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Alle Rezensionen zu Björn Kleinhenz
(Genre »Folk«, Land »Schweden«)

 

B.U.R.M.A.
(2009, Devil Duck Records DDUCK029)

Selbst Sommerplatten klingen bei ihm immer nach Herbst. Laubnasse Schwere steigt in die Nasen, der Geruch von leichtem Moder. Graue Wolkenverhänge umschließen das Akustik-Instrumentarium und lassen nur in jedem dritten Song die Beschwingtheit gewinnen – Herr Kleinhenz hat seine musikalischen Weichen längst gestellt. Entsprechend darf man keine großen Evolutionssprünge erwarten, justiert wurde in den Details und mit dem gefühlt überwiegenden Bandsound, der die Ein-Mann-Und-Gitarre-Armee etwas zurückdrängt.

Glücklich soll er momentan sein, aber was heißt das schon. Vielleicht, dass er nicht immer selbstversunken versucht, seine innere Balance zu finden, sondern dass er einfach unprätentiöse Geschichten erzählt, die persönlichen und nie bemitleidenswerten Charakter haben. Das große Kritikale darf man nicht erwarten, sondern unverfälschte und naturbelassene Songs (ein Trail Of Dead-Cover hat er auch eingeschmuggelt) auf seiner stärksten Platte bis dato. Melancholisch ja, bedrückend nein. (maw)



Siehe auch:
Verschiedene: Nordische Kombination
Racingpaperplanes

Björn Kleinhenz: B.U.R.M.A.

Offizielle Website

Offizielle Website      www.kleinhenz.se

   

Ursa Minor
(2015, JellyFant Records/Cargo)

Der Meister der leisen Töne schwingt sich zu exquisiter Streicherbegleitung in kammermusikalische Höhen auf. Ist das eine schlechte Nachricht für die Fans von Björn Kleinhenz, die den Schweden als Mann der kargen Töne schätzen? Nein, ganz im Gegenteil: Denn auf »URSA MINOR« sagt der Barde den rauchblauen Prärie-Melancholie keineswegs adieu, sondern öffnet sich nach Jahren des kauzigen Einzelgängertums der intensiven Zusammenarbeit mit einer Begeleitband. Die Streicher-Sequenzen hat der Meister der leisen Melancholie gemeinsam mit einem Freund augenommen. Trotz der üppigeren Orchestrierung wirken diese Songs auf sympathische Weise heimelig. Innig ist ein altmodisches Wort, aber wenn sich die Stimme von Kleinhenz im sehr feinen Track »Raymond« im Duett um eine Frauenstimme schmiegt, dann wünscht man sich den Mann sofort zum besten Freund!

Einfachheit, Klarheit und Schönheit: Das sind die Fixsterne, die am musikalischen Firmament des Singer-Songwriters stehen. Dabei hat er aber unterschlagen, dass er ein Meister der Zwischentöne ist! Zehn Songs, zehn Kleinode. Fast schon feierlich geht es bei zurückgenommenen Verlierer-Hymnen wie »Before The Ride« zu. Aber das betrunken schlingernde Barpiano von »Tågeröd Struten« ist der kleine Star dieses Albums, wenn es in dien übermütigen Modus wechselt. Die Möglichkeit des Glücks: Björn Kleinhenz will das ganz und garnicht ausschließen!

(emv)

   

Djago Brak
(2011, Devil Duck Records DDUCK037)

Die Welt entschleunigen mit Björn Kleinhenz. Den Zwischentönen nachhorchen und den leisen Loosern zulächeln. »DJAGO BRAK«, das fünfte Album des Schweden, ist in der Intimität der eigenen vier Wände in Göteborg entstanden und setzt auf entspanntes, nachdenkliches Treibenlassen. Eine Gitarre, eine Stimme. Klassisches Songwritertum. Geschickt in Szene gesetzt mittels sparsamer, aber effektiver Arrangements. Und keineswegs dröge oder betulich, sondern fein und behutsam. Mal verirrt sich ein Walzer in die Prärielandschaft, dann ist es fast südliche flirrendes Schlagwerk. Manchmal wird es sogar fast fröhlich, wie im schwerelos schwebenden »Ear to Track«.

