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Alle Rezensionen zu The Low Frequency In Stereo
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Pop Obskura
(2013, SPV/SPV 266171LP / 266172CD)

Nach dem Intermezzo bei Rune Grammofon gehen The Low Frequency in Stereo wieder eigene Wege. Viel Lob und Begeisterung wird dem Sextett in ihrer Heimat zuteil; erstaunlich, dass man die Westnorweger international noch immer kaum kennt. Das erneut mit Analog-Synth-Liebhaber Jørgen Træen produzierte und passend betitelte »POP OBSKURA« nimmt nun die frenetische Rockenergie ein wenig zurück und setzt auf Indie-Krautrock-Nummern mit viel (vorrangig weiblichem) Gesang und phasenweise verschwurbelten Psychedelic-Exkursen. Nicht selten erinnern die Songs damit massiv an schöne, fast vergessene Alben von Broadcast oder Stereolab, nur mit den treibenden Rhythmen von NEU! und ihren Nachkömmlingen gepfeffert.

So wird der Weg von »FUTURO« weiter beschritten, was verkürzt bedeutet: mehr Song, weniger Prog. Dabei winken des öfteren die psychedelischen Orgeln der Sixties, aber auch ein bisschen Wave-Gefühl kommt auf. Toll, wie die Jungs und Mädels ihr ganz eigenes Revier abstecken, noch unterhaltsamer werden, ohne sich anzubiedern. Ein wenig verschroben und manchmal auch abgedreht, wecken die verspielten Fast-Popsongs zumeist gute Laune. The Low Frequency In Stereo sind ohne Frage eine Band von internationalem Format, die Fans von etwa den Flaming Lips, Trans Am oder auch Spoon sofort begeistern dürften. (ijb)



Siehe auch:
Lumen Drones
Jørgen Træen alias Sir Duperman(n)
Urheim/Træen
Frøkedal

The Low Frequency In Stereo: Pop Obskura

Offizielle Website

Offizielle Website      www.lowfrequencyinstereo.com

   

Futuro
(2009, Rune Grammofon/Cargo RCD 2082)

Huch! Hat sich da etwa ein Tarantino auf Aufputschmitteln in den Rune-Katalog geschlichen? Röhrende Orgeln, straightes Schlagzeug, knorkige Gitarren, rotziger Frauengesang – klingt fast so. Wenn man aber näher hinhört, merkt man beruhigt: Es ist noch genug edelschräger Rune-Anteil dabei. Trotzdem: Dieses Album fetzt; Songs wie »Texas Fox« (klingt auch nach Tarantino, oder?) setzen sich parasitenhaft im Gehörgang fest, andere sind astrein psychedelic.

Ein Track wie »Geordie La Forge« klingt dann so, als stamme er von einer dieser so verwechselbaren »The Irgendwas«-Bands mit wuschelköpfigen Frontjungs in engen Jeans – nur besser, lässiger, weniger poserhaft. Also: Es stimmt, nach dem unerbittlich dahingroovenden »Solar System«, am Schluss der Albums, ist klar: Rune rockt. Ist die Zeit der Experimente etwa vorbei? Hoffentlich nicht. Aber zwischendurch mal ne Runde gepflegt abtanzen kann sicher auch nicht schaden! (sep)



Siehe auch:
Nils Økland
Kjetil Møster

   

Live at MoldeJazz feat. Kjetil Moster
(LP, 2009, Long Branch Records/SPV 267231 2LP)

Hier wurde das Format der guten alten Doppel-LP mal wieder ordentlich genutzt; nicht wie bei vielen Releases des Vinyl-Hypes der letzten Jahre, der zur (Geldmacherei-)Folge hat, dass etliche Platten, die 35 bis 40 Minuten kurz sind, auf vier LP-Seiten verteilt werden, dem Kunden weismachend, der Klang wäre dadurch noch besser, als er ja ohnehin schon erst »richtig echt« auf der guten alten Plattenrille sei. Hier erhält der Liebhaber ein Livealbum, das eine ganze Konzertlänge dauert, als verspätetes Tour-Souvenir zum Album »Futuro«, limitiert auf 500 nummerierte Exemplare, in Gatefold-Cover und »clear blue marbled Vinyl«. Wenn das nichts ist!

