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Alle Rezensionen zu 22 Pistepirkko
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Rally Of Love
(2001, Clearspot/EfA 6020-1)

Ihren Namen hat das aus dem nordischen Kaff Utajärvi stammende Trio von einem gelben Marienkäfer. Schrägen Humor besitzen die Finnen also reichlich, die im April 2002 ihr 20jähriges Bandjubiläum feierten, doch über den Status eines Geheimtipps nie hinausgekommen sind.

Die Brüder Asko und P-K Keränen bringen mit Jugendfreund Espe Haverinen schrullige Pop-Absonderlichkeiten zu Gehör, die trotz knarziger Gitarren und gelegentlich elektronischer Beats überraschend eingängig tönen. Mit Mainstream hatten die Pistepirkkos natürlich nie etwas am Hut, aber gemessen an ihren bisherigen Platten verzaubert »RALLY OF LOVE« mit angenehm flirrenden Pop-Psychedelika an der Grenze zwischen Melancholie und Optimismus. (peb)



Siehe auch:
The Others
Verschiedene: Hyvää Ja Kaunista – Radiomafia-live Vol. I


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 22 Pistepirkko: Rally Of Love

Offizielle Website

Offizielle Website      www.22-pistepirkko.net

   

Lime Green Delorean
(2011, Bone Voyage/Cargo BONE0161)

Altersweisheit? Ist doch albern, das, sagen sich 22 Pistepirkko im 30. Jahr ihres Bestehens. Mit der Zeit werden die Finnen höchstens noch eigensinniger sie selbst. Das Trio hat sein 14. Album »LIME GREEN DELOREAN« nach einem Sammlerstück-US-Coupé aus den 70ern benannt. Männermusik wird das, könnte man meinen. Falsch gedacht. Die Drei aus Utajärvi spielen trotz aller aufblitzenden Rock- und Blues-Eskapaden im Grunde doch immer Popmusik. Temperamentvolle, zärtliche Popmusik, um es zu präzisieren. Sie werfen die Bälle in die Luft und schäkern gekonnt mit aufmüpfigen elektronischen Klängen oder wüstentrockenen Balladen. Aber bleiben doch immer sensibel dabei.

»LIME GREEN DELOREAN« ist ein von der Grundstimmung her glückliches Album von widerborstig-trotziger Schönheit geworden, eine bescheidene Hymne auf die erstaunliche Strahlkraft alltäglicher Dinge. Voller funkelnder Selbstironie wie im überkandidelten und übermütigen »Ufo Girl«. Zurückgenommen und empfindsam interpretriert. Von einer Band, die über aktuelle Glückszustände und sonnige Tage ohne jegliche Sentimentalität singt. Hier funkelt es. Und dort auch. Und irgendwann strahlt dieses Album wie ein voll erleuchteter Weihnachtsbaum. Oder wie ein frisch sandgestrahlter DeLorean. (emv)

   

(Well You Know) Stuff Is Like We Yeah!
(2008, Bone Voyage BONE-0102)

Vielleicht ist es einfach der Lauf der Zeit. Menschen werden schleichend älter, die Flexibilität in den Hirnwindungen lässt nach, die Kreativität versiegt mit jedem schweren Atemzug. Nur so ist es zu erklären, dass Bands, deren Diskographie Jahrzehnte überspannt, oftmals nie wieder den Irrwitz und die Güteklasse der ersten Alben erreichen.

Das einzige, was 22 Pistepirkko noch mit ihren Glanzzeiten verbindet, ist der immer noch nölige-abgehangene Gesang P-K Keränens. Und selbst der überzeugt nicht mehr durch Lässigkeit, sondern hinterlässt tiefe Furchen der Langeweile. Die Rückkehr zum raubeinigen Bluesrock und der Schulterschluss mit den 60er Jahren schließt zwar Kreise im Bandkosmos, aber gleichzeitig Sehnsucht und das Aufgekratzte aus. Es herrscht Ausdruckslosigkeit am Polarkreis. Da hilft es den Emotionen kaum, dass das Album in alter Punk-Manier in nur zehn Tagen eingespielt wurde. (maw)

   

Drops & Kicks
(2005, Bare Bone Business/Bone Voyage Recording Company BONE-0022)

Die »10« ist voll. Zehn Alben, die querfeldein über Swamp-Blues stolperten, mit Rock'n'Roll um die Häuser zogen und hinterher noch die Setlisten der angesagtesten Elektro-DJs der Stadt abgriffen. Eine Entwicklung in Schüben, die mit jeder neuen Aufnahme wieder aufhorchen ließ. Eine Band im stetigen Umbruch, ruhelos und mit gleichwohl hektischen als auch verzagten Momenten, und natürlich jederzeit wiedererkennbar durch die knödelig-nasale und akzentbeladene Stimme von Frontmann PK.

