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Alle Rezensionen zu Eivind Opsvik
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Overseas IV
(2012, Loyal Label LLCD011 616892028642)

Zack, das war's erstmal mit dem atmosphärischen Pop. Wilde Gesten aus dem Progressive Rock prägen Opsviks vierte Etappe seiner »OVERSEAS«, einem wandelbaren und wechselhaften Gruppenprojekt, das gleichwohl unter seinem Namen firmiert. Ein Exzentriker wie er im Buche steht ist Eivind Opsvik wohl. In mancher Hinsicht erinnert er an John Zorn mit seinem freigeistigen Tzadik-Wirbelwind. So verbirgt sich hinter dem schrulligen Coverfoto eine Musik mit hakenschlagender Ensembleenergie voller ungewohnter Klänge und melodischer Wendungen, von Leader und Bassist Opsvik zusammengehalten. Zahlreiche Schlaginstrumente inklusive Vibrafon und Marching Machine spielt Kenny Wollesen, am Saxofon hören wir Tony Malaby, Brandon Seabrook mit E-Gitarre und Mandoline, und Jacob Sacks dominiert in diesem komplexen Bild streckenweise mit Cembalo, Farfisa oder Piano.

Eben die Präsenz des Cembalos verweist auf die Musik des Barock und der frühen Klassik, aus der Opsvik wohl einige Inspiration zieht. Durch die Kombination mit Saxofon, E-Gitarre und Schlagzeug jedoch entstand eine sich stetig zwischen diesem alten Einfluss und einer Art getriebenem Progressive Jazz (in Fortschreibung der Siebziger Jahre, Stichwort Krautrock) verändernden Avantgarde; beispielhaft dafür: der famose Track »1786«, der uns über knapp zehn Minuten in eine im besten Sinne exzentrische Reise durch bislang unvereinbar geglaubte Zeiten und Genres entführt. Auch wenn »OVERSEAS IV« weitaus fragiler, offener, ja auch widersprüchlicher und obskurer daherkommt - wer die Platten von FIRE! oder The Thing mag, wird mit Opsviks mutiger Vision von Jazz garantiert ein bisschen glücklicher. Zum letzten Track »Youth Hopeth All Things, Believeth All Things« gibt es übrigens ein tolles, von Jane Eyre inspiriertes Musikvideo, das ebenso unerwartet ist wie das gesamte Album. Bitte anschauen! Besser als jeder Anspieltipp. (ijb)



Siehe auch:
Opsvik & Jennings
The Thing
FIRE!
Rusk (Loyal Label & Fenêtre Records Sampler)

Eivind Opsvik: Overseas IV

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Die CD »Overseas IV« war »CD des Monats« im Monat 6 / 2012.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Exzentrisch! Unbedingt! Anstrengend: Auch das! Anspruchsvoll: Und wie! Aber aufgepasst: Wer sich durch diese Attribute abschrecken lässt, verpasst bei Herrn Opsviks freigeistiger Reise absolut etwas!
Eva-Maria Vochazer

Mir ertönt das als unheilvolle Mischung aus Prog Rock und unangenehmen Avantgarde-Ausbrüchen, mit Barock-Cembalo und bleischweren Drums. Sehr akribisch konstruiert und letztendlich absolut ungenießbar.
Tim Jonathan Kleinecke

Das Cembalo ist bereits die halbe Miete und absolut genial! In unseren Gehirnen untrennbar mit distinguiertem Barock assoziiert sorgt es hier inmitten der rhythmisch bewusst stolpernden Jazz-Avantgarde für Irritationen und Reibungsflächen.
Peter Bickel

Was für ein heilloses Durcheinander! Da haben sich ein paar Leute aber mächtig verausgabt. Ob ich dem was abgewinnen kann, muss ich, glaube ich, erst noch herausfinden. Opsvik ist immerhin eine Entdeckung wert, so viel weiß ich schon mal.
Leif Haugjord

Offizielle Website      www.eivindopsvik.com



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