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Alle Rezensionen zu The 69 Eyes
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Back In Blood
(2009, Nuclear Blast 2736123-972)

Besser als erwartet brettern The 69 Eyes mit dem eröffnenden Titeltrack los: »Back In Blood« rockt, völlig befreit von Jyrkis gewohnt künstlich-tiefem Geknödel sowie jeglichem Gothic-Pop-Kleister. Fast weht hier ein Hauch »SAVAGE GARDEN« – aber auch ein Hauch Mötley Crüe. Das nachfolgende, immer noch rockige »We Own The Night« streift ein zarter Hauch von Backyard Babies »Star War« (»MAKING ENEMIES IS GOOD«). Damit ist bei dem Finnenfünfer aber erst mal die Luft raus – und alles beim Alten: Die folgenden, erneut gezwungen geknödelten »Dead / Undead / Blood«-Stücke plätschern schal(ala) vorbei. Da hilft selbst das insgesamt starke Soundgewand nicht mehr.

Mit der mitsingtauglichen Single-Auskopplung »Dead Girls Are Easy« verfeuern die Helsinkier ihr Pulver endgültig. Nur »Some Kind Of Magick« lässt nochmals aufhorchen; allerdings nur dank der von »Tempel Of Love« (Sister Of Mercy) plump »geliehenen« Tonläufe. Punktabzug. Beim finalen »Eternal« versuche ich schon gar nicht mehr herauszufinden, an wen oder was es mich erinnert. Halbwertszeit der Scheibe? Nicht länger als die einer offenen Packung Milch. (nat)



Siehe auch:
Backyard Babies
Gothic Spirits 10


Zum Artikel über The 69 Eyes

The 69 Eyes: Back In Blood

Offizielle Website

Offizielle Website      www.69eyes.com

   

The Best Of Helsinki Vampires
(2 CDs, 2015, Nuclear Blast -)

Fast zwei Stunden währt das Best Of-Spektakel der selbsternannten Helsinki Vampires um Fronter Jyrki69. Die Doppel-CD beginnt mit dem letzten größeren Hit der 69 Eyes: »Lost Boys« vom 2007er-Werk »ANGELS«. Es folgen Schlag auf Schlag diverse mehr oder minder bekannte Stücke wie »The Chair«, »Brandon Lee« oder »Never Say Die«, die den Hörer querfeldein durch die bisherigen zehn Studioalben führen.

Und sogar ein Stück mit Gasttätowiererin, pardon »-sängerin« Kat von D hat sich zwischen die insgesamt 28 Lieder geschmuggelt: Gab’s für ihren Beitrag auf »Rosary Blue« wenigstens ein Gratis-Tattoo? Wer alle Alben von »WASTING THE DAWN« (1999) über »BLESSED BE« (2000) bis zu »BACK IN BLOOD« (2009) besitzt, braucht diese Zusammenstellung nicht. Wer gern zu viel Geld verjubelt, kann sich gleich noch die drei Neuauflagen von »DEVILS«, »ANGELS« sowie »PARIS Kills« zulegen: Die brachten die Finnen zeitgleich als Special-Edition mit je drei Bonustracks auf den Markt. (nat)

   

X
(2012, Nuclear Blast NB2872)

Jungs … wie lange wollt ihr euch noch selbst kopieren? Der Opener »Love Runs Away« könnte von jedem andren Album der 69 Eyes stammen; rein zufällig eröffnet er »X« (das wievielte Album ist dies wohl …). Auch »Tonight« bleibt alles beim Alten (ein groovendes »Lost Boys« für Arme, siehe »DEVILS«), mal wieder sind die selbsternannten Hellsinki Vampires (Back In) »Black«, hoffen die passende Gefährtin zu finden (»If You Love Me The Morning After«) bevor sie mit »Red« den (musikalischen) Tiefpunkt erreichen.

