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Alle Rezensionen zu Otomo Yoshihide & Nilssen-Love Paal
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

19th of May 2016
(2018, PNL Records 039)

Seit Jahrzehnten zählt der in Yokohama geborene Ōtomo Yoshihide (大友 良英), der im kommenden Jahr seinen 60. Geburtstag feiern wird, zu den internationalen Größen in Noise und Free Improv, die er mit teils radikalen Klängen von Gitarren, Turntables und Elektronik bereichert. Auch Paal Nilssen-Loves Freunde und Kollegen Lasse Marhaug (Jazzkamer) und Maja S.K. Ratkje (SPUNK) reisten zu Beginn ihrer Laufbahn nach Japan, um von dem produktiven und geschätzten älteren Kollegen zu lernen. In der Folge etablierten sie sich als Größen der (nord-)europäischen Noise-Szene, u.a. auch im Trio Slugfield mit Nilssen-Love. Bei diesem im Mai 2016 in Moskaus Kulturzentrum »DOM« mitgeschnittenen Duokonzert spielte Ōtomo die elektrische Gitarre, Nilssen-Love wie üblich das Schlagzeug. Lasse Marhaug zeichnet für Mix, Mastering, Fotografie und Design verantwortlich.

Nach »4 MAY 2013« ist dies bereits ihr zweites Livealbum als Duo, doch etliche weitere Kollaborationen gingen diesem voraus, etwa die Trioplatte »EXPLOSION COURSE« (2013) mit Marhaug, »SHINJUKU CRAWL« (2009) mit The Thing und Jim O'Rourke, sowie gemeinsame Mitwirkung in Peter Brötzmanns Chicago Tentet Concert für Fukushima in Wels 2011. Fans der beiden Musiker werden hier zweifelsfrei auf ihre Kosten kommen, zumal derartige Projekte zwischen Japan und Norwegen nicht allzu häufig auf Tonträgern zu finden sind.

Die beiden Stücke mit einer Gesamtlaufzeit einer Dreiviertelstunde bekamen die heiteren Titel »Katze« (17 Min.) und »Hund« (28 Min.), wobei es sich weniger um – im Sinne von auskomponiert – konkrete Stücke handelt als (natürlich) um längere, suitenartige freie Improvisationen. Und natürlich gibt es die zu erwartenden Hund-und-Katz-Geräuschjagden, aber ebenso auch ruhigere Passagen, in denen OY und PNL sich in Klangspielereien verlieren, wobei eher Freunde von rohem Sound auf ihre Kosten kommen als Liebhaber gut gesetzter Klangüberlegungen, wie sie Ōtomos elektronische Projekte bieten. Auch kommt der ungeschminkte Eindruck des Mehrzweckraums dem Gesamtergebnis nicht gerade zugute. Trotz der großen Namen also eher eine Platte für Hardcore-Fans der beiden Musiker. (ijb)



Siehe auch:
Slugfield (Nilssen-Love, Ratkje & Marhaug)
Large Unit
The Thing
James Plotkin & Paal Nilssen-Love

Otomo Yoshihide & Nilssen-Love Paal: 19th of May 2016

Offizielle Website

Offizielle Website      www.paalnilssen-love.com



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