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Alle Rezensionen zu Albatrosh
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Yonkers
(2011, Rune Grammofon RCD 2117)

Keine Schnörkel, keine Spielerei, keine Extras, nix. Einfach nur Klavier und Saxophon, Jazz in Reinform sozusagen. Und in Höchstform, was dieses junge Duo aus Eyolf Dale und André Roligheten angeht. Beide sind Mitte 20, haben aber die technische Reife und den kompositorischen Durchblick von alten, ergrauten Jazz-Hasen.

Stichwort Komposition. Die acht Tracks sind abgezirkelte Gebilde aus komplexesten Rhythmen und verqueren Harmonien, die durch die genau richtige Prise Improvisation und Spiel-Druck explodieren und sich in allen Winkeln der Gehörgänge verteilen. So entsteht eben kein Akademiker-Jazz, den man mit der Partitur in der Hand hören muss. Sondern ein Zwiegespräch, das zwar alle Aufmerksamkeit des Hörers fordert, aber ihn am Ende auch mit viel Gewinn wieder entlässt. Denn immer dann, wenn es gerade zu schwierig zu werden droht, kommt eine Klavier-Basslinie angetanzt, eine schöne, klare Saxophon-Melodie oder ein Pattern, das über eventuelle Müdigkeitserscheinungen hinwegrettet.

Das alles ist so perfekt zusammengeschraubt, dass man staunen muss - und gleichzeitig so scheinbar lässig eingespielt (in einer magischen nächtlichen Session, sagen die Musiker), dass es auch komplett aus dem Ärmel geschüttelt sein könnte. So avantagardistisch der norwegische Jazz die vergangenen Jahre manchmal war - Platz für Reinkultur bleibt immer. (sep)

 Albatrosh: Yonkers

Offizielle Website

Offizielle Website      albatrosh.com

   

Mystery Orchestra with Grenager & Tafjord
(2010, Inner Ear/Musikkoperatørene INEA09)

Einen irreführenden Titel haben Albatrosh ihrem zweiten Album gegeben, das, wie im Vorjahr das Debüt »Seagull Island«, bei Tore und Roger Johansens Label Inner Ear erschien und von den beiden Inhabern produziert wurde. Denn mit ins Boot geholt (bzw. genauer gesagt ins Rainbow-Studio in Oslo) haben sich sie sich (noch) kein Orchester, sondern die Cellistin Lene Grenager und die Hornistin Hild Sofie Tafjord, beide vor allem als Mitglieder des Quartetts Spunk bekannt geworden.

Die beiden vielerorts hochgelobten Innovatoren André Roligheten (Tenorsaxofon und Bassklarinette) und Eyolf Dale (Piano) aus dem südnorwegischen Skien erarbeiten ein simpel erscheinendes, sich bei genauem Hinhören aber als äußerst komplex erweisendes Amalgam zwischen strukturierter Komposition und wagemutiger Improvisation, zwischen amerikanisch-melodischen Jazzeinfllüssen und europäischer Avantgardetradition. Alle Naselang gehen Referenzen klassischer Musik fließend in zeitgenössische, »Neue Musik« über, ändert freie, abstrakte Improvisation ihren Charakter zu eingängigen Jazzsongs. Die Chuzpe und Souveränität, mit der die beiden jungen Männer mit den beiden erfahreneren Frauen auf Augenhöhe spielen, verdient Bewunderung. (ijb)



Siehe auch:
Spunk
Roger Johansen
Tore Johansen
Hild Sofie Tafjord in Fe-Mail

Video-Link



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