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Alle Rezensionen zu The Cardigans
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Long Gone Before Daylight
(2003, Stockholm/Universal 067.101-2)

Niemand wusste, ob es nach »GRAN TURISMO« von 1998 noch weitergehen würde. Die Band steckte in einer tiefen Krise. Doch die Mannschaft um Sängerin Nina Persson fand ausgerechnet in einem Hotelzimmer in L.A. wieder zusammen, um Weichen für ein neues Album zu legen. Das beginnt zunächst erstmal ungewöhnlich beschaulich, mit etwas altbackenen Folk-Schmeicheleien, aber keinerlei Easy Listening-Referenzen mehr.

Doch dann dürfen die Gitarren auch mal rock'n’rollig rumpeln, angefüttert mit prallen Chorstimmen. Und es wird immer besser: Die Songs gewinnen zunehmend an Tiefe, Luftigkeit und eigenem Pop-Charakter, obwohl man sich an die 10.000 Maniacs oder Aimee Mann erinnert fühlt. Trotz Streicher, Bläser und Mundharmonika klang die Truppe aus Jönköping noch nie so reduziert, auf den Punkt gebracht und vor allem lebendig. (peb)



Siehe auch:
The Winyls


Zur DVD-Rezension über The Cardigans

The Cardigans: Long Gone Before Daylight

Offizielle Website

Offizielle Website      www.cardigans.com

   

Best Of
(2 CDs, 2008, Universal 0602517-47493)

Bei Cardigans-Songs lauert bei aller Leichtigkeit immer ein mittleres Melodram im Hintergrund. Eine emotionale Aufwallung. So wie ein Stein, der aufklatschend im Wasser versinkt und erstaunliche lang kräuselnde Wellen schlägt. Hier geht es nicht um den akuten Liebesschmerz, sondern um die endlose Zeit danach. Wenn man langsam mit dem Verlust leben lernt. Das ist das angestammte Territorium der Cardigans – was sich auf dem mit 46 Songs und einer Spieldauer von zweieinhalb Stunden sehr großzügig ausgestatteten Doppelalbum wie Puzzleteile plötzlich zu einem großen Ganzen zusammenfügt.

Vielleicht sind die »Love Fools«, die Verlierer mit den empfindsamen und heißen Herzen, am Ende doch die Stärkeren. Durch ihre unendliche Fähigkeit zu fühlen. Sängerin Nina Persson nehmen wir die sanfte Kampfbereitschaft jederzeit ab. Sich-Abfinden sieht anders aus. Die Cardigans zelebrieren auf ihrem Best-Of-Album die Beständigkeit im Wandelbaren. Bluesrock, Twee-Pop, Bossa Nova, Looser-Pop sowieso – die Cardigans bleiben immer sehr sie selbst. Was kein geringes Kompliment ist. (emv)

   

Super Extra Gravity
(2005, Universal 987283-7)

Schnell sollte es gehen. Einfach mal machen, weniger denken. Nina Persson und Band haben sich viel vorgenommen für ihr Erstes nach dem rundherum elegant-perfekten »LONG GONE BEFORE DAYLIGHT«. Pop ist das natürlich trotzdem wieder am Ende geworden, auch wenn schroffe Gitarren aufblitzen und das Schlagwerk mitunter kräftig ausholt. Die Streicher jedenfalls rasten in den Instrumentenkoffern, und die Produktion begradigt auch nicht jeden Ansatz eines Schlenkers.

Ein bisschen forscher tastet sich auch Ninas Stimme durch die Songs, die Identitätskrisen, Verlustängste und Beziehungstäler thematisieren. Kleinere Unsicherheiten werden so großzügig mit Charme gekittet – was bei manchen Melodielöchern allerdings nicht mehr ganz reicht, um den Vorgängern in diesem Punkt ebenbürtig zu sein. (maw)

   

Gran Turismo
(1998, Stockholm/Universal 559.081-2)

Schweden war stolz auf die Cardigans: Nach ABBA konnten zwar auch Roxette, Ace Of Base und Europe noch die Charts entern, doch die musikalische Qualität war bei letzteren kaum noch der Rede wert. Sängerin Nina Persson und Gitarrist Peter Svensson – die beiden Songschreiber der »Strickjacken« – zeigten jedoch, dass es auch anders geht.

Ihr leicht melancholischer Pop kommt zwar recht belanglos plätschernd daher, wirft aber immer mal wieder durch ein kratziges Gitarrenriff, ein überraschend anderes Keyboardflimmern oder eben Ninas sanft säuselnder Stimme Haken aus. Sicher – vom Klassiker ist »GRAN TURISMO« noch weit entfernt, aber leichtfüßig-nette Unterhaltung ist allemal garantiert. (peb)

   

First Band On The Moon
(1997, Stockholm/Universal 533.117-2)

Mit lyrisch-rockigen Trance-Elementen und scheinbar willkürlich eingestreuten Geräuschfetzen haben die Cardigans ihr drittes Album zu einem verspielten Prunkstück aufgewertet. Neben Nina Perssons in die Backfisch-Tonlage abdriftender Stimme hinterlassen vor allem die starken Schlagzeug-Passagen Bengt Lagerbergs gewaltige Spuren im morbide getexteten Indie-Pop.

Die Auskoppelung »Lovefool« – eine vergnügte Melodie mit sehr traurigen, Cardigans-typischem Text über eine verletzte Liebe – hat den Marktwert der Cardigans auch hierzulande gesteigert: Zwei Millionen verkaufte Scheiben sprechen eine deutliche Sprache. Nicht unschuldig daran war wohl Baz Luhrmanns Film »Romeo & Julia«, der sich diesen Hitsong für den Soundtrack sicherte. (rab)

   

Life
(1995, Stockholm/Universal 523.556-2)

»LIFE« setzte das Erfolgsrezept des Debüts fort: Überbordende, in leicht jazzigen Farben funkelnde Arrangements taumelten melancholisch querbeet durch alle Easy Listening-Spielarten zu einer Zeit, als kaum jemand mit diesem Begriff »Easy Listening« überhaupt etwas anfangen konnte.

Über 50 Instrumente sollen auf den 14 Songs zum Einsatz gekommen sein, was man ohne weiteres glauben kann. Vielleicht liegt es daran, dass einem »LIFE« nicht mehr so pointiert und zuckersüß den Pop-Honig ums Maul schmiert wie EMMERDALE«. Unterm Strich eines der unausgegorensten Alben der Strickjacken. (peb)

   

Emmerdale
(1994, Stockholm/Universal 523.215-2)

Eigentlich wollen sie laut eigener Aussage immer lustige Lieder schreiben, doch schon auf dem Cardigans-Debüt »EMMERDALE« klangen alle Songs melancholisch-verträumt, mindestens jedoch pastellfarben. »Schwedische Musiker machen Ingmar-Bergman-Rock«, so Sängerin Nina Persson. Die Band aus Jönköping schiebt das auf die »langen und dunklen Winter«, die sie depressiv vorgeprägt hätten – was rechter Unsinn ist, denn die Winter sind in Jönköping kaum dunkler als in Hamburg.

Mit dem noch recht jazzinspirierten und fast durchsichtig zarten Debüt, das sogar in Japan ein Hit wurde, schiebte man die Cardigans ungewollt in die Easy Listening-Ecke. Doch selber schuld – die Schweden waren halt nun mal Burt Bacharach näher als dem Indie-Pop. (peb)



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