»DROPS & KICKS« vereint routiniert die Entwicklungen der Vergangenheit, kann jedoch kaum Neues dem Bandkosmos hinzufügen. Das Ergebnis rumpelt dennoch wunderbar und kann mit schmirgelnden Garagenrockern und diversen Singalong-Hits überzeugen. Vinyl-Liebhaber kommen überdies in den Genuss von sieben Bonussongs. (maw)

   

The Nature Of ...
(2002)

27 Songs auf zwei CDs aus allen Alben von 1985-2002. Das zeigt nicht nur die Entwicklung der drei Finnen über fast zwei Jahrzehnte, sondern bringt auch 13 Songs ans Tageslicht, die zuletzt nicht erhältlich waren oder nie außerhalb Finnlands veröffentlicht wurden. (peb)

   

Eleven
(1998, Clearspot/EfA 05409-2)

Die Querköpfe experimentieren mit Trip-Hop und Folk, wobei ihre Liebe zu Punk, Dadaismus und Surf-Sounds stets durchklingt. In dreiminütiger Länge reibt sich Pop an traumartigen Passagen, sägen Grungegitarren durch detailreiche Arrangements.

Recht kratzbürstige Rock-Visionen, das alles. Und höchst amüsant, wenn eine englische Stimme im finnischen Dialekt über Zwiebelsuppe (»Onion Soup«) oder sieche Himmelskörper »Coma Moon«) referiert. Eigentlich wollen 22 Pistepirkko ja Pop machen, aber sie sind eben Finnen und verachten darüberhinaus Mainstream. So kommt es, wie es kommen muss: »ELEVEN« geriet wieder schräg, obskur, witzig. (peb)

   

Zipcode
(1996, Strange Ways/Indigo Way 148)

Hat eine Band die ersten erfolgreichen Platten abgeliefert, eröffnen sich zwei Optionen: ein Best-Of-Album oder die Einladung an verwandte Geister, sich des Materials anzunehmen. 22 Pistepirkko entschieden sich für letzteres, saßen allerdings mehrheitlich bei den 15 Stücken mit am Tisch. Das Ergebnis: weniger rockig oder popig als vielmehr obsessiv-experimentell.

Ergreifend-lasziv allein schon der 10 minütige Opener »Tired Of Being Drunk«, gemixt vom Russen Alexei Borisov: Pistepirkko goes Bolero. Handfest ruppig dagegen »Little Bit More«, bearbeitet von Larry and the Lefthanded, während man »I Never Said« und »Oo My Head« von Vesa Lankinen, dem Leiter des finnischen 22-P-Fan Club, elektrisch verzieren ließ. Hübsch auch die Dub-Fassung von »Birdy«, wo ein junger Mann an den Knöpfen dreht, den damals erst wenige kannten: Jimi Tenor. (frk)



Siehe auch:
Jimi Tenor

   

Rumble City, Lala Land
(1995)

Radikaler Rock'n'Roll à la Iggy Pop & The Stooges und Bowie-beeinflusster Glamrock stand Pate bei diesem wohl ausdrucksstärksten Pistepirkko-Album. (peb)

   

Big Lupu
(1992, Polygram 519 035-2)

Nach »BARE BONE NEST« ein weiterer Schritt in die Eigenständigkeit, und das zweite in einer Reihe richtig guter 22-P-Alben. »BIG LUPU ist zudem experimentierfreudiger als der Vorgänger, was auch an Gästen wie Jimi Tenor (sax, org), Markku Johansson (tp), Mats Huldén (b) und Seppo Kantonen (p) liegt.

Schon das Blues-nahe »Bubblegum Couple« und »Don't Say I’m Evil«, eher spacig-verträumt, sind fast Klassiker, dazu »Tired Of Being Drunk«, der apokalyptische »Swamp Blues« – »BIG LUPU« vereinigt sämtliche Einflüsse, aber Espe, P-K und Asko, hier noch mit Riku (g), agieren weitgehend akustisch und ruhig, weniger verschroben als sonst. Aber sie spielen mit Understatement und Coolness, und sie ziehen lässig Trümpfe wie den Indie-Hit »Birdy« aus dem Ärmel. Fließt der Mississippi doch durch Finnland? (tjk)

   

Bare Bone Nest
(1989)

Schräger Swamp-Blues auf dem Weg in die Neunziger. Mit der 1999 neu veröffentlichten Aufnahme fanden die Finnen erstmals auch außerhalb ihrer Heimat Gehör. (peb)

   

The Kings Of Hong Kong
(1987, Polygram 531.587-2)

Das im Original 1987 erschienene »KINGS OF HONG KONG« war das erste Album mit englischem Gesang, und es war lange Zeit vergriffen – so entschloss man sich 1996, die alte LP neu zu veröffentlichen.

22-Pistepirkko zeigen sich hier auf dem Weg der musikalischen Selbstfindung; einige Vorbilder bzw. Inspiratoren sind deutlich erkennbar: der rumpelige Blues a la Bo Diddley (»I'm Back«), 50er Jahre Intrumental-Rock'n'Roll (»Geronimo«), die Orgel erinnert an die Doors (»Big Bed«). »Hank's TV.Set« hätte es auch locker in den »Pulp Fiction«-Soundtrack schaffen können. Der 22-P-Sound ist freilich am markanten Gesang von P-K zu erkennen, Charme hat die Scheibe auch. Größere Eigenständigkeit erlangte die Band ab der nächsten CD. (tjk)



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