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Alle Rezensionen zu Katatonia
(Genre »Metal«, Land »Schweden«)

 

Brave Murder Day
(1999, Avantgarde Music AV022)

Das Einfache ist nicht immer gut – aber das Gute immer einfach. Siehe Katatonia. Mit wenigen, erlesenen (Stil)elementen erzeugen der schwedische Dreier Renske / Nyström / Norrman eine unglaublich intensive Atmosphäre. Repetitive Akkorde versprechen eine andauernde, tiefe Traurigkeit; dank einer gesunde Grund-Aggressivität plus kurzzeitig aufflackernden, hoffnungsvollen Momente wirken die Lieder jedoch nie eintönig.

Wie »Day«, nur mit klaren Gitarren und Renskes reiner Stimme oder andere Stücke mit ihren Wechselspielen zwischen melancholischen Instrumenten und den Death-Growls. Diese stammen von niemand Geringeren als Opeth-Fronter Mikael Ǻkerfeldt. Unverhoffte Akzente setzen die Schweden mit plötzlichem Doublebass-Einsatz oder flüchtigem schwarzmetallischem Fauchen im letzten Stück »Endtime« – und dem abrupten Ende des Albums. Das dreijährige Warten auf den Studio-Zweitling hat sich gelohnt: »BRAVE MURDER DAY« ist ein enorm stimmiges Meisterwerk, das seinesgleichen sucht. (nat)



Siehe auch:
Opeth
October Tide

 Katatonia: Brave Murder Day

Offizielle Website

Offizielle Website      www.katatonia.com

   

The Great Cold Distance
(2006, Peaceville CDVILEF128)

Ja, es geht noch düsterer, noch hoffnungsloser, noch verzweifelter als auf den Vorgängern. Die 1991 gegründete Truppe um Renske/Nyström stößt »THE GREAT COLD DISTANCE« ganz, ganz tief ins Eisfach. Der Siebtling thematisiert soziale Kälte und menschliche Abgründe, schwermütig intoniert und äußerst trist instrumentalisiert.

Drohende, tiefe Riffs kontrastieren mit dem eindringlichen, teils fragilen Gesang. Fünfzig Minuten sickert Agonie selbst durch die härteren Tracks wie »The Itch«, die herzzerreißende Stimmung bringt den Hörer an die Grenzen des Erträglichen – oder wie es Sänger Renke ausdrückt: »It's a devious life. And this is a soundtrack to it«. (nat)

   

Viva Emptiness
(2003, Peaceville/SPV)

Katatonia sind »Outsider« innerhalb der Black Metal-Bewegung. Was nicht heißen soll, dass die Band um Jonas Renske und Anders Nyström nicht auch massive Wände aus zähen Gitarrenriffs mauern könnte. Doch Renske verzichtet völlig auf Grunzgesang und lässt während der ruhigen Passagen sogar schon fast verzweifelte Zärtlichkeit aufkommen - bei »echt harten« Metal-Kerlen undenkbar!

Zahlreiche Tempowechsel und Harmoniesprünge lässt die Band in herrlich unvorhersehbaren Breaks anrollen und garantiert so ein außergewöhnlich abwechslungsreiches Album. Wo sich Schwarzmetaller möglicherweise fassungslos abwenden, kommen Freunde artverwandter Genres auf ihre Kosten: Stilistisch zeigt Katatonia Verwandschaft zur Depressivität des Gothic und zum Dynamikreichtum des Nu Metal. Sogar ein wenig schwermütige Gitarrenrock-Litanei à la New Order und beschwingte Folk-Verzierung blinzelt durch! (peb)



Siehe auch:
Deep Insight

   

Last Fair Deal Gone Down
(2001, Peaceville CDVILE 89)

Die fünfte Langrille der schwedischen Kummer-Metaller liefert perfekte musikalische Untermalung für Herbst- und Winterdepressionen. Nicht bahnbrechend neu, aber gekonnt traurig rechnet Renske mit dem täglichen deprimierenden Leben ab: Jalousien runter, Licht aus, Kerze an, und Ihr seid bereit für »We Must Bury You« oder »Teargas«.