Oder geradzu verkühlt-melodramatisch im emotionalen Höhepunkt des Albums, dem feine Spannungsbögen aufbauenden »The Paw Of Death«. Oder grenzwertpoppig in »Head Held High on Fearsome Pride« Das Album bauscht sich wunderbar auf wie die Segel eines Viermasters unter freundlichen Winden. Und gleitet dann elegant in die weite See, triumphierend. (emv)

   

Dackes Drabanter
(2010, JellyFant Records)

Es geht ums Totsein und ums Flügelausbreiten. Ums Kleinmütigfühlen und ums Stolzsein. In der taubengrau schimmernden Welt von Björn Kleinhenz sind das keine Widersprüche. Seine sechs Songs umfassende EP »DACKES DRABANTERr« kommt fein handgemacht und trotzdem elaboriert daher. Etwa wie Leonhard Cohen mit leicht erhöntem Herzschlag. Merke: In der scheinbaren Reduzierung auf Stimme und Gitarre (meistens) liegt eine stille Kraft. Aufgenommen wurde im Wohnzimmer des Göteborger Sängers. Wo sonst.

Aber so einfach ist die Sache nicht. Songs wie das innige »Deep Down Kept For You And Me« sind kunstvoll arrangierte nostalgische Preziosen. Eine sanfte Frauenstimme schmeichelt sich an wie ein Angoraschal um den Hals. Es geht hier darum, mit allersanftester Macht zu sagen: Hier stehe ich als Künstler, ich werde die Welt nicht zum Einsturz bringen, aber 24 Minuten lang ein bisschen zärtlicher machen. Dackes Drabanter war übrigens Anfang der 80er Jahre eine politische Kleinpartei, die vom Autor Sture Dahlström gegründet wurde. Ziel der Partei: Die Unabhängkeit der Mini-Region Värend in Südschweden. Bei der Wahl erhielt die Partei zwei Stimmen: Die Dahlströms und seiner Frau. (emv)

   

Quietly Happy And Deep Inside
(2008, Devil Duck Records DDUCK020)

Die Wehmut schleicht ums Haus und lässt jeden klaren Gedanken zerrinnen. Aber dieses Album ist da und wärmt dich durch die Ohren, nimmt dich an die Hand und versteht dich. Da draußen gibt es einen jungen Deutsch-Schweden, dem geht es genau wie dir. Unverstanden von seinem Umfeld, getroffen von perfidem Herzschmerz und den Tücken des Lebens.

Er verpackt seine Geschichten in promillereiche Countryballaden, in entschlackte Folksongs, die er als stiller Intimus mit seiner Gitarre einspielt. Er ist Mr. Sorgsam. So entstehen flehende Songs mir erdiger Färbung, Oden an die Freundschaft und brüchiger Melancholie, die nie zu laut wird. Dieses Album fällt neben gleichmacherischen Veröffentlichungen zwischen Boy Omega und Kristofer Åström zwar nicht auf, ist aber dennoch treuer Freund und Begleiter. Die liebevolle Gestaltung des Digipacks gibt wohlweislich die Richtung vor. (maw)



Siehe auch:
Kristofer Åström
Boy Omega

   

Pigbone 3000
(EP, 2005, als Download)

Manchmal hat auch ein einzelgängerischer Songschreiber Sehnsucht. Sehnsucht danach, das zu finden, was man sucht. Und da bekanntlich vier Augen mehr sehen als zwei, schnappt sich Björn Kleinhenz seinen Freund Pete Thompson und rumpelt los. Durch Lo-Fi-Kleinode mit magischen Augenblicken der zartbitteren Eröffnung, durch reduzierte Schrammelnümmerchen, durch schlichte Schönheit und vertonte Tristesse – immer noch ein bisschen countryesker als das Debüt.

Und in der Mitte verhallt das Notwist-Cover »Chemicals« in schemenhafter Uneindeutigkeit. Der Glanz des Profanen. Und der ist nur für jedermann kostenlos downloadbar auf der Homepage des Künstlers. (maw)

   

Trans Pony
(2004, Take One More Take Recordings TOMTCD02)

Er klingt wie einer von ihnen: Björn Kleinhenz, gebürtiger Stuttgarter. Schon in jungen Jahren zog es seine Eltern ins südschwedische Småland, und so kultivierte auch er den »Nordic Whisper«, den besonderen Stimmgestus nordischer Singer/Songwriter. Jetzt ist er Anfang 20 und sucht sein Heil im Zeichen von Herzeleid und Dauermelancholie.

Mit seiner Akustik-Gitarre hängt er Gedanken nach. Er seelenstript Liebeslieder und kleine Geschichten, deren unschuldiger Blick auf die Welt, das Leben und ihn selbst überwältigt und gefangen nimmt. Aber trotzdem bleibt der Tränenflüssigkeits-Speicher unangerührt, führt kein verzweifelter Kontrollverlust zu Scheuerflecken an den schweren Samtsesseln. Das Distanzlose wird von einer gewissen Selbstzufriedenheit in den Hintergrund gedrängt. Dennoch überzeugt die schnörkellose Eindringlichkeit, die er mal als stiller Intimus, mal mit einer unaufdringlichen Band im Rücken zelebriert. (maw)



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