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Alle Rezensionen zu Eivør (Pálsdóttir)
(Genre »Pop«, Land »Färöer«)

 

Bridges
(2015, Tutl SHD 155)

Ziemlich elfenhaft schwebt Eivør zu uns: ihre glockenreine Stimme steht über ruhigen Sounds, manchmal wabert es geheimnisvoll. Durchaus düster sind auch Eivørs Themen, sie schreibt über Trennung in »Remember Me« und »Faithful Friend« gleich zu Beginn, über Einsamkeit in »Purple Flowers«. »I’m On My Way To Somewhere, I Don’t Know Where« singt sie, musikalisch jedoch weiß sie genau wohin.

Eivør kreiert einen ganz eigenen Klangkosmos aus ihrer akustischen Gitarre und viel Elektronik, dabei hat ihr Høgni Lisberg (auch dr) geholfen. Dazu bewährte Kräfte wie Mikael Blak (b), Tróndur Bogason und Magnus Johannessen an diversen Tasten, gelegentlich kommen Violine und Cello dazu – alles wohl dosiert, versteht sich. Gitarre und Elektronik: Wärme trifft Kühle, daraus entsteht Stimmung und Spannung. Verziert mit klanglichen Delikatessen, kleinen Gimmicks aus der Dose und Kieksern aus den Stimmbändern. Vor allem findet sie ganz zauberhafte Melodien. (tjk)

 Eivør (Pálsdóttir): Bridges

Offizielle Website

Offizielle Website      eivor.com/

   

Slør
(2015, Tutl/Cargo)

2015 war ein besonders produktives Jahr für Eivør: Die färingische Chanteuse hat gleich zwei neue Alben vorgelegt. Beide sind ungefähr zeitgleich entstanden. Der entscheidende Unterschied: Auf »BRIDGES« singt Eivør auf englisch, auf »SLØR« in ihrer Muttersprache. »Die Songs kamen oft paarweise, sodass ich es im Gefühl hatte, dass sie zusammen gehören, aber die Dinge aus verschiedenen Perspektiven sehen«, sagt die Musikerin zu ihren Spiegelbild-Alben. So entstand die Idee, zwei unterschiedliche Tonträger aufzunehmen: Einen fürs Dunkel und einen fürs Licht. Während »BRIDGES« mehr Songs über Isolation enthält, geht es in »SLØR«, darum sich an einem sicheren Ort zu befinden.

Und so kommt es, dass das auf Färingisch eingespielte Album fast noch intensiver wirkt. Stilistisch ähneln sich die beiden Scheiben in ihrem gelungenen Mix aus Singer-Songwriter-Elementen und intelligenten Elektronika. Und keine Angst: Von Heimeligkeit kann auf »SLØR« keine Rede sein: Denn Eivør besinnt sich hier in ebenso feinen wie wilden Songs wie »I Tokuni« darauf, dass das Geheimnisvolle eben auch zur Heimat gehört. Von wegen brave Elfe! (emv)

   

Room
(2012, Tutl SHD 145)

Weniger elfenhaft als sonst klingt Eivør hier, auch der Klangraum ist opulenter als sonst. Mehr Tempo, mehr Theatralik. Weniger subtile Gitarren, dafür ein kräftiges Klavier. Ein richtiger Energieschub rauscht aus den Boxen, in »Night’s Body« etwa. Insgesamt ist »ROOM« sehr stimmig.

Noch mehr Elektronik als sonst fährt sie hier auf, das schadet zumindest hier keineswegs. Die Songs sind allesamt recht griffig, fast kann man ihr eine Annäherung an den Mainstream attestieren. »Far Away« hingegen ist ein unwiderstehliches Lied, mit feinen akustischen Gitarren und typischer Eivør-Melodieführung, an die wir uns schon so gewöhnt haben, die wir wirklich sehr schätzen. Und dann kommt auch wieder so ein unvergleichbarer Heuler über mehrere Oktaven, und man erkennt: Die gibt’s nur einmal, die ist unverwechselbar. Gut so. (tjk)

   

Live
(2009, Tutl/Nordic Notes SHD125)

Dies ist kein ganzer Konzertmitschnitt, sondern eine Kollektion von Aufnahmen, die Eivør im Laufe ihrer Karriere auf der Bühne oder im Radiostudio gemacht hat und die ihr selbst besonders am Herzen liegen. Nachdem die gute Elfe die musikalischen Stile und Umgebungen ziemlich schnell wechselt, erscheint die CD zunächst reichlich zusammenhanglos und unausgegoren.

