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Alle Rezensionen zu Cloroform
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Cracked Wide Open
(2005, KAAA KAAA 010)

Keine Angst. Trotz der breitbeinig machomäßigen Pose auf dem Cover von »CRACKED WIDE OPEN« kommen Cloroform hier nicht als als Ohrstöpsel-zertümmernde Metaller daher. Eher als eine sehr eigenwillige Mischung aus Kiss zu ihren Glanzzeiten, dem Geist von Jim Morrison, einem Echo von Rammstein und jeder Menge roher Energie. Beim Song »Crush« schwenken sie sogar eindeutig ins Pop-Lager über. Aber dann übernehmen das treibende Schlagzeug von Borge Fjordheim und der atemlose Bass von Øyvind Storesund die Regie. Und plötzlich werden sie mit Klaviersolos von Synthie-Mastermind John Erik Kaada wieder richtig lyrisch. Und Storesund hat als Basser von Kaizers Orchestra sowieso Erfahrung mit Grenzüberschreitungen aller Art.

Irgendwann mal hört man auf, nach irgendwelchen Verweisen auf die Requisitenkammer der Rockgeschichte zu suchen, sondern genießt Cloroform in seiner anregenden Widersprüchlichkeit. Grinsend denkt man: »Und auf was kommen sie jetzt als nächstes?« Und wird prompt wieder überrascht, wenn sie zum Schluss noch mal richtig losrocken. Hut ab! (emv)



Siehe auch:
Kaada
Kaizers Orchestra

 Cloroform: Cracked Wide Open

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.cloroform.com

   

Clean
(2007, KAAA KAAA013)

Schönheit ist nicht gleichzusetzten mit Wohlklang und Schönspiel. Schönheit ist Mut, Intelligenz, Können und präzise Unberechenbarkeit, wie sie die musikalischen Berserker von Cloroform auf ihrer siebten Veröffentlichung »CLEAN« auf wunderbar widerborstige Weise zelebrieren. 19 kurze, eruptive, experimentelle Tracks, die der größeren Zugänglichkeit des Vorgängers »CRACKED WIDE OPEN« entschieden den Rücken zukehren, um sich mit lustvoller Leidenschaft dem musikalischen Außenplaneten des Universums zuwenden, wo die Einstürzenden Neubauten mit Freejazzern Händchen halten und Deathmetaller sich auf die Tanzfläche wagen und rhythmisch zu treibenden Beats zucken.

Der Bass von Øyvind Storesund läuft hier eindeutig Amok, angefeuert von den erbarmungslosen Drums von Borge Fjordheim und den unberechennbaren Synthies von John Erik Kaada. Die uns mitnehmen auf eine atonale Achterbahnfahrt in neue Welten, in denen die verschiedenen Stile ineinanderbluten und ein wunderbar anarchisches, leuchtendes Rot ergeben. Sicher ist hier nichts. Schön im bürgerlichen Sinne auch nicht. Aber herausfordernd und aufregend und unberechenbar. Großes Geschrei. Extreme Gefühle. Erstaunliche Erkenntnisse. Unbedingt schön, das! (emv)

   

Deconstruction
(2004, KAAA KAAA2)

Oh, hier liegen eure Wurzeln! Im klassischen Pianojazz! Der Einfluss von Keith Jarrett wabert wie ein Luftgeist durch »DECONSTRUCTION«, das leichtfüßigste und zugänglichste Album der drei norwegischen Bilderstürmer Cloroform, die mit dieser Veröffentlichung auf jedem konservativen Jazzfestival reüssieren könnten. Die klassische Besetzung: Piano, Bass, Schlagzeug. Wenn da nicht diese unvermittelten Ausbrüche wären! Diese augenzwinkernde Flirterei mit dem Tango etwa. Oder diese verstörenden elektronischen Störgeräusche. Oder der ironische Prohibitions-Schick im Stil der wilden 20er.

Das Piano von John Erik Kaada kommt hier sentimental daher und zeigt sich so empfindsam wie Schneewittchen kurz vor dem Wachgeküsstwerden. Bange werden muss es einem hier nur selten. Das Berserkertum von Cloroform mag kurz auf Urlaub geschickt worden sein, die beunruhigende Unterwanderung von Bekanntem und Vertrautem aber ist als latende Bedrohung stets präsent. (emv)

   

Do The Crawl
(2000, KAAA KAA006)

Cloroform klingen so, als ob die Blues Brothers das Konservatorium bis kurz vor der Abschlussprüfung besucht und dann beschlossen hätten, die Weltrevolution auszurufen. Der überraschungsfreien Schönspielwelt aller musikalischen Genres zeigt das anarchische norwegische Trio auch auf »DO THE CRAWL« mit lustvoller Zerstörungswut den Stinkefinger. Hauptsache unberechenbar!

Aus dem Weg, ihr Philister, die ihr nur die breiten Wege im Stadtpark kennt! Cloroform schlagen sich ins Unterholz, verbünden sich in den Weiten der Wildnis mit solch unerwarteten Geistesverwandten wie den Elektronik-Weirdos oder den Pekingoper-Schrägsängern, bis die Ohren schlackern. Was die Scheibe aber unerwartet vergnüglich macht, ist ihre Rhythmusbetontheit mit dem treibenden Schlagwerk von Borge Fjordheim. Unerwartet tanzbar, das! (emv)

   

All Scars
(1998, KAAA KAAA3)

Es gibt keine heilige Kuh, die Cloroform nicht aus reiner Freude an der Dekonstruktion schlachten würden. Freejazz. Experimentelle Klangspinnereien. Rock. Elektronische Grenzgängereien. Kirmesklänge. Französische Barmusik. Metallige Ausbrüche. Anarchische Bliepereien. Dass all diese disparaten Elemente, die hier abwechselnd in Form eines veritablen Hexensabbats beschworen werden, auf »ALL SCARS« ein stimmiges, aber sehr beunruhigendes Ganzes ergeben, ist das Letzte, was kulturbourgeoise Hörer erwarten würden. Und dennoch!

Dieses Torkeln zwischen den Stilen, das Cloroform zelebrieren, ist zutiefst beunruhigend. Wenn es nicht so aufregend und herausfordernd wäre! Die Keybkoards von John Erik Kaada sind kämpferische Träumer, der Bass von Øyvind Storesund ist eine disziplinierte Ein-Mann-Armee, die im Alleingang so nebenbei die Weltrevolution auslösen kann. Der unerbittliche Schlagzeuger Bjørge Fjordheim gibt uns den Rest. Bange machen gilt nicht. Gehörig durchgerüttelt werden schon. (emv)



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