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Alle Rezensionen zu Pharaoh Overlord
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

III
(2005, Riot Season REPOSECD009)

Nur nicht stehenbleiben. Sich nicht von Genregrenzen einengen lassen. Pharaoh Overlord setzen sich auf »III« souverän vom etablierten Stoner-Rock ab und erkunden selbstbewusst experimentelle Klangwelten. Die obskuren Gitarren-Rückkopplungseffekte hätten selbst Jimi Hendrix Spass gemacht. Was nicht heißt, dass das Trio aus Pori seiner Linie untreu geworden wäre, die Sogwirkung mantrisch wiederholter Akkorde mit Minimal-Variationen weiter auszuloten und dabei wieder Referenzpunkte zu Neu und Michael Rother zu setzen. Nur klingt dies auf dem dritten Album noch fokussierter und dynamischer. Schlagzeuger Tommi Leppänen läuft präzise und hellwach zur Hochform auf.

Pharaoh Overlord entwerfen ausgezehrte postindustrielle Landschaften. Leere Fabrikgebäude, wo sich die Abzweige ins Endlose verlieren. Der Flirt mit angedeuteten Elektronikklängen setzt sich als Unterströmung fort. Die Kleinstadt Pori präsentiert sich hier als finnischer Fixpunkt instrumental eingespielten Post-Rocks. Die Kollegen von Magyar Posse, die theatralische Klangbilder im Cinemascope-Format entwerfen, sind inhaltlich nicht weit. Den Soundtrack zu einem böse endenden Road Movie vor erbarmungsloser Naturkulisse könnten beide Bands mühelos beisteuern. (emv)



Siehe auch:
Magyar Posse
Ektroverde

 Pharaoh Overlord: III

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.circlefinland.com/cirphara.html

   

The Battle Of Axehammer (Live)
(2004, Last Visible Dog LVD-058)

Nicht die beste Idee, 2004 eine Live-Aufnahme von Jahr 2001 herauszubringen. »THE BATTLE OF AXEHAMMER« dokumentiert die Anfangszeiten und zeigt zwar, wohin die Reise ging mit experimentellen Klänge und dem manischen Wiederholen klassischer Riffs mit kleinsten Variationen. Für den Gig in Helsinki hat sich das Trio mit Jyrki Laiho und Pekka Pirtiikangas zwar Verstärkung geholt, aber überzeugend ist das Ganze nicht ausgefallen.

Größter Schwachpunkt: Der breiige, verwaschene und übersteuerte Klang. Das dumpfe Hallen geht zuweilen an die Schmerzgrenze. Das Publikum – kaum zu hören – liefert dünnen Applaus, der leise pladdert wie verhuschte Regentropfen. Und für das unsägliche 70er-Jahre-Retro-Cover gebührt die Höchststrafe: den Rest seines Lebens Schlaghosen tragen! Schade eigentlich, denn ihre neueren Aufnahmen überzeugen durchweg. (emv)

   

II
(2003, No Quarter NOQ003)

Post-psychedelische Kiffermusik. Wie ein Flussdelta verästeln sich einzelne Klangstränge in scheinbar monotonen Wiederholungen, nur um entspannt in Richtung Nirwana zu mäandern. Das Trio aus Pori zeigt auf seinem zweiten, rein instrumental eingespielten Album, dass moderner Prog keine nach hinten gerichtete Sackgassen-Perspektive einnehmen muss, wobei der Einfluss bewusstseinserweiternder Stimulanzien hier sicherlich nicht abträglich ist.

Kein Stück auf »II« bleibt unter der Fünf-Minuten-Grenze. Die Songs entwickeln durch Minimal-Variationen völlig unspektakulärer Riffs eine Sogwirkung. Dass die meditativen Kompositionen raffiniert aufgebaut sind, erschließt sich erst beim dritten Hören. Jazzeinflüsse blitzen gar auf. Janne Westerlund entlockt seiner Gitarre zwischendurch Töne, die fast Richtung Elektronik gehen. Eindeutig Prog für Fortgeschrittene. (emv)



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