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Alle Rezensionen zu Alog
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Unemployed
(2011, Rune Grammofon/Grappa RCD 2116)

Dass hier Alog drübersteht, ist ein bisschen irreführend. Espen Sommer Eide und Dag-Are Haugan sind zwar immer noch die Masterminds hinter der charakteristischen Mischung aus experimenteller Elektronik, Sounddesign, akustischer Forschung und Gefrickel - aber dieses Album ist mehr.

Einerseits ist es eine Werkschau. Eide und Haugan stellen hier Material aus vielen Jahren zusammen - entstanden in vielen Situationen: Straßenmusizierend in San Francisco. Sigbjørn Apelands Harmonium-Sammlung ausprobierend. Tapes zu Loops zusammenklebend. Uralt-Schallplatten sampelnd. Insofern ist es konsequent, neben der CD-Version eine um vieles üppigere, limitierte 4-LP-Vinyl-Edition rauszubringen. Wenn schon ordentlich, denn schon.

Andererseits ist das Album eine Art organisierte Session mit zahlreichen Gästen. Da trällert Jenny Hval, da experimentiert Signe Lidén, Ole-Henrik Moe und Kari Rønnekleiv steuern minimalistische Geigentöne bei. Und - Highlight - Jaap Blonk, der beste Ursonaten-Rezitator seit Schwitters himself, grummelt den Text von "Bømlo brenn om natta", ein Track, der einem mit seinem wirren Pathos wochenlang nicht mehr aus dem Kopf geht. Alog and beyond - ein tolles Album! (sep)



Siehe auch:
Jenny Hval
Ole Henrik Moe
Sigbjørn Apeland

 Alog: Unemployed

Offizielle Website

Offizielle Website      www.alog.net

   

Amateur
(2007, Rune Grammofon/Cargo RCD2063)

Was ist das denn, Rap auf Rune Grammofon? Es scheint zunächst so, doch nach den ersten Sekunden von Alogs viertem Album beim norwegischen Edellabel wird klar, was hier klingt und in den Ohren klingelt. Schnipsel von Stimmen sind das, zersäbelter HipHop, den Alog dann wieder zu wackligen und doch tragenden Soundgebilden auftürmen. »Amateure«, das sind sie längst nicht mehr. Gefundene, selbstgebaute Instrumente rasseln und rappeln hier, mit sprödem Klang und ebenso zittriger Harmonik. Diese Rohschichten stapeln sich immer mal wieder, rotierend und unermüdlich, zu geradezu symphonischer Dichte, um im nächsten Moment wieder raschelnd in sich zusammenzufallen.

Alogs Klangsprache ist sehr speziell, charakteristisch das unauflösbare Zusammenspiel von Live-Aufnahme und extensiver Studio-Nachbearbeitung am Computer. Dieses Knuspern und Knarzen der Klangpartikel ist eigentlich Musik für die CD, denn oft klingen die Loops entfernt nach digitalem Lesefehler. Aber auch die Version auf zwei LPs, die Rune Grammofon offeriert, dürfte mit sanftem Rillenknistern diesem Album alles andere als schaden. (sep)



Siehe auch:
Jaga Jazzist
Phonophani
Verschiedene: Runeology
Verschiedene: Love Comes Shining Over The Mountains

   

Duck-Rabbit
(2001, Rune Grammofon/Universal RCD2020)

Espen Sommer Eide und Dag-Are Haugan aus dem kalten Tromsø gehören zur Generation der jungen experimentierfreudigen norwegischen Soundtüftler, die sich in keiner Weise mehr dem folkloristischen Erbe ihres Landes verpflichtet fühlen. Nichts da mit schmeichelnden Sangesfreuden, und auch die Fiedel bleibt zu Hause.

Alog ist der Name ihres Projektes, ihre Produktion »DUCK-RABBIT« ein weiterer wagemutiger Ausritt auf das Feld der abstrakten, sinnlichen improvisierten Musik. Das Herz steckt dabei voller Elektronik, das Ohr sucht nach Ordnung, um sie sogleich wieder zu vertreiben. Soundschleifen bahnen sich ihren Weg, Noise-Jazz tobt sich aus. Kleine, bizarre Ambient-Perlen schmücken die Ränder, und dann und wann scheppert und klappert es aufs Eingängigste. Wenn das Unbewußte in einem Club zu später Stunde Platten auflegen sollte – es würde genau zu dieser CD greifen. (frk)

   

Red Shift Swing
(1999, Rune Grammofon/Universal RCD 2011)

Festhalten. Vorwagen! Hinauslehnen. Trotz des Gegenwindes, laut dem ein Song doch eine Melodie und gern auch einen Refrain haben sollte. Denn jetzt kommt wohlorganisierter Krach, kommt krachige Wohlorganisiertheit. Was eben jeweils kein Widerspruch ist. Das Duo Alog setzt sich davon unberührt an die Instrumente, schaltet den Strom ein und lädt aufgespürte Geräusche auf und ein zu eingängigen Soundschleifen.

»RED SHIFT SWING« ist dabei eine Spur meditativer und – hoppla – ruhiger als der Nachfolger »DUCK-RABBIT«. Vorhanden ist jedoch schon die Liebe wie Treue zum Experiment; vielleicht ist das Album sogar ein wenig rockig. Aber das ist vielleicht jetzt doch eine sehr gewagte These. (frk)



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