Aber man kann, man muss das anders sehen: Eivør hat ganz bewußt auf Kontraste gesetzt und sorgt beispielsweise gleich am Anfang für Erstaunen: »Min Móðir« kommt mit Band, auf »Where Are The Angels« spielt nur Gitarrist und Komponist Bill Bourne, im folgenden »Frostrósir« steht sie vor dem isländischen Symphonieorchester. Die verbindende Klammer ist ihre Stimme, und auf allen Stücken ist sie so grandios, wie sie eben ist. Zu Tränen rührend ist der Rausschmeißer: »Death Is Not The End« sollte sich dessen Autor Bob Dylan mal anhören.

Fazit: ein paar ganz grandiose Songs, einige gute und auch ein paar verzichtbare. (tjk)

   

Eivør
(2004, 12 Tonar 12T010)

Für diese CD hat sich Eivør Pálsdóttir den kanadischen Folkmusiker Bill Bourne als Produzent und Gitarrist geholt, gelegentlich singt er auch mit (»If I Needed You« von Townes Van Zandt erreicht im Duo gesungen fast dessen Tiefe), vor allem hat er kluge und behutsame Arrangements besorgt, die die selben Musiker aus Island wie schon auf »KRÁKAN« spielen.

Auf »EIVØR« verbindet sie färöische, traditionell klingende Lieder, etwa das nur von einer Trommel begleitete »Trøllabundin« (dt.: »Verhext«), und englischsprachige Songs, die zwischen Folk und Country angesiedelt sind (herzallerliebst »Only A Friend Of Mine«) durch Songs in isländischer und schwedischer Sprache, die sich musikalisch zwischen diesen Polen befinden – ein feiner Trick, beim zweiten Hören wirkt das absolut stimmig. Natürlich besticht Eivør Pálsdóttir wieder mit einer mal klaren, mal kehligen Stimme – diesen Sopran vergisst man nicht. (tjk)

   

Krákan
(2003, 12 Tonar 12T001)

»KRÁKAN« (dt.: die Krähe) ist die zweite Solo-CD von Eivør Pálsdóttir, es ist kaum zu glauben, dass die Musikerin erst 20 Jahre alt war: der Ideenreichtum und die Tiefe ihrer Musik ist atemberaubend, ihre Stimme grandios. Nicht nur im Titelstück lässt sie sich und ihrer vorzüglichen Band (die Isländer Petur Gretarsson, Eðvarð Tarusson, Bírgir Bragason) Zeit, Stimmungen, Grooves zu entwickeln und voranzutreiben.

Über hypnotische Basslinien erhebt sich ihre eindringliche Stimme, aus wenigen schwebenden Gitarrenklängen befreit sich ein krachendes Solo. Schamanisch anmutende Trommeln legen in anderen Songs die Basis, etwa in »Hjarta Mitt«, das sowohl auf Färöisch wie auf Isländisch vertreten ist. Irgendwo zwischen Jazz, Rock und Folklore hat Eivør Pálsdóttir etwas ganz Eigenes kreiert. Aber sie erfindet sich ohnehin auf jeder CD neu, stilistische Grenzen sind ihr völlig fremd. (tjk)

   

Eivør Pálsdóttir
(2001, Tutl SHD 50)

Auf den Färöer Inseln ging noch einmal mehr die Sonne auf, als die damals gerade achtzehn-jährige Eivør Pálsdóttir ihre ersten Songs einspielte. Gewiss hat man auf den Schafsinseln eine rege Rock-, Jazz- und natürlich Folkszene, aber eine herausragende Sängerin – die fehlte noch. Und nun ist sie da, singt, als würde sie das schon seit den Zeiten der Besiedlung machen und als sei der raue Charme der Inselwelt, wo es im Juni noch schneien kann, in ihre Stimme geflossen.

Begleitet wird sie auf ihrem Debüt von Mikael Blak (Bass), Bún E. Dam (Gitarre) und Brandur Jacobsen (Drums), die ihr allen Raum lassen, den sie braucht. Eivør Pálsdóttir zeigt dabei gleichmäßig die zwei Seiten ihres Könnens und ihrer Heimat: den Folk und den Jazz, die sie nicht nebeneinander stellt, sondern untrennbar ineinander flicht. Kurzum: Hier ist ein ganz großes Talent unterwegs, das schon jetzt den Vergleich mit Kari Bremnes oder Marie Boine nicht scheuen braucht. (frk)



Siehe auch:
Yggdrasil
Eivør Pálsdóttir & Danish Radio Big Band
Kari Bremnes
Mari Boine



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