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Alle Rezensionen zu Turbonegro
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Scandinavian Leather
(2003, Burning Heart/SPV 391946.116928)

Die »schwulste Band der Welt« meldet sich zurück! Mit Titeln wie »Rendezvous With Anus«, Wunderkerzen im Allerwertesten und massig Make-Up ging Turbonegro in die An(n)alen der Musikgeschichte ein. Doch 1998 lösten sich die norwegischen Deathpunk-Erfinder inmitten einer Tournee wegen mentaler Probleme auf - im Wartezimmer einer psychiatrischen Krankenstation. 2002 geschah, was die weltweite Fangemeinde »Turbojugend« nicht zu träumen wagte: Die Reunion, gefolgt von einem Album, das verrät, was sich unter all den Jeansschichten verbirgt: »SCANDINAVIAN LEATHER«.

Auf selbigem provozieren die Denim-Rocker in alter Manier: So bedarf Hank van Helvete dringend eines Höhepunktes (»I Need A Fuckin' Orgasm«), während Euroboy von »Gimme Some« bis »Ride With Us« Deathpunk pur zelebriert. Mögen Turbonegro noch lange das tun, was sie in gleichnamiger Fast-Ballade skandieren: »Fuck the World«. (nat)



Siehe auch:
Verschiedene: Heartattack
Silver
Lars Horntveth


Zur DVD-Rezension über Turbonegro

 Turbonegro: Scandinavian Leather

Offizielle Website

Offizielle Website      http://turbonegro.com/

   

Small Feces
(2008, Edel/Edel 4029758836026)

…und wieder eine Neuauflage: »SMALL FECES VOL 1 & 2« erschien bereits vor drei Jahren via Bitzcore (Mailorder) als limitierte Ausgabe. Wer also jene bereits besitzt, sollte sich überlegen ob er nur in attraktivere Verpackung investieren möchte. Nichteigentümer erwartet eine zweistündige Zusammenstellung mit 42 Songs aus den Anfangstagen Turbonegros, von Vinyl-Only über rares Material bis zu Coversongs. Wer sich den Turbojüngern erst nach der Wiedervereinigung anschloss, sollte das Werk jedoch mit Vorsicht genießen: Die Norweger klangen in ihrer Frühphase anders. Ganz anders.

Sie covern hier jede Menge von den Stooges und MC5, von David Bowie, den Anal Babes und Black Flag, zelebrieren räudige Punksongs, rocken mal live, mal im Proberaum anno 1989 – oder intonieren ihren Kulthit »I Got Erection« in der »St.Pauli-Version« auf deutsch. Eine Vorschau auf die kommenden Turbonegro gewähren »Cockwork« oder »(I fucked) Betty Page«. Außerdem gibt es hier Remixe von Klassikern wie »Sailor Man« oder »Prince Of The Rodeo«. Allerdings… ist der Sound stellenweise kellertief, will heißen grottenschlecht. Überdies versammelt sich hier viel Mittelmäßiges, Verzichtbares – etwas aus der Zeit VOR Hank Van Helvete. Oder ohne Euroboy. »SMALL FECES VOL 1 & 2« ist ein Stück Bandgeschichte. Nicht mehr und nicht weniger. (nat)

   

Retox
(2007, Edel 0181872EREP)

Schreck lass nach. Auf die anfängliche Euphorie »Ich halte Turbonegros neuestes Album in den Händen!« folgt die Ernüchterung: »DAS ist Turbonegros neuestes Album?!« Erschreckend banal röhrt »RETOX« aus den Boxen. Erschreckend angesichts des bissigen Überwerks »APOCALYPSE DUDES« – das die Norweger natürlich nie mehr überbieten können. Trotzdem ... muss es gleich ein handzahmes Kuscheltier für den Mainstream sein? Wo bleiben der Dreck, der Spaß-Punk, die Hymnen?

