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Alle Rezensionen zu Midnight Choir
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Waiting For The Bricks To Fall
(2003, Glitterhouse/Indigo 7573-2)

»Warning: Some of the emotions displayed in the music may not be suitable for everyone« warnt das Cover. Ja, der Midnight Choir liebt dunkle Seelen-Abgründe und traurige Traumtänzer. Ständig fließen Tränen, und regnen tut es sowieso. Nur: Kaum eine Band formuliert endlose Einsamkeit so schmeichelnd wie diese vier Herren.

Schon früher bewiesen sie Gespür für den richtigen Wechsel zwischen karger Instrumentierung und überbordender Üppigigkeit. Dank der Hilfe von Walkabouts-Chef Chris Eckman und einem Teil der Talk Talk-Mannschaft gesellen sich nun zu Piano, Orgel und Streichern jedoch auch noch Mundharmonika und Kirchenchor. Passend dazu umhüllt Pal Flaatas volle Stimme mal wie schwerer Samt, dann wieder zerfetzt sie alle Lethargie mit der Überzeugungskraft eines Jim Morrison. Leider löste sich die Band im Mai 2004 auf. (peb)



Siehe auch:
Paal Flaata
Al DeLoner


Zur DVD-Rezension über Midnight Choir

 Midnight Choir: Waiting For The Bricks To Fall

   

All Tomorrow's Tears – The Best Of
(2005, Glitterhouse/Indigo GRCD 626)

Ich bin großer Freund dieser norwegischen Melancholiker. Was habe ich geschwelgt in den Weltschmerz-Sinfonien, wie gern habe ich gebadet in dramatischen Klagen à la: »Ain't no drug that gonna cure this pain / Ain't no God to stop that rain / Ain't no whiskey that gonna drown these tears ...«. Doch Midnight Choir sind nicht mehr, sie haben sich bekanntlich aufgelöst. Da macht ein Best Of-Doppeldecker mit 28 Songs Sinn, wenngleich er zu den 2000 erschienen »SELECTED SONGS« in Konkurrenz steht.

Und doch: Das Wiederhören der (remasterten) alten Song-Lieblinge gerät nicht so sehr zum Genuss, wie man das erwarten würde. Denn die teils zum Sterben schönen Titel wurden – herausgelöst aus dem jeweiligen CD-Zusammenhang und dem Entwicklungsstand der Band – nicht immer in eine musikalisch schlüssige Reihenfolge gebracht, was Irritationen erzeugt. Fazit: Tolle Songs, aber lieber auf den Original-Alben nachhören. Auch wenn hier einige Alternativ-Takes zu finden sind. (peb)

   

Unsung Heroine
(2001, Glitterhouse/Indigo 07582)

Der Midnight Choir blieb sich selbst treu: »Mollige« Melodien wabern durch dunkel-herbstliche Arrangements, die orchestralen Passagen nehmen sich noch mehr Raum, und Paal Flaatas ergreifende Stimme schließlich hält all das zusammen.

Für ihr herzergreifendes viertes Album zogen die Norweger nach Ljubljana, Slowenien – wohl der perfekte Ort für Tagträumer und Berufs-Melancholiker. Und wer wäre ein besserer Produzent für diese schwelgende Musik als Chris Eckman von den Walkabouts? Als Mitmusiker kamen u.a. Robbie McIntosh (Pretenders, Paul McCartney, Talk Talk), Carla Torgerson (Walkabouts) und Nils Petter Molvær zum Einsatz. (lha)



Siehe auch:
Nils Petter Molvær

   

Selected songs – The Best of Midnight Choir 1994-2000
(2 CDs, 2000, Universal S2CD015)

Sowohl die »SELECTED SONGS« als auch »ALL TOMORROW'S TEARS« buhlen als Best-Of-Doppel-CD um die Gunst aller gebrochenen Herzen. Im direkten Vergleich wirkt der fünf Jahre eher erschienene Schaffens-Querschnitt ruppiger und rauer – was nicht nur daran liegt, dass die letzten zwei Alben nicht berücksichtigt sind. Die stimmige Song-Auswahl der »SELECTED SONGS« – obwohl bei beiden Best-Ofs nichts Wichtiges fehlt – zeichnet noch stärker den Charakter einer vom Leben enttäuschten Band nach, die sich jedoch mitnichten aufgegeben hat.

Ihrer Musik, die am besten auf einsamen Busbahnhöfen, in Backstage-Garderoben und in heruntergekommenen Hotelzimmern ehemals prächtiger Metropolen gespielt werden sollte, steht diese Unvollkommenheit gut zu Gesicht. Und so stutzt man kaum, als auf der zweiten CD plötzlich sechs Live-Songs in Unplugged-Spielart anmarschieren (leider kann Al De Loner nicht singen). Ein schönes Vermächtnis. (peb)

   

Amsterdam Stranded
(1999, Glitterhouse/Indigo 07402)

Manchmal muss man Weltschmerz verarbeiten und abtauchen in die Dunkelkammer der eigenen Seele. Nichts ist dienlicher, als dafür diese hoch emotionale, oft gar höchst melancholische muskalische Schöpfung zur Begleitung auszuwählen.

Wandelbar gibt sich die stimmige Instrumentalbegleitung ebenso wie die wunderbare, tief berührende Stimme von Paal Flaata. Ob nur zu seichter Instrumentalbegleitung mit Schlagzeug und Piano oder mächtig verstärkt durch ein Streichorchester – Paals epochale Stimme ist es, die die Tracks mit Leben, mit sehr viel Leben füllt. Ein heißer Tipp für alle melodieverliebten Moll-Fanatiker, denen Musik nicht langsam und traurig genug sein kann. (rab)

   

Olsen's Lot
(1996, Glitterhouse/Indigo GRCD 536)

Höchste Zeit, ein wenig Hintergundinformationen über die Band zu liefern: Bassist Ron Olsen und Gitarrist Atle Bystrøm, der sich ab »OLSEN'S LOT« nur noch Al DeLoner nennt, sind – trotz des unterschiedlichen Nachnamens – Brüder. Vielleicht war auch eine Umbenennung wegen des neuen Drummers Atle Aamodt nötig – der die Band jedoch rasch wieder verließ.

Mit »OLSEN'S LOT« begann jedenfalls die fruchtbare Zusammenarbeit mit Walkabouts-Chef Chris Eckman, der nicht nur produzierte, sondern – zusammen mit Band-Kollegin Carla Torgerson – auch Gesangsparts beisteuerte. Man nahm in Seattle auf, und der Mitternachts-Chor hatte schon zu seinem elegischen Sound gefunden: Streicher streuen Schwermut aus, Keyboards und Piano übernehmen tragende Rollen, und Paal croont wieder traumhaft schön. Ein herzerweichendes Album, das zurecht den Spellemanspris erhielt. (peb)

   

Midnight Choir
(1995, Glitterhouse/Indigo GRCD 535)

Wohl kaum eine zweite Band hat sich so konsequent dem schwermütigen, sehnsüchtig an seiner Ausweglosigkeit rüttelnden Americana verschrieben. Da war es nur richtig, dass das Trio um Sänger Paal Flaata für ihr Debüt nach Texas reiste. Die Aufnahmen fanden im ländlichen Loma Ranch Studio statt unter der Produzentenregie von Andrew Hardin, dem Partner von Tom Russell.

Das alles und auch das »Modern Cowboby«-verliebte Outfit des Booklets erinnern an U2, als diese Amerika zu entdecken begannen. Bei Midnight Choir regiert jedoch stets die große Ballade, die weit gespannte Melodie, genüßlich in ihr schwelgend wie sich auch an ihr reibend: Große Songs einer großen Band, die ihren charakteristischen Sound allerdings noch nicht ganz gefunden hat. Und dazwischen gestreut immer wieder feinste Coverversionen – etwa Richard Thompsons »Turning Of The Tide« oder Katy Moffats »Hearts Gone Wild«. (peb)



Siehe auch:
Russell Tom



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