»I Love The Darkness In You«, welch Überraschung, in »Borderline« verlangt Jyrkis künstliches Zeitlupengeknödel dem Masterer Höchstleistungen ab, schließlich heißt es »I'm Ready« (ich auch), die Scheibe leider noch nicht, doch nach »I Know What You Did Last Summer« und »When A Love Comes To An End« ist sie es endlich. Kurz gesagt: Jyrki knödelt permanent penetrant künstlich, Parkuhr-Jussi klopft in eins-Arm-hoch-zwei- drei-Arm-hoch-vier-Manier aufs Drumkit, während die immergleichen Melodien um sie herum wabern. 41 Minuten lang. Seufz. (nat)

   

Angel
(2007, Virgin/EMI 0946 388492)

»Überraschenderweise« folgt auf »DEVILS« anno 2004 »ANGELS«. Die Engel schließen sich den Teufeln an, auf den bekannten, ausgelatschten Pfaden: Jyrki knödelt wie gewohnt gezwungen tief zu Düsterrock. Beim Refrain des zweiten Song »Never Say Die« schaffen es die 69 Augen erneut, sich selbst zu kopieren; wir kennen einige Passagen schon von »Lost Boys«.

Insgesamt geben sich die Finnen etwas rockiger, etwas weniger Gothic-lastig als zu früheren Tagen – aber reisen noch nicht zurück bis zu »SAVAGE GARDEN«. Druckvoll produziert, anständig gespielt, aber ohne Überraschungen bleibt der Silberling Mittelmaß. Wer sich gerne kalten Kaffee in der Mikrowelle aufwärmt, dem schmeckt auch dieser mehrmalige Aufguss. Wohl bekomm's. (nat)



Siehe auch:
Gothic Spirit 7
Gothic Romance 2

   

Devils
(2004, Virgin/EMI 863631-2)

Alles ist relativ. Als ich die Single »Lost Boys« in Finnland zum ersten Mal hörte, dachte ich »okei«. Seit ich das komplette »DEVILS«-Album kenne, denke ich »wow!«. Die Finnen haben es geschafft, sich selbst zu kopieren. Frei nach dem Motto "wir schmeißen das Beste und Schlechteste von »PARIS KILLS« plus »BLESSED BE« in einen Topf".

Ergebnis: ein lauwarmes Gothic-Pop-Süppchen – Rock wäre geschmeichelt, von »Lost Boys« abgesehen. Es finden sich nur die üblichen Zutaten wie Totenglocken, Frauengeseufze, mehrfaches »Beibi«-Hauchen sowie Jyrkis wiederholt gescheiterte Versuche, den 69 Eyes einen Hauch von Sisters Of Mercy zu verpassen. Da rettet selbst Jussis Beinahe-Strip im Booklet nichts mehr. (nat)

   

Framed In Blood – The Very Blessed Of
(2003, Poko Records/EMI 7243.592485.2)

Freunde der Nacht, Vampirellas, schwarze Geschöpfe – seid ihr bereit für »The Very Blessed Of The 69 Eyes«? All ihre großen Hits reihen sich aneinander: Vom »Velvet Touch« geht's über »The Chair« via »Wasting The Dawn« direkt zur Zielgruppe »Gothic Girl«. Da fallen Songs wie das verzerrte »Call Me« oder der hardrockige »Babysitter« ganz schön aus dem Rahmen.

Eine Frage bleibt: Warum nur müssen Bands französisch singen, obwohl sie der Sprache nicht mächtig sind? Im Fall der 69 Eyes sorgt das für unfreiwillige Komik – oder mag Jyrki Männer wirklich so sehr? »Ce soir tu es à moi, mon cheri« haucht er in »Dance D'Amour« ins Mikro, na denn: Viel Spaß Jungs! (nat)

   

Paris Kills
(2002, Roadrunner 618435-2)

Mit »PARIS KILLS« schließen die finnischen Düster-Rocker die Trilogie ab, die sie 1999 mit »WASTING THE DAWN« begannen und 2000 erfolgreich mit »BLESSED BE« fortführten. Der Opener »Crashin' High« zeigt die Marschrichtung an: Statt dichter Gitarrenwände hört man neben dem Gesang von Jyrki 69 viel Keyboard und opulenten Chorgesang.