Nach einem achteinhalbminütigen Solo von Sax-Master Kjetil Møster, spielen The Low Frequency in Stereo den »Futuro«-Album-Opener »Texas Fox« recht originalgetreu, wogegen die Laufzeit von »Geordie La Forge« von vier auf acht Minuten verdoppelt wurde. »Solar System«, auf dessen Studioversion Møster bereits gastierte (gemeinsam mit Geiger Nils Økland, der sich freilich nicht zum Konzert im Rahmen des berühmten MoldeJazz-Festivals mit einfand) wird immerhin auf 12 Minuten ausgedehnt.

So rocken sich die Damen und Herren mit Schmackes, wenn auch ohne größere Überraschungen durch ein etwas gleichförmiges Programm, bevor »Atreides« die High Energy von Krautrock und Sax vorzüglich zum Abschluss und Höhepunkt bringt. Konzertalben sind nach wie vor eine ambivalente Angelegenheit. Dieses darf als Erfolg verbucht werden. (ijb)



Siehe auch:
Møster!

Audio-Link

   

The Last Temptation Of ... Vol. 1
(2006, Rec90/Cargo RID 068)

Gerade im Fernsehen gesehen: Ein Schamane tanzt unter gleißender Sonne für Regen. Er bewegt sich fast apathisch vor und zurück. Körper und Geist sind getrennt durch die Trance, die Arme und Beine einer ganz eigenen Rhythmik unterwirft. So ungefähr kann man sich auch Konzerte der vier Nordlichter vorstellen. Groovende Gliedmaßen im Hier, das Hirn in entfernten Sphären. Ganz weit weg.

Die Entscheidung zwischen Song und Sound treffen TLFIS nicht, und so wird auch gerne mal minutenlang auf einer halben Idee herumgekaut, was bei insgesamt nur acht Tracks umso gewichtiger die Bewertung beeinflusst. Hauptsache aber, die jammigen Soloparts der Twang-Gitarren, Trompetengeschmettertes oder die ordentlich schief gefönten Vocals holen das Maximum heraus. Zwischen Psychedelik und Indierock mag so der Nachhaltigkeit Genüge getan sein, aber hysterisch Rumkreischen muss man hierfür nicht. (maw)

   

Travelling Ants Who Got Eaten By Moskus
(2004, Rec90/Cargo RID 054)

Auf ihrem zweiten Album schmieden die Norweger nun »normale« Rocksongs, die statt auf allmähliche Entwicklung vielmehr auf ungewöhnliche (Verzerr-)Sounds setzen – vielleicht das Werk von Produzent Kenneth Andersen (Kashmir) und Supersilents Mastering-Experte Helge Sten alias »Deathprod«, die dem Album mit dem seltsamen Titel noch jede Menge Kantigkeit ließen oder sie gar verstärkten.

Erstmals leistete man sich auch ab und an rotzig-wavigen Gesang, der besonders im Opener »Man Don't Walk« recht »björkig« klingt. Unterm Strich eingängiger und gleichzeitig wiederborstiger; krachig-nervöser und – was am meisten wiegt – weniger verführerisch und packend als das Debüt. (peb)



Siehe auch:
Nephew

   

The Low Frequency In Stereo
(2003, Rec90/Cargo RID 051)

Einen Sänger brauchen die Norweger nicht; sie haben ihre Gitarren. Gitarren, die sich wie bei Popol Vuh kanonartig emporschrauben und den Hörer in einen hypnotischen Strudel hineinziehen, die psychedelisch antraben und wie Lichtreflexe durcheinander schwurbeln, die aber auch wie My Bloody Valantine einen »Wall Of Noise« mauern, der bei näherem Hinhören jedoch elastisch nachgibt und zum Umherschwimmen wie in einem Meer aus Sound einlädt.

Wo wir schon mal beim »namedroppen« sind: Vergleiche zu Mogwai oder Godspeed! You Black Emperor sind durchaus legitim, und auch gegen eine Parallele zu Krautrock im Stile von Neu wird die Band nichts einzuwenden haben. Ob man das Ganze nun Post-Rock, Lo-Fi, Neo-Psychodelic oder wie auch immer nennt – alle Melancholiker mit einem Faible für die vielen Facetten schneidend scharfer Gitarrensounds werden sich in dieser Musik verlieren. Besser als jeder Joint! (peb)



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