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Alle Rezensionen zu Svin
(Genre »Rock«, Land »Dänemark«)

 

Heimat
(2011, Mom Eat Dad/Gateway MOMCD001)

Der Bandname »Schwein«, das bizarre Coverdesign und vor allem der drastische Einstieg machen eine klare Ansage: Who's in and who's out? Zwei Stücke noisiger Jazzrock mit rauhem Live-Sound und wer weiß, was die Band so alles an Instrumentarium aufgefahren hat. Ein Blick aufs Kleingedruckte zeigt, dass jedes Quartettmitglied MusicBox spielt, Magnus Bak bringt zudem ein Octaved March-baryton, Effekte, Gesang, Geschrei und, ach ja, eine Posaune mit ein. Auch Henrik Pultz Melbye und Bandleader Lars Bech Pilgaard singen, allerdings scheinen die Songs des Debütalbums doch eher Instrumentals zu sein. Ja, Gitarre (mit Effekten), Tenorsaxofon, Klarinette, Schlagzeug und Percussion werden dort auch angeführt. Jedoch kein Bass.

Diese drei Musiker sind die Überreste der Band Magnus Fra Gaarden, und mit Drummer Thomas Eiler als Nr.4 sind wiederum gleich zwei Drittel von Pilgaards Trio Slowburn hier im Boot. Anders als dort spielt bei Svin die Gitarre meist keine so dominante Rolle. In den extrem druckvollen Rockstücken erinnert das Kopenhagener Quartett sehr an ihre ebenfalls massiv bläsergetriebenen Landsfrauen von Selvhenter - laut, aggressiv, enorm vielseitig und ideenreich. Wer sich vom Anfang nicht abschrecken lässt, wird nämlich auch noch mit ein paar ruhigeren Postrocknummern, spannenden Gitarrensounds und dem melodischen Posaunen-Rocksong »Illilu« belohnt. Ein kraftvoller Neustart. (ijb)



Siehe auch:
Lars Bech Pilgaards Slowburn
Selvhenter
Magnus Fra Gaarden
Henrik Pultz Melbye Trio

 Svin: Heimat

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.svin-music.com

   

Missionær
(2016, Ponyrec)

Die wilde Schönheit der Wiederholung entdecken: Svin, das Quartett um den Kopenhagener Avantgardisten Lars Bech Pilgaard, hat sich nach Island aufgemacht, um sein viertes Album »MISSIONÆR« innerhalb von nur zehn Tagen in der ehemaligen Schwimmhalle Sundlaugur aufzunehmen, die von Sigur Rós aufgebaut wurde. Instrumentaler Postrock gibt die grobe Richtung dessen vor, was Svin auf der Atlantikinsel entfesseln. Die Vier brechen auf diesen fünf ausufernden Tracks ins Unbekannte auf und bewegen sich mit souveräner Unberechenbarkeit und hoher Lust an der Improvisation zwischen Filmmusik, Jazz, Avantgarde, Ambient, Lärm und Drone-Klängen. Musikalisch einfache Kost ist das nicht! Eher eine anspruchsvolle Expedition gen geheimnisvolle Gegenwelten! Mitunter fühlt man sich hier an das düstere Meisterwerk »SICARIO« erinnert, den ebenso genialen wie emotional fordernden Filmsoundtrack des isländischen Komponisten Jóhann Jóhansson.

Das kunstvoll verlangsamte »Japser« klingt so latent unheilverkündend, als sammelten sich alle garstigen Elfen Islands hinter dräuenden Wolkenbänken zum Generalangriff auf die vernünftige Erwachsenenwelt. So hört sich subtiler Horror in poetischen Gewand an! Svin können aber auch anders: Im flirrenden »Stella« kapriziern sich die Dänen urplötzlich auf eigenwillige, kratzbürstige Sphärenklänge und heben leichtfüßig in dunkelgraue Himmel ab. Dazu frösteln wir ganz, ganz leise. (emv)



Siehe auch:
Sigur Rós
Jóhann Jòhansson



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