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Alle Rezensionen zu Martin Lutz Group
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

In Denmark I Was Born
(2017, MLG/Gateway 04)

Empathie, Offenheit, Neugier und Liebe sind die Grundvoraussetzungen für das menschliche Zusammenleben im Großen wie im Kleinen und somit für ein glückliches Leben, meint Martin Lutz. Der in Kopenhagen lebende Pianist spiegelt dies auch in seiner Musik. Endlich wieder, muss man sagen, denn in den letzten vier Jahren war von ihm nicht viel zu hören: Nach einem schweren Ski-Unfall waren für ihn hunderte Stunden Reha angesagt anstatt Konzerte und Tourneen.

Martin Lutz hat ein ausgeprägtes Faible für einfache, zugängliche Melodien, und davon offensichtlich so viele auf Lager, dass auch auf dieser vierten CD seiner Group kein Durchhänger zu verzeichnen ist. Nach wie vor dominieren mittlere Tempi und gemütliche Grooves, nach wie vor lässt er sich von südafrikanischem Jazz inspirieren: Die Linien in »Mandela« gleich zu Beginn reichen anderen für drei Stücke, die »Party In The Village« ist relaxed bis fast behäbig – ziemlich heiß hier, oder? »Right Place, Wrong Dance« hingegen ist ein enthusiastischer Ausreißer an Energie. Lutz spielt auf »IN DENMARK …« mehr Rhodes als früher, geblieben ist die Einbeziehung von globalen musikalischen Einflüssen und die Ästhetik seiner Group mit drei Saxophonen: Jacob Rose, Jakob Skov und Mads Ole sind schon länger dabei, Lars Johnsen (Bass), Ricco Victor (Drums) und Percussionist Rune Harder Olesen sorgen für sanft pluckernde Grooves. Martin Lutz ist mal wieder ein ganz bezauberndes Album mit südafrikanisch durchwehtem Feelgood-Jazz auf hohem Niveau gelungen. (tjk)



Siehe auch:
Martin Lutz

Martin Lutz: In Denmark I Was Born

Offizielle Website

Offizielle Website      www.martinlutzgroup.dk

   

It's Swing, Not Rocket Science
(2011, Calibrated CALI 114)

Martin Lutz und seine fünf Mitmusiker setzen den Kurs ihrer vorhergehenden Platten fort: Das Beste aus der Big-Band- und Swing-Jazz-Vergangenheit, dargeboten als ob die Zeit nie vergangen wäre. Aber halt! - Diesmal gibt es Stargäste, fünf an der Zahl, und das Album, aufgeteilt in fünf Suiten, schenkt jedem Gast eine davon.

Und wenn man dann auch etwas genauer hinhört oder die CD öfter mal auflegt, entdeckt man immer mehr spannende Ecken und Kanten, Abweichungen von der bestechenden Eingängigkeit in Lutz' Kompositionen. Afrika, wie auf früheren Platten präsent durchs gesamte Programm, ist Titel und Thema der beiden Stücke mit »Special Guest« Marilyn Mazur; ein famoser Einstieg. Dann wagt die Suite »Seasons«, mit Jesper Riis an Trompete und Flügelhorn, hin und wieder einen subtilen Haken in Richtung »Free Jazz«. Für den Blick in den Norden (»North«) wurde Harald Haugaard eingeladen, der mit seiner Violine für einen volkstümlichen Einschlag sorgt. Und auch »Swing« mit dem Gitarristen Jacob Fischer, wird ihrem Titel voll gerecht.

Dieses mitreißende Sextett besteht aus sehr guten Musikern, denen nicht Virtuosentum, sondern Emotion am wichtigsten ist, und durch die unterschiedlichen Gäste wurden sie noch zusätzlich angespornt. Das hört man in fast jedem Ton. Ein tolles Konzept für ein Album, das sich immer wieder neu zu entdecken lohnt. (ijb)



Siehe auch:
Marilyn Mazur
Haugaard & Mogensen
Haugaard & Høirup

   

Where Are The Trumpets?
(2007, Calibrated CALI 041)

»WHERE ARE THE TRUMPETS, Mr Ibrahim« lautet das Titelstück komplett, und das sagt schon eine Menge aus: keine Trompeten, aber Abdullah Ibrahim (aka Dollar Brand) ist zumindest geistig präsent auf Martin Lutz' zweitem Streich.

Und wie sein unüberhörbares Vorbild hat Lutz die seltene Gabe, Jazz von geradezu ergreifender Schönheit zu schreiben. Mitsingbare Melodien (»Baby Giraffe«), feine Grooves aus diversen verwandten Stilen und Regionen, kluge Zitate (»Mango Tango« bedient sich bei »Night In Tunisia«) und zu Tränen rührende Balladen (»Farewell Niels«, wohl für NHØP) – bei Martin Lutz klingt das nie aufgesetzt, künstlich oder geplant, sondern organisch und stimmig. Zur bestens eingespielten Band mit drei Saxophonisten gesellt sich Paolo Russo, der mit Akkordeon mehr als nur Akzente setzt. You no need no trumpets, Mr Lutz! (tjk)

   

Journey Of The Sledge Dog And The Camel
(2004, Rova Records ROVA CD07)

Seit über zehn Jahren lebt der deutschstämmige Pianist Martin Lutz in Kopenhagen; aufgewachsen ist er indes im südöstlichen Afrika. Verständlich also, dass er auf seinem Debut Afrika mit Dänemark verknüpft; erfreulich, dass das Ergebnis durchweg überzeugt. In seinem Sextett hat er junge und vielversprechende dänische Musiker versammelt.

Der Titeltrack eröffnet die CD mit sanftem Groove und einer rührend einfachen Melodie und gibt somit quasi das Motto vor: Relax, listen and enjoy! »Broken Glass« erinnert mit den verschiedenen Teilen und der Big Band-ähnlichen Bläsersection fast an Count Basie. Zumindest schaffen Jacob Rose (as, ss, fl), Jakob Skov (as) und Mads Ole (ts) eine seltene Saxophon-Ästhetik und spielen schöne Soli, wobei auch hier gilt: bloß keine Hektik! Die ganze CD durchweht eine sonnige Gelassenheit, die die harmonischen Finessen hinter den schönen, im positiven Sinne simplen Melodien erst freigeben, wenn man die Sonnenbrille abnimmt. Martin Lutz schreibt und spielt Piano, als würden sich Abdullah Ibrahim und Horace Silver in Kopenhagen treffen – klar, dass da die Sonne scheint. (tjk)



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