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Alle Rezensionen zu Helldorado
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Director's Cut
(2004, CCAP 029)

Scharfkantige Twang-Gitarren, eine Rock'n'Roll-typisch umkippende Raureif-Stimme wie bei Omar Dykes, und eine Band, die ordentlich rumpelt und lärmt. Manchmal erinnert das an melancholischen Depri-Blues, wie ihn Madrugada leider längst nicht mehr zustande bringen; manchmal an von grausamen Streichern begleitete Morricone-Soundtracks, manchmal an sich schier überschlagenden High-Speed-Punk-Rock'n'Roll mit Referenzen bei Iggy Pop, Jon Spencer's Blues Explosion oder den Beasts Of Bourbon.

Stellt Euch einen doppelten Whisky vor, dazu ein scharfe Pampe aus Schinken und Bohnen; in der Luft liegt der Geruch von Leder, Schweiß und Pistolendampf, der noch aus der Mündung Deiner 45er qualmt. Du bist in einem Film von Quentin Tarantino, in einer grausamen, harten und leidenschaftlichen Welt; auf der Suche nach Liebe, die Du niemals finden wirst. Den Soundtrack zu dieser Welt fabriziert ein vielversprechendes Quartett aus Stavanger, bei dessen Publikum Jungs verstört nach Hause gehen und nur die Männer bleiben werden. (lha)



Siehe auch:
Madrugada

 Helldorado: Director

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.helldorado.no

   

Bones In The Closet
(2013, CCAP/Cargo)

In diesen Gitarrenkästen stecken garantiert Maschinengewehre! Helldorado geben mit »BONES IN THE CLOSET« in bester eigener Tradition mal wieder ein Bewerbungsschreiben bei Quentin Tarantino ab, er möge diese Vintage-Texicana-Tracks doch bitte demnächst als Soundtrack in seinem nächsten Film verwenden. Die Sombrero-Haudegen aus Trondheim zelebrieren in ironischer Schwärze knochentrockenen Desparado-Rock zwischen Italo-Western und Sixties-Trashsounds. Die wortkargen Helden ihrer Songs tragen selbstredend schwarz und haben den Finger stets am Abzug. Zwölf Uhr Mittags ist hier immer!

George Clooney hat in seiner gesamten Karriere nie besser ausgesehen als in »FROM DUSK TILL DAWN«. Das wissen Helldorado selbstredend. Nichts ist cooler als diese Faster, Pussycat!Kill-Attitüde». Man braust im »69 Camaro«zu Mariachi-Klängen ins Verderben, jenseits aller Erlösungsversprechen, aber man tut es mit Stil. Dabei können die Herren der unbewegten Gesichtszüge in intensiven Racheballaden wie »Johnny´s Song« schwelgen. Nur dumm, dass die ungetreue Frau hier politisch völlig unkorrekt auf der Strecke bleibt. (emv)

   

The Ballad Of Nora Lee
(2005, Glitterhouse/Indigo GRCD 633)

Helldorado wandeln auf ausgetretenen Pfaden. Da, wo Django, Gringo und Morricone umherschlichen, entwerfen sie mächtige Bilder und bizarre Geschichten um Todgeweihte, Duellanten und Frauen in rosa Röcken, so bitter wie süß, die den Hörer mit schwielenbedeckten Geisterhänden in die amerikanischste aller klischeeüberfrachteten Westernlandschaften entführen: jenem Ort zwischen einsam klappernden Tönen, zwischen berauschten, orchestralen Klängen und dem Nachhall der Pfeifenorgel, der die Nacht erschrecken lässt. Wo schallende Machiachi-Trompeten die Revue-Shows in schlecht beleuchteten Etablissements eröffnen und die Kakteenstacheln in den müden Füßen nicht mehr schmerzen lassen.

Helldorado spielen die komplette Klaviatur ihres Könnens aus und glänzen mit ernsthaften Americana-Sounds, die heller strahlen, als das Original. (maw)



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