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Alle Rezensionen zu Johan Halvorsen
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

 

Johan Halvorsen: A Man And His Violin
(2003, 2L 16)

Wer sich näher mit dem norwegischen Komponisten, Violinisten und Dirigenten Johan Halvorsen (1864-1935) beschäftigt, stellt unweigerlich eine Gemeinsamkeit mit dessen Vorbildern Grieg und Svendsen fest: die Liebe zur norwegischen Folklore. Per Kristian Skalstad, Violine und Tor Espen Aspaas, Klavier – zwei Aushängeschilder der jüngeren Musikergeneration Norwegens – lassen auf dieser CD eindrucksvoll Halvorsens Geist weiterleben.

Während die beiden Suiten für Violine und Klavier sowie die »Stimmungsbilder« kraftvoll, mitunter auch ironisch und von schwelgerisch-romantischen Gestus erfüllt daherkommen, wecken die musikalischen Kleinode »Elegie« und »Den Gamle Fiskermandens Sang« Assoziationen an norwegische Fjorde. Skalstads mitreißender Ton der Violine (er spielt kein geringeres als Halvorsens ureigenes Instrument) und Aspaas' subtile Klavierbegleitung ergänzen sich dabei vorzüglich. (ano)



Siehe auch:
Tor Espen Aspaas

Johan Halvorsen: Johan Halvorsen: A Man And His Violin

 

Halvorsen · Kvandal · Nyhus: Hardanger fiddle in art music
(2016, Simax/Grappa PSC1333)

Aufmerksamen Lesern dieser Seiten ist womöglich nicht entgangen, dass wir Anfang 2016 Ingfrid Breie Nyhus' ambitionierte CD-Trilogie mit anerkennendsten Worten empfahlen. Mit dieser bereits im Mai 2013 aufgenommenen, aber erst drei Jahre später erschienenen CD lässt sich nun bestens nachvollziehen, was die Pianistin beeinflusste, als sie die traditionelle Musik der Hardangerregion zu ihrer »Abstraction in Folk Art« fortentwickelte.

Zuerst einmal soll jedoch nicht überdeckt werden, dass Ingfrids ältere Schwester Åshild die Hauptinterpretin dieses Programms ist. Es wird eröffnet mit Melodien von Johan Halvorsen (1864-1935), einem der ersten Komponisten, die eigens für die Hardangergeige (bzw. -fiedel) schrieben. Für vier Stücke seiner Musik zur Theaterarbeit »Fossegrimen« (»Der Wassergeist«) aus dem Jahr 1905 schrieb Ingfrid, basierend auf Orchesterarrangements, Klavierparts, so dass eine Suite für Piano und Hardangergeige entstand, die man auch als eine entfernte Verwandte einer Sonate bezeichnen könnte. Dass das viersätzige Werk freier und rauer ist als eine klassische Sonate, macht es für die Nyhus-Schwestern zur Steilvorlage für ein fesselndes Duett mit einer einmaligen Sonderstellung im Genre zwischen Hardangertradition und Romantik.

Der Vater der beiden, Sven Nyhus, wird im 20. Jahrhundert als zentrale Figur in der norwegischen Volksmusik betrachtet. Auch er spielte zudem viel klassische (Orchester-)musik und schrieb Werke im Grenzbereich von Überlieferung und (europäischer) Kunstmusik in der Fasson der Wiener Klassik, zwischen 1979 und 1982 etwa die drei Stücke für Hardangergeige solo, die Åshild (*1975) hier eindringlich interpretiert, dabei geschickt die Genregrenzen transzendierend. Eine hervorragend durchdrungene Interpretation, wie sie vermutlich nur sehr mit dem Geist des Urhebers verbundenen Musikern gelingen kann.

Dritter Teil der CD ist Johan Kvandals (1919–99) Ende der Siebzigerjahre entstandenes Quintett für Hardangergeige und Streichquartett. Das famos arrangierte, zweisätzige Werk aus dem Jahr 1978 verdichtet in gut 12 Minuten auf schillernd fantasievolle Weise einen eigenen Zugang zur lokalen Hallingdal-Folklore, jedoch sublim durchdrungen von europäischer Romantik. Ein kleines Werk, das wie aus der Zeit gefallen wirkt, 1978 wie heute, und gerade deshalb ein Schlaglicht auf den quasi unbekannten Komponisten wirft, dessen Œuvre es, wie auch das vorzüglich und mit reichen Informationen verfasste Beiheft zu verstehen gibt, unbedingt (wieder) zu entdecken gilt. (ijb)



Siehe auch:
Ingfrid Breie Nyhus
Ingfrid & Åshild Breie Nyhus: Edvard Grieg
Benedicte Maurseth
Anne Hytta

Johan Halvorsen: Halvorsen · Kvandal · Nyhus: Hardanger fiddle in art music



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