Frei nach Frank Zappa lautet das Motto seit der Reunion: »We're only in it for the money«, und so fällt das Niveau des Sixpacks stetig weiter ab. Satter Produktion und Erweiterung des Sounds in metallischer Richtung zum Trotz, bleibt gerade mal das punkige »Welcome To The Garbage Dump« im Ohr – und der augenzwinkernde Ausklang: »What Is Rock?!«, in dem der alte Hank van Helvete durchblitzt. (nat)

   

Party Animals
(2005, Burning Heart/SPV BHR 195-2)

»Most Rock'n'Roll bands start as a riot but end up as a parody. We started up as parody but ended up as a revolution«. Zitat Happy Tom. In der Tat: Der Opener »All My Friends Are Dead« mischt jede animalische Party gehörig auf – klassischer Punkrock mit eingängigstem Refrain – bevor Hank, untermalt von Euroboys überragenden Gitarrenkünsten, nach Oralverkehr verlangt: »Blow Me (Like The Wind)«.

Der Orchester-unterstütze (!) Knaller »City Of Satan« brennt sich genau so schnell in die Ohren ein wie »Wasted Again«, in dem der Frontmann seinen Körper zum Tempel erklärt. Hundert Prozent turbonegrisch wummert »If You See Kaye« – oder soll es F-U-C-K heißen? – aus den Boxen, während »High On Crime« von Alarmglocken durchzogen pompös daher brettert. Es folgt ein Selbst-Interview in »Stay Free«, und schon erteilt die kleinste Mainstream-Truppe der Welt die »Final Warning«. Therapie bei Entzug: Sofort Repeat drücken. (nat)

   

Apocalypse Dudes
(2003, Burning Heart BHR164 (Re-Issue))

Die (Halb)Götter in Denim schlagen zu – mit der Zärtlichkeit eines Vorschlaghammers direkt auf den Punkrock-Nerv. Die abgelutschte Phrase »No Fillers, Just Killers« gehört für jede Scheibe, die nicht mindestens »APOCALYPSE DUDES«-Niveau erreicht, verboten! Ursprünglich 1998 erschienen, erschüttert die Deathpunk-Abrissbirne vom ersten »Age Of Pamparius«-Takt bis zum letzten Ton von »Good Head« die globale Rockfestung bis in die Grundmauern.

Euroboys fulminant virtuose Saitenakrobatik, Pål Pot Pamparius' packend mitreißende Percussion, dazu schwingt Hank von Helvete seine Stimmbänder und Leibesfülle: Die Wahnsinnsknaben verpassen der Welt in ihren Songs und drei Videos – der Opener, »Get It On« und »Are You Ready ...« – die richtige Kick-Ass-Dosis. (nat)



Siehe auch:
Euroboys

   

Ass Cobra
(2003, Burning Heart/SPV BHR163 (Re-Issue))

»Ich bin geil!« – mit diesem astreinen, deutschen Satz starten die Turboneger ihren Paradesong »I Got Erection«. Und geil ist die komplette dritte Scheibe der analfixierten Norweger. Hier beginnt der Mythos der in Denim gehüllten Nordmänner, die Tom-Of-Finland-Comics so inspirieren, dass sie selbst zu homoerotischen Darstellern mutieren sowie jegliche »Political Correctness« niedermähen.

Schon die Verpackung ist eine einzige Provokation: Das Cover parodiert Beach Boys' »PET SOUND«-Album; das Innere enthüllt den nackten Frontmann mit Schlange im Nastasja Kinski-Stil. Das '96-er Punkmeisterwerk und Untergrund-Kult-Status-Begründer erfasst fast alle Tracks, die als Singles oder EPs 94/95 erschienen, plus Extramaterial. Der neue Digipack enthält darüber hinaus zwei Bonus-Videos: das Promo zu »Denim Demon« und »Midnight Nambla« live. (nat)

   

Alpha Motherfuckers – Tribute To Turbonegro
(2001, Bitzcore/Indigo bc1723)

Bekannte Musikgrößen von Schweden (Maryslim) bis Brasilien (Ratos de Porao) huldigen den Deathpunk-Göttern. So auch der bisexuell schimmernde Ville Valo und HIM, die ausgerechnet »Rendevous With Anus« covern. Auch die norwegischen Black-Metaler Satyricon sind im höchsten Maße erigiert mit »I Got Erection«, während sich Amulet »Hate The Kids« auf die Fahne schreiben.

