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Alle Rezensionen zu Kingston Wall
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

II
(1998, Zen Garden GAR 17)

Nichts anderes als ein Meilenstein. Das Trio um Mastermind und Gitarrist Petri Walli demonstriert auf dem im Original 1993 veröffentlichten »II«, wie sich eine Band künstlerisch freischwimmt und die Vorbilder aus dem 70er-Jahre-Artrock mit Kreativität , Intelligenz und Mut zum Aufbruch hinter sich lässt. Eine eigene Form entwickelt, die östliche Musikstile ohne jeden anbiedernden Ethno-Kitsch integriert. Und das zu einer Zeit, als indische Klänge ungefähr so in waren wie Glitzerjackets.

Petri Walli ist kein großer Sänger. Aber ein sehr talentierter Gitarrist von großer Souveränität und Zartheit. Und das verträgt sich mit der machohaft besetzten Rolle des Rockgitarristen. Das Trio beweist zudem Sinn für Selbstironie: Donna Summers Disco-Hymne »I Feel Love« zu covern – das muss sich eine Band mit Prog-Ursprüngen erst mal trauen. Absolut unwiderstehlich. Allein wie Schlagzeuger Sami Kuoppamäki loslegt, Walli ironische Gitarrensoli einfügt und Basser Jukka Jyli ein bretthartes und dynamisches Fundament legt: Der Griff zur Repeat-Taste kommt automatisch! (emv)



Siehe auch:
Amorphis

 Kingston Wall: II

   

Tri-Logy
(1998, Zen Garden GAR 18)

Petri Walli, Gitarrist und Kopf von Kingston Wall, ist ein Grenzgänger, der auf dem ursprünglich 1994 erschienenen Album »TRI-LOGY« dem Progressive Rock endgültig den Rücken zukehrt. Elektronische Klänge – Todsünde! – finden ihren Weg in die Songs, die Band und Hörern einiges abverlangt. Die Texte, schon auf den Vorgängeralben eher düster, verlieren sich teils in apokalyptischer Finsternis.

Ein schwieriges, intensives Album – das untrennbar mit der Biographie von Walli verbunden ist. Kingston Wall spielten 1994 ihr letztes Konzert in einem Gefängnis und lösten sich danach auf. Im Sommer 1995 stürzte sich Petri Walli, kaum 27-jährig, von einem Kirchtum in Helsinki in den Tod. Die Liedzeile »Look out world, it's time to die, no more crying in my mind« aus dem Song »For All Mankind« klingt im Nachhinein wie ein vorgezogener Abschiedsbrief. (emv)

   

I
(1998, Zen Garden GAR 16)

Kraftvoll. Selbstbewusst. Innovativ. Mit der tumben Gitarrenhelden-Pose, die manche Neo-Prog-Band kultiviert, hat das Trio Kingston Wall nichts zu tun. Auf dem ursprünglich 1992 veröffentlichten Erstling »I« sind Einflüsse von Pink Floyd und Jimi Hendrix (dem man mit einem Cover des Klassikers »Fire« Tribut zollt) noch präsent. Doch die Band schwimmt sich mühelos frei. Und ist mit ihrer kontrollierten Raserei nicht weltenweit vom Zeitgeist des Grunge entfernt.

Gitarrist Petri Walli, der viel in Asien gereist ist, integriert arabische und indische Einflüsse in die Songs. Als ausgetüftelte Unterströmung, niemals aufdringlich, immer auf raffinierte Weise passend. Die Band nimmt sich Zeit für Klangexperimente. Plötzlich scheinen Möwen zu kreischen. Prog-Schablonen werden aufgesprengt. Ein verheißungsvoller Auftakt. (emv)



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