Fans werden nicht enttäuscht sein, denn die Gitarren sind nicht wirklich weniger geworden. Sie klingen nur weniger dominant, eher homogen eingebettet in Keyboards und Gesang. Zudem hat »PARIS KILLS« wieder einige Clubhits am Start: Neben der Single »Dance d'Amour« dürften auch »Crashin´ High«, »Don't Turn Your Back On Fear« und »Betty Blue« für volle Tanzflächen sorgen. (chd)

   

Blessed Be
(2000, Roadrunner 618514.2)

Das Quintett startete mit sleazigem Hardrock, der sich damals noch stark an den Stooges und Motörhead orientierte. Doch dann kam das zweite Album »BLESSED BE«, und dank des Sängers Jyrki 69 mit seiner dunkel röchelnden Wave-Stimme weht über dem Rock-Treiben nun eher ein modriger Gruftie-Duft mit Hit-Potenzial. Denn wer die volle Noise-Dröhnung erwartet, liegt falsch – den Finnen gelingt es mühelos, ihre hart geschmiedeten Riffs mit äußerst prägnanten Melodien zu umkleiden.

Das Ergebnis erinnert an eine Seventies-Horror-Ausgabe von »Enter Sandman«. Apropos Horror: Bei Songs wie »Brandon Lee« oder »Graveland« hört man förmlich Fledermäuse um die Boxen flattern. The 69 Eyes machen's möglich, dass auch AC/DC- und Guns'N'Roses-Fans künftig finnischen Gothic hören könnten. Und HIM-Fans sowieso, denn auch hier haucht Valo gelegentlich ins Mikro. (peb)



Siehe auch:
HIM
The Skreppers
Verschiedene: Suomirokkia 8

   

Wasting The Dawn
(1999, Roadrunner 618636-2)

Was ist der Unterschied zwischen Type O'Negatives Frontmann aka Porno-Peter und Jyrki69? Abgesehen von der körperlichen Überlegenheit des Ersteren – zwei Meter Muskelmasse – segnete ihn die Natur mit einer stockdunklen Stimme. Jyrki69 gibt zweifelsohne sein Bestes, um es ihm gleichzutun. Doch büßt seine Stimme durch diese künstlich erzwungene Tiefe merklich an Volumen ein, schade.

Viel Verzerrung, dreckiger Klang, straight ohne Schnörkel: »WASTING THE DAWN« stammt aus den rockigen Zeiten der Vielaugen – und ihre heutigen Fans würden es, bis auf den Titelsong, vermutlich nicht mal mit der Kneifzange anfassen. Doch dafür ist Ville Valo – der bei einigen Songs den Background singt – im Video zum Titeltrack kurz zu bewundern. (nat)

   

Savage Garden
(1995, Gaga Goodies GGOD-30)

»Glamrock mit Horror-Aroma« titulieren die Finnen den Stil ihre Anfangsjahre. Noch als Ramones-Verschnitte in schwarze Bikerjacken gehüllt, bieten sie dreckigen Garagen-Gitarrenrock dar, zuweilen im Stile von AC/DC: »Smashed'N'Trashed« erinnert stark an den »TNT«-Song der Australier.

Bei »Wild Talk« hat sogar Hanoi Rocks' Andy McCoy einen Gastauftritt an der Klampfe. Was heute davon bleibt: Die schwarzen Klamotten, einige rockige Hits wie »Tang« und »Ghettoway Car«, oder »Velvet Touch«, das eher »Gothic Touch« heißen müsste und bereits in ebendiese Richtung weist – tja, und wo ist eigentlich Jyrkis Stimme von damals geblieben? (nat)



Siehe auch:
Hanoi Rocks
Andy McCoy



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