Dunkler, emotionaler, melancholischer Metal des ehemaligen Duos Nyström / Renske plus Gitarrero Norrman klagt und wimmert qualvoll aus den Boxen, gestützt durch die neue Rhythmusabteilung: Der frische Mann an Fellen und Becken heißt Daniel Liljekvist, der Herr der tiefen Saiten Mattias Norrman. (nat)

   

Tonight's Decision
(1999, Peaceville CDVILE76)

Nachtschicht für Katatonia: Angeblich haben sie »TONIGHT'S DECISION« nur nachts geschrieben und aufgenommen. Ferner klemmt sich Dan Swanö hinters Drumkit, so kann sich Jonas voll auf den Gesang konzentrieren. Der Opener »For My Demons« gibt den Grundton vor: Massige Gitarren schieben sich in den Vordergrund, Jonas setzt kleine Akzente auf die schweren Riffs.

Trotz aller metallischen Elemente wirkt das ganze Album seltsam kontrolliert; sobald der Gedanke aufkeimt 'jetzt schreit Jonas gleich richtig los' zügelt sich der Sänger. Hier und da huschen kleine Synth-Spielereien vorbei, wenn in düstern Gefilden bleierne Rhythmen feinen Melodien begegnen. Auch die vierte Full-Length setzt auf den klassischen Stil der Band, simpel aber dennoch eingängig. (nat)

   

For Funerals To Come
(1995, Avantgarde Music AV 009)

Nach dem Debüt »DANCE OF DECEMBER SOULS« gönnen sich Lord Renske, Blackheim und Israphel Wing (alias Guillaume Le Huche) erstmal eine Auszeit in Sachen Longplayer. Stattdessen produzieren sie, erneut zusammen mit Dan Swanö, die EP »FOR FUNERALS TO COME«. Die Black Metal-Tage scheinen auf dem 18-Minüter passé zu sein.

Den Opener »Funeral Wedding« grunzt und röchelt der Fronter in bester Death-Manier, zwischen klaren Gitarrenpassagen blitzt eine an die James Bond-Titelmusik erinnernde Basslinie auf. Plötzlich schmuggelt sich kurzes, perfektes Black Metal-Drumming dazwischen. Variationen in Gesang und Geschwindigkeit schaffen ein harmonisches, packendes Werk, welches trotz seines finsteren Namens nicht so deprimierend wirkt wie fast alle anderen Veröffentlichungen Katatonias. (nat)

   

Dance Of December Souls
(1993, No Fashion NFR005)

Katatonia stehen mit ihrem Debüt anno 1993 für depressiven Doom/Death Metal im Zeichen der frühen Paradise Lost, My Dying Pride, mit einem Hauch Anathema oder Tiamats »CLOUDS«. Der Dreier Blackheim / Renske / Israphel lässt die Dezember-Seelen einen traurigen Reigen tanzen. Langsam drehen sie sich unter lähmender Melancholie. Unweigerlich baumeln sämtliche Gliedmaßen schwer herab.

Die meist überlangen Stücke, inszeniert in Dan Swanös (Edge Of Sanity) Unisound Studio, verlieren sich in schlichten und leicht monotonen Strukturen, steigern die von Verlust, Trauer, Schmerz geprägte Stimmung. Epische Gitarren, schleppendes Schlagzeug und verzweifeltes Schreien (ent)führen den Hörer an seelische Abgründe. Bedrückend schön. (nat)



Siehe auch:
Edge Of Sanity
Tiamat

   

Jhva Elohim Meth – The Revival
(1993, VIC Records VIC001)

»JHVA ELOHIM METH – THE REVIVAL« ist die auf CD gebrannte Ausgabe des ursprünglichen Demos »JHVA ELOHIM METH«. Diese Einladung auf dem Silbertablett verdankt der geneigte Genießer dem holländischen Label Vic Records. Bevor es zu Tisch geht, garnieren Katatonia die EP mit einer ordentlich Dosis Black Metal:

Jonas »Lord Seth« Renske serviert heiseres, schwarzmetallisches Krächzen, dazu reicht Anders »Blackheim« Nyström doomige Gitarren. 17 Minuten dauert das fünfgängige Menü, inklusive der Vorspeise »Midwinter Gates« und dem Dessert »Crimson Tears«. Das Dinner findet in gewohnt düsterer, depressiver Atmosphäre statt. Willkommen. (nat)



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