Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle DVD-Rezensionen zu Björk
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Medúlla Special – Double DVD Edition
(2005, One Little Indian/Universal 9868397)

Wenig Künstler verfolgen ihren Weg so kompromisslos wie Björk ... und haben auch noch Erfolg damit. Ihr Album »MEDÚLLA« realisierte die Isländerin nur mit Stimmen, und manch einer mag sich gefragt haben, wie das alles gemacht wurde. Antwort liefert diese Doppel-DVD, deren Betrachtung von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend wie ein Krimi ist.

Gebrauchsanweisung: Zunächst höre man am besten noch einmal konzentriert das Album an. Wer das nicht ohnehin im Schrank stehen hat, kann dies hier noch mal in hochwertigem Dolby-Surround tun. Dann lässt man sich von der 45minütigen Doku »The Inner Or Deep Part Of An Animal Or Plant Structure« über die Entstehungsgeschichte des Albums informieren, worin nicht nur Björk selbst bereitwillig Auskunft gibt, sondern auch die Vokal-Zauberer Rahzel, Dokaka oder Mike Patton in Aktion zu bewundern sind, in verteilten Studio-Schauplätzen wie New York, London, Reykjavik, den Kanarischen Inseln und Salvador.

Dann wechsle man zur zweiten DVD mit den drei Musikvideos zu »Oceania«, »Who Is It« und »Triumph Of A Heart«, die als wahre visuelle Meisterwerke immer wieder neue Details offenbaren. Daran anschließend empfiehlt sich – neben zwei weiteren Bonus-Videos zu den Nummern »Desired Constellation« und »Where Is The Line« – der halbstündige »Behind The Scenes«-Film zum Dreh von »Triumph Of My Heart«.

Jenes von Spike Jonze gedrehte Video fußt auf dem isländischen Mythos von der Katze, die sich um den vernachlässigten Hof kümmern muss, während der Ehepartner durch die Bars zieht. Die Statisten in der Kneipe – überwiegend Künstler und Björks Freunde – geben dem Song durch sehenswerte Gesangseinlagen ein völlig neues Gesicht. Eine Maßstäbe setzende Musik-DVD. (peb)



Siehe auch:
Björk (CD-Rezension)

 Björk: Medúlla Special – Double DVD Edition

Offizielle Website      www.bjork.com

 

Biophilia Live
(2014, One Little Indian/Cinema Purgatorio)

»Biophilia« erschien im Oktober 2011 mit großem Brimborium, in diversen preislich intensiven Luxuseditionen und als »bahnbrechend« vermarktet, wurde von der Kritik zumeist als (über-)ambitioniertes, aber auch überkandideltes Comeback besprochen, von vielen Fans und Allgemeinheit allerdings zumeist lauwarm aufgenommen. Keine der Melodien konnte sich in Erinnerung halten, und auch nach vielfachem Hören konnten allenfalls Hardcore-Fans die Songs benennen oder auseinander halten. Zwei Jahre später, die kostspielige Tour zum Album wurde teils verhalten, teils ratlos aufgenommen, ließ Björk den Tourneeabschluss im Londoner Alexandra Palace filmen und im Frühjahr 2014 als Konzertfilm in die Kinos bringen.

Schließlich erschien unter dem Albumtitel »BIOPHILIA LIVE«, wahlweise als 3xLP+1DVD, 2xCD+1DVD oder 2xCD+Blu-ray, Björks bereits 12. Video-Album. Es ist zugleich ihr 6. offizielles Live-Album zum (nach offizieller Zählung) 7. Studio-Album (nur zu »Medúlla« gab es kein Livealbum). Leider liegt uns zur Besprechung nur ein komprimierter Vimeo-Link in mittelmäßiger Bild- und Tonqualität des 96-minütigen Konzertfilms vor, weshalb die Besprechung der restlichen Elemente des Albums und eine angemessene Würdigung des Gesamtpakets außen vor bleiben muss.

Wikipedia verrät, dass der Film unter der Regie von Nick Fenton (der auch die Montage verantwortete) Peter Strickland entstand. Letzterer trat bereits mit drei, von einigen verehrten, von anderen mit Indifferenz gestraften Filmen in Erscheinung: »Katalin Varga« (2009), »Berberian Sound Studio« (2012) und zuletzt »The Duke of Burgundy« (2014). Die Bilder fing der versierte Kameramann Brett Turnbull ein. All dies verspricht einen beeindruckend originellen und ambitionierten Konzertfilm, doch das Ergebnis ist verwunderlicher und enttäuschender Weise in erster Linie eine weitere konventionelle Konzertaufzeichung mit ein paar hübschen Naturbildern und einer von David Attenborough gesprochenen Begrüßung. Das wird vor allem die Fans erfreuen, vermag darüber hinaus jedoch nicht allzu viel Faszination auszulösen.

Der größte Anreiz des Films liegt sicher darin, dass sich all jene, die sich die hochpreisigen Tickets der Tournee nicht leisten konnten, eine gute Ahnung der Show nach Hause (oder in den Kinosaal in Reichweite) holen können. Damit erfüllt »BIOPHILIA LIVE« mit Sicherheit seinen Zweck, mit abgefahrenen Projektionen reizvoll anzusehender Visuals aus Mikrofauna, Milchstraßen, Vulkan- und Ozeanwelt, mit makellos dargebotenen Performances der Mitwirkenden, inklusive dem eindrucksvollen Chor, und studiomäßig cleanem Sound. Als Dokument fein, als Konzertfilm leider ein nicht eingelöstes Versprechen, besonders in Anbetracht der Möglichkeiten und Björks Ambitionen. (ijb)

 Björk: Biophilia Live

Offizielle Website      www.bjork.com



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel