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Alle Rezensionen zu Garmarna
(Genre »Folk«, Land »Finnland«)

 

6
(2016, Westpark 87319)

Gut 15 Jahre nach der letzten CD hatten nur unbeirrbare Optimisten mit einer neuen CD der einstmals stilbildenden Folk-Mittelalter-Rock-(Elektro)-Band Garmarna gerechnet, obwohl sie seit 2013 gelegentlich auf Festivals spielten und eine Neubelebung sich andeutete. In kompletter Urbesetzung startet das schwedische Quintett nun durch. Und man sollte kaum glauben, dass sie so lange Pause hinter sich haben.

Weg sind Nyckelharpa und andere traditionelle Instrumente, auch die akustische Gitarre liest man eher im Booklet als dass man sie mit den Ohren wahrnimmt. Stefan Bristand-Ferners Violine kommt besser durch, insgesamt bestimmen jedoch Samples, Synthies und diverse elektronische Soundelemente den Klang – und natürlich Emma Härdelin, deren Stimme nichts an Strahlkraft eingebüßt hat. Hart und rockig waren sie schon früher, jetzt drängen sie auf den Dancefloor mit knackigen Grooves und eingängigen Melodien, beispielsweise mit »Nåden«. Textlich sind sie aktuell und kritisch, ziemlich düster obendrein. Im grandiosen Opener »Över Grånsen« hilft die Rapperin Maxida Märak, in »Öppet Hav« singt Thåström mit. Die lange Pause tat der Band offensichtlich gut, sie haben in der Zwischenzeit ihren Sound in dieses Jahrzehnt katapultiert. Ein großer Wurf! (tjk)

 Garmarna: 6

Offizielle Website

Offizielle Website      www.garmarna.com

   

Garmarna
(2003, Westpark/Indigo WP87096)

Eine Ausgrabung aus der Frühzeit: Sechs der 13 Songs auf »GARMARNA« entstanden als Demo - aufgenommen noch im Trio, also ohne Jens Höglins Perkussion und Emma Härdelins Gesang. Trotz ermüdender Längen erlebt man bereits den rauen Charme der drei Instrumentalisten auf Drehleier und Gitarren.

Die restlichen sieben Lieder stammen von der ersten EP 1993, bei der schon Emma Härdelin zu hören ist. Nahezu alle Songs überarbeiteten Garmarna später und nahmen sie in aktuelleren Versionen erneut auf. Gerade deshalb ist ein Vergleichshören mit diesen ersten musikalischen Zuckungen der heute etablierten Folker höchst lehrreich. (peb)

   

Hildegard von Bingen
(2001, Westpark/Indigo WP 87081)

Die gegen Ende des ersten Jahrtausends tätige Hildegard von Bingen beflügelte schon viele historisch interessierte Musiker. Denn die Äbtissin eines Benediktinerklosters profilierte sich nicht nur als Schriftstellerin und Ärztin, sondern komponierte auch fortschrittliche Gesangsstücke.

Garmarna widmen Bingens Musik ein ganzes Album. Das Ergebnis: typisch harscher Garmarna-Folk, inszeniert mit Drehleier, Violine und - diesmal besonders präsent im Vordergrund - Drum&Bass-ähnlichen Loops, die bei aller Aufgeschlossenheit die alten Melodien einfach zu sehr »zersäbeln«. (peb)

   

Vedergällningen
(1999, Westpark/Indigo WP87061)

Wohl keine andere schwedische Band – außer vielleicht Hedningarna – schafft es, mittelalterliche Volkslieder so zeitgemäß zu interpretieren. Mit »GUDS SPELEMÄN« gelang ihnen auch hierzulande endlich der Durchbruch, doch das drei Jare später folgende Album »VEDERGÄLLNINGEN« setzt noch eins drauf: Garmarna peppen den herben Klang von Leierkasten, Maultrommel und Violine mit der rockigen Wucht von Breakbeat-Drums, verzerrter E-Gitarre und Synthesizer auf.

Die blutrünstige Sage vom Dieb Brun und einer entführten Jungfrau etwa hinterlegen die Schweden mit tieffrequent blubbernden Sounds, die an das Geräusch von aufbrechendem Eis erinnern: Es sträuben sich einem die Nackenhaare, wenn Emma Härdelin erzählt, dass die Jungfrau tatsächlich Jungfrau bleibt, da sie Brun mit ihren Zopfbändern im Schlaf fesselt und dann erdolcht ... (peb)



Siehe auch:
Triakel
Emma Härdelin, Katarina Hallberg, J. Hertzberg
Hurdy-Gurdy
Wolfgang Meyering

   

Guds Spelemän
(1996, Westpark/Indigo WP 87046)

Schwedischer Folkrock mit der Betonung auf ROCK - so werden mittelalterliche Mythen lebendig. Wie schon auf »VITTRAD« entwickeln die Schweden aus Sundsvall den Brückenschlag zwischen Altertum und Hightech, zwischen Compter und Drehleier, zwischen Samples und Maltrommel.

Prägend agiert dabei besonders Sängerin und Violinistin Emma Härdelin, die zunächst nur als Gastsängerin zugange war, danach jedoch fest in der Band hängen blieb. Ihre Stimme und Jens Höglins kräftige Rhythmusarbeit injizieren den Garmarna-Songs - einer Mixtur aus traditionellen Volksliedern stilecht nachkomponierten Eigengewächsen - einen puren Adrenalischub. (peb)

   

Vittrad
(1995, Westpark/Indigo WO 87042)

Das erste richtige Album der Folk-Erneuerer öffnete Türen - der Band ebenso wie der schwedischen Volksmusik. Nach der traditionell gehaltenen EP experimentierte Garmarna erstmals mit einem Sampler und wuchtigen Power-Drums, was dem mittelalterlich-rauem Charme der Lieder ein modern aufgemotztes Outfit verlieh.

Zum Beispiel »Den Bortsålda«: Hier verwendete die Truppe ihren ersten Drumloop - laut Stefan Brisland-Ferner »ein simpel-zeitloser Kraftwerk-Beat«. Aus heutiger Sicht klingt das freilich alles etwas zahm und bemüht, doch Garmarna stellten hier die Weichen für spätere Meister-CDs. (peb)



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