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Alle Rezensionen zu Lepistö & Lehti
(Genre »Folk«, Land »Finnland«)

 

Radio Moskova
(2012, Pivotal Recordings/Edel PRCD3405046)

»The accordion and the upright bass – what an unusual combination. What can we do with that?», so fragt Markku Lepistö in den Liner Notes zu »Kaksi« (dt. »zwei«). Anders gefragt: Kann das eine ganze CD oder Konzert tragen? Natürlich, wenn die Akteure Lepistö und Pekka Lehti heißen. Beide gehören seit langem zur absoluten Spitze der akustischen Musik quer durch alle Stile, nicht umsonst waren sie lange Jahre bei Värttinä.

»Waltz For Eino« zeigt gleich Lepistös herausragendes Talent, große Emotionen mit kompositorischer Raffinesse zu vereinen. Bekanntlich ein begnadeter Virtuose, hält sich der Akkordeonist manchmal ziemlich zurück, lässt aber auch öfters die Sau raus: in »Raudanselkä« fliegen seine Finger über die Taten wie kleine Derwische. Pekka Lehti steht ihm keinesfalls nach: Er interpretiert die Bass-Rolle sehr melodiös, übernimmt die gesamte Melodie in »Lokakuu« (dt. Oktober) und steht wie ein Jazzer plötzlich im Zentrum des Geschehens. Ähnlich in seinem Titelstück, wo er ausschließlich mit Bogen spielt. Im wild beginnenden »Kaksi« loten sie die gesamte Bandbreite der Klänge aus; Lehti lässt seinen Bass knurren, knattern und dunkle Linien zeichnen.

Ein wunderbares Album: moderne akustische Musik mit kammermusikalischer Intimität und überbordender Spielfreude und Virtuosität. Zumindest Pekka Lehti hat aber nicht immer solche Musik gespielt, wie er in den Liner Notes zum Titelstück zugibt: »During the 80's I busted my radio by using it as an amplifier for my bass guitar when playing punk rock.« (tjk)



Siehe auch:
Värttinä
Markku Lepistö
Petri Hakala & Markku Lepistö

 Lepistö & Lehti: Radio Moskova

Offizielle Website

Die CD »Radio Moskova« war »CD des Monats« im Monat 2 / 2012.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Wer weiß: Vielleicht werden Lepistö & Lehti demnächst Punksongs neu interpretieren? Bis dahin genießen wir die unglaublichen Stimmungen, die diese kreativen Folk-Virtuosen hier heraufbeschwören. Verdiente und überfällige CD des Monats!
Nathalie »Natte« Martin

Anarchisch wie Rumpelstilzchen. Voller Tricks wie Catweazle. Funkelnd wie ein ganzer voller Sack voller Sterntaler, so kommen sie hier daher, die beiden finnischen Virtuosen. Tanzen will man dazu und sich heimlich eine gerührte Träne aus dem Augenwinkel wischen. Macht wirklich Spaß!
Eva-Maria Vochazer

Kleine Besetzung, großes Kino: Das ist tatsächlich viel mehr als nur eine weitere Folk-Platte. Die Lehtis sprengen das Genre und füllen die Löcher mit purer Spielenergie auf. Macht Spaß!
Sebastian Pantel

Ja, wahrlich famos. Und so beweist Markku Lepistö einmal mehr, dass die besten Akkordeonisten aus Finnland kommen. Dieses Duo gemeinsam auf Tournee mit Maria Kalaniemi und Sväng, das wär' der Hammer!
Peter Bickel

Offizielle Website      www.myspace.com/lepistolehti

   

Helsinki
(2008, Aito AICD012)

Lepistö & Lehti, das perfekt aufeinander eingespielte Duo lässt das Publikum bei seinen Livedarbietungen in Ehrfurcht erstarren – es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn ihnen das nicht auch mit dem Studioalbum »HELSINKI« gelänge. Die nicht gerade alltägliche Kombination aus Akkordeon und Bass kann jede Stimmung heraufbeschwören. Lebhaft, fröhlich eröffnen die Musiker ihr Werk mit dem Titelstück, welches gemächlich ruhiger wird, der Bass tappt immer schleichender umher. Feurig spielen sie in »Caprice Diatonique« zum wilden Tanz auf, schwer steppt der Bass, das Akkordeon wirbelt trällernd um ihn herum. Unmerklich nehmen sie das Tempo heraus, werden sachte immer leiser, halten schwermütig inne – und stürzen sich abrupt kopfüber ins furiose Finale, beschwingt klingt das Stück aus.

Heitere Passagen drücken auch »Concerto Diatonique« ihren Stempel auf. Im größeren Teil der 36 Minuten erzeugen Markku und Pekka eine ruhigere, immer wieder in Melancholie und Grübeleien versinkende Atmosphäre, zelebrieren konstant ein perfektes Wechselbad der lauten und leisen Töne. Ein großes Manko hat »HELSINKI« allerdings: Die Spielzeit ist zu kurz. (nat)



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