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Alle Rezensionen zu Stian Westerhus
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

The Matriarch and the Wrong Kind of Flowers
(2012, Rune Grammofon/Grappa RCD2133)

»What the F...?« könnte einem in den Sinn kommen bei Stian Westerhus' drittem Soloalbum. Was geschieht hier eigentlich? Wie macht dieser Typ das? Ist das noch Musik oder doch viel eher eine Klanginstallation, die man von CD kaum noch angemessen würdigen kann? Der Gitarrist überrascht uns ja nicht zum ersten Mal. »Pitch Black...« war/ist ein höchst intensives, lange nachwirkendes künstlerisches Statement höchster Kompromisslosigkeit, rauh, kantig, aufreibend und oft explosiv. Und jetzt das: Gedehnte, an Streicherensembles oder Pink Floyd erinnernde Weltraummusik.

Aufgenommen wurde im Vigeland-Mausoleum in Oslo, bekannt für zwanzig Sekunden langen Hall. Und so hören wir zu, wie sich der Klang langsam im Hall verflüchtigt, wie Westerhus Stimme und Gitarre zu einem Instrument verschmilzt und alleine ein ganzes Orchester zusammenbaut. Geisterhaft ist dieser Kosmos nach wie vor, aber - vom schneidenden Bohrmaschinensound im abschließenden »The wrong Kind of Flowers« abgesehen - weniger aggressiv und krachmachend als zuletzt; fast schon melancholische Kontemplation. Das schwebende Gegenüber zum irritierend unruhigen Vorgängeralbum. Stian Westerhus lotet weiter die Möglichkeiten eines Instruments aus, dessen Klangpalette doch schon erschöpft schien. Er zeigt uns, dass es noch Ungehörtes gibt, und natürlich klingt das wieder ganz anders, als wir ihn kannten. (ijb)



Siehe auch:
Puma
Nils Petter Molvær Trio

Stian Westerhus & Sidsel Endresen


Stian Westerhus: The Matriarch and the Wrong Kind of Flowers

Offizielle Website      www.stianwesterhus.com

   

Pitch Black Star Spangled
(2010 , Rune Grammofon /Cargo RCD 2099 )

Im Titeltrack dieses ebenso anstrengenden wie faszinierenden Solo-Albums kann man, wenn mal will, nachvollziehen, wie Stian Westerhus' Selbstverständnis als Gitarrist ist. »Pechschwarz Sternenbesetzt« könnte man den Titel übersetzen – und dann die Assoziationsräume sich öffnen lassen: zum Weltraum, zu Jimi Hendrix' jaulender Dekonstruktion der amerikanischen Nationalhymne – und zurück zu Westerhus' Version, die wie eine weitere Dekonstruktion klingt. Statt Feedbacks regiert hier das Knacken und Brutzeln kaputter Kabel und fehlerhafter Verstärker, ein unheilvolles Klangknuspern wie von akustischen Parasiten.

Das Soloalbum hat also nichts mit Gitarristen-Posing zu tun. Vielmehr nutzt Westerhus die Gitarre als Klanggenerator, um aus Verzerrungen, Fehlern und Übersteuerungen neue, vor allem nach unmenschlicher Elektronik klingende Geräusche zu produzieren. Das allerdings macht er dermaßen virtuos und mit einem solchen Sinn für Musikalität, dass man all dem Geknirsche und Gekrache tatsächlich eine ganze CD-Länge lauscht. Auch wenn's eine ganz schöne Zumutung ist. Doch immer, wenn es fast unerträglich ist, dämpft Westerhus den Ton und streichelt den Hörer mit wunderschönen Harmonie-Flächen. Pechschwarz wird es übrigens auch, wenn man die Augen schließt. Der klingende Raum ist dann im Kopf. Und da verläuft man sich doch ganz gern. (sep)



Siehe auch:
BOL / Westerhus / Snah
Jaga Jazzist

Eldbjørg Raknes




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