeresbrise. Apropos: Die klangtechnisch brillanten Aufnahmen entstanden in der Pfarrei von Værøy, wo ihre Ururururgroßmutter bei einem Schiffsumglück auf dem Nachhausweg umkam, nachdem diese bei einer Hochzeit auf Røst Geige gespielt hatte. Susanne Lundeng ist der Paganini der norwegischen Violinenmusik, und ihre CD »NATEVÅK« zweifellos ihre bislang beste. (peb)



Siehe auch:
Henry Kaiser & David Lindley
Susanne Lundeng & Engegårdkvartetten

Susanne Lundeng: Nattevåk

   

Mot
(2011, Kirkelig Kulturverksted FXCD367)

Susanne Lundeng ist eine Grenzüberschreiterin, die mit ihrer Violine unterm Arm über Zäune klettert. Die vielleicht allzu engen Bande zum norwegischen Folk hat sie abgestreift, aber nie gekappt. Lundeng hat sich aufgemacht in das Niemandsland, wo sich traditionelle Volksweisen, Kunstlied, Jazz und Neue Musik treffen. Anspruchsvoll ist das unbedingt, auf den ersten Blick unzugänglich allemal. Auf »MOT« (Mut) hat die Musikerin eng mit dem Komponisten Rolf Wallin zusammengearbeitet, der für sie das 21-minütige Experimentalstück »Imella« erarbeitet hat.

Wer die Ohren öffnet und Geduld für neue Erfahrungen mitbringt, wird herausgefordert und belohnt: Mit einem Ausflug in musikalische Landschaften, in die sich Susanne Lundengs sensible Violine erst vorkämpfen muss. Sich reibt. Unerwartet Funken sprüht. Einfühlsam unterstützt von Bugge Wesseltoft an der Orgel und Bjørn Andor Drage am Piano. Bekanntes und Fremdes. Vertrautes und leicht Bedrohliches. Erfordern Mut. Ebenso wie die Bereitschaft der Künstlerin, ihre eigene, helle Stimme erstmals einzusetzen. Stehenbleiben? Susanne Lundeng nicht. (emv)



Siehe auch:
Bugge Wesseltoft
Bjørn Andor Drage

   

Vals Til En Rød Fela
(2000, Kirkelig Kulturverksted FXCD226 / 3510140.2)

Als echtes Nordlicht lebt Susanne Lundeng auf einer kleinen Insel mit Blick auf die Lofoten. Dort hat sie auch Unterricht bei alten Geigenspielern genommen und alle Volklieder ihrer Heimat in sich aufgesogen.

Auf »Walzer für die rote Geige« stellt sie ihre eigenen Songs wie »Lende« oder »En dans tel han Harald« vor, die ganz im Stil der nordnorwegischen Fiddle-Tradition gehalten sind. Als weit gereiste Musikerin kann sie sich artfremde Anleihen aus Jazz und Pop freilich nicht ganz verkneifen. Das ist auch gut so, denn heraus kam ein äußerst stimmungsvolles Folklore-Album, das eine elegante Brücke schlängt zwischen Tradition und Moderne. Die von ARS und Laika vertriebene CD unterscheiden sich nur durch das Cover und den bei Laika ins Englische übersetzten Titel. (peb)



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