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Alle Rezensionen zu Valgeir Sigurðsson
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Draumalandið
(2009, Bedroom Community/Kompakt HVALUR8CD)

Man kann »Draumalandið« auch ohne den gleichnamigen Film hören und annehmen, doch der Blick auf den Kontext ist nicht unwesentlich: Der Isländer Andri Snær Magnason schrieb ein engagiertes Buch über die Umweltzerstörung seiner Heimat, und drehte im Anschluss auch gleich den kämpferischen Dokumentarfilm dazu. Landsmann Valgeir Sigurðsson wurde für die Filmmusik eingespannt, Björk und Thom Yorke steuerten einen aggressiven Avantgarde-Track für den Abspann bei (»Nattura«). Der Film arbeitet mit rigoroser Überwältigung des Zuschauers: emotionalisierende Statements, berauschende Hubschrauberaufnahmen über Islands faszinierender Natur - und eindringliche Streichermusik. Im Film, der trotz bester Absichten, leider keine rechte Form und künstlerische Haltung findet, führt all dies bald zur Übermüdung. Nach spätestens einer Stunde will man nun wirklich keine Hubschrauberflüge mit Streicherkaskaden mehr sehen.

Sigurðssons Musik funktioniert auch ohne den Film gut, nein sogar besser, selbst als konzertante Aufführung mit kleinem Ensemble. Allerdings leiden seine oft allzu simplen Kompositionen dann doch unter der Methode »Schema F«: Bekannt geworden durch seine wunderbar subtil versponnen Beiträge zu Björks Alben und auch als Produzent einiger Indie-Bands aktiv, strebt Sigurðsson jüngst danach, als Komponist post-klassischer Musik ernstgenommen zu werden. Mit der Unterstützung einiger Freunde im Geschäft kann ihm das auch gelingen. Es darf freilich angemerkt werden, dass seine künstlerischen Qualitäten in kompositorischer Hinsicht, nun ja, nicht direkt überwältigend sind. (ijb)



Siehe auch:
Björk
Jóhann Jóhannsson
Hildur Guðnadóttir

Valgeir Sigurðsson: Draumalandið

Offizielle Website

Offizielle Website      www.bedroomcommunity.net/artists/valgeir_sigurdsson/

   

Ekvilibrium
(2007, Bedroom Community/Kompakt HVALUR3CD)

Angenommen, man hat noch nie Popmusik aus Island gehört, ist aber empfänglich für herkömmliche Klischees in Richtung landschaftlicher Kargheit und untergründigem Elfenwesen – dann dürfte die Musik des Soundtüftlers Valgeir Sigurdsson auf mehr als offene Ohren stoßen. Denn sie bietet genau die richtige Melange aus Tradition und Moderne, wenn lang anhaltende Streichersequenzen und perliges Tastengeklöppel auf elektronische Soundschleifen stoßen. Weitaus am besten gelungen in dem Song »Focal Point«, der einen sanft an die Hand nimmt und dennoch am Ende in ein heftiges Getrippel ausläuft. Sehr hübsch auch das Stück »After Four«, bei dem elektrische Klangsprengsel erst ziellos vor sich hin träumen, um dann von einem süffisant rockendem und gegen Ende verrauschtem Beat eingebunden zu werden.

Leider haftet der Produktion insgesamt jedoch ein gewisses Pathos an. Mal wird etwas zu plakativ gegeigt, mal bemühen sich die Gastsänger zu sehr um bedeutungsvolles Raunen. Wer dies überhören kann, wird trotzdem seinen erhabenen Spaß haben – wobei man wiederum die Texte nicht beachten sollte: »Love is a stream / it is not what we see / it comes from somewhere else / and it goes somewhere else«: so Zeug halt. (frk)



Siehe auch:
Moddi
Kimmo Pohjonen, Samuli Kosminen & Kronos Quartet



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