»Oberarzt« Bela B vereinte sich mit Jasmin Wagner – besser bekannt als »Blümchen« –, die sich eigens für den Song »Are You Ready For Some Darkness?« ins Jeansgewand hüllte und sich in »Denim Girl« umtaufte. Alle Musiker aufzuzählen wäre zuviel verlangt, deswegen - selbst anhören! (nat)



Siehe auch:
HIM
Satyricon
Amulet

   

Love It To Deathpunk – The Life & Times Of Turbonegro
(2001, Artelier)

Die eigens für den australischen Markt zusammengestellte Scheibe vereint vierzehn Kultsongs der Studioalben »HOT CARS & SPENT CONTRACEPTIVES« – noch ohne die späteren Frontlegende Hank van Helvete – , »NEVER IS FOREVER«, »ASS COBRA« und dem Meilenstein »APOCALYPSE DUDES«.

Zusätzlich rocken die Norweger live, drei »DARKNESS FOREVER«-Tracks spicken sie mit Hanks berühmten Ansagen: »You need more education – and I am come to educate you. You can call me professor denim!«. Ein wirklich gelungener Überblick über die Turbonegro-Hits, die den Werdegang der Combo bis zum berüchtigten '98er Split nachzeichnet. (nat)

   

Darkness Forever
(1999, Bitzcore bc1715)

Trostpflaster für die Turbojugend, die '98 die Auflösung ihrer angebeteten (Pseudo)Homo-Truppe mit ansehen musste: Glücklicherweise schnitten die Turboneger sowohl den Hamburg-Gig am 10. Mai '98, sowie die damals vorläufig letzte Show am 18. Dezember '98 in Oslo mit.

Ergebnis: Ein Wahnsinnsalbum der Wahnsinnsknaben, mit ihren besten Stücken, überwiegend von »APOCALYPSE DUDES«. Sie starten voll durch mit »The Age Of Pamparius«, treffen sich zum »Rendezvous With Anus« und zeigen ihre wahre Gestalt in »Denim Denom«, bis sie das mitsingende Publikum zum Schluss einfach stehen lassen: »I Got Erection« – laut Hanks Ansage dem FC St. Pauli gewidmet. (nat)

   

Never Is Forever
(1999, Bitzcore BC 1714-2)

Das zweite Studioalbum »NEVER IS FOREVER« veröffentlichten Turbonegro mit einem Freund 1994 auf einem kleinen Osloer Label. Lange war es vergriffen, bis es 1999 remastered erstmalig auf Vinyl erscheint – mit einem neuen Cover: Nach mehreren Monaten quälenden Wartens willigt »Derrick« alias Horst Tappert in die Benutzung seines Konterfeis ein; andere Anfragen, das bei einer Pressekonferenz aufgenommene Foto zu verwenden, lehnt er ab.

Der Sound der Norweger distanziert sich vom Debüt »HOT CARS«, steuert mit erstmalig von Hank gesungenen Tracks wie »Timebomb« schon rotzig Richtung Deathpunk und die Texte Richtung »Arsch-Rock« – man höre und staune über »Pain in der Arsch, Pocket Full Of Cash«. (nat)

   

Hot Cars And Spent Contraseptives
(1992, Big Ball Records BBR-004)

Einleitend monologisiert eine 19jährige Schwedin über ihren ersten London-Aufenthalt: »I'll never forget Jimmy ... he could fuck!«. Dann treten die bösen Jungs schon gewaltig aufs Gaspedal. Turbonegro aka Turboneger wüten kratzig, ungestüm los, schrubben mit (Death)Punkattitüde auf ihren Instrumenten, Happy Tom trommelt, Pål-Erik Carlin röchelt ins Mikro.

Weit entfernt von der heutigen Massenhysterie, Turbojugenden aller Länder oder großen Hallen mischen sie die Untergrundszene auf. Kein Vergleich zum heutigen Sound, aber der Bär steppt schon auf dem Debüt. Übrigens: Zur 2000er Neuauflage (ursprünglich 1992 erschienen, limitiert auf 1000 Stück) legen Bitzcore fünf Bonustracks drauf. (nat)



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