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Alle Rezensionen zu Circle
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Pori
(1998, Metamorphos META016-CD)

Um sich in trance-ähnliche Zustände zu versetzen, braucht man keine bewusstseinserweiternden Stimulanzien, sondern nur ein Album von Circle. Eine der wenigen Konstanten im ausufendern Werk des experimentellen Post-Rock-Projekts sind die Präsenz von Mastermind Jussi Lehtisalo und das Küstenstädtchen Pori als Basis. Auf ihrem fünften Album setzen Circle ihrer Heimatstadt ein musikalisches Denkmal, das die unterschiedlichsten Facetten einfängt – vom Möwengeschrei am Hafen bis zu den Saxofonklängen des sommerlichen Jazzfestivals.

Für Circle-Anfänger ist »PORI« vielleicht eines der am einfachsten zugänglichen Alben des losen Künstlerkollektivs– mit dem Markenzeichen der hypnotisch wirkenden Klangmuster, die mininal verändert schier endlos wiederholt werden und eine unglaubliche Dynamik und Sogwirkung entwickeln. Das überwiegend instrumental eingespielte Album glänzt mit unerwarteten Elektronik- und Synthesizer-Einsätzen, Ausflügen in die klassisch-moderne Kammermusik, Anflügen von Gregorianik, Anpielungen auf die großen Zeiten des Krautrock und vor allem einer Überfülle an Experimentierlust. (emv)



Siehe auch:
Moon Fog Prophet
Ektroverde
Pharaoh Overlord
Tässä Me Uimme, Tätä me Juomme

 Circle: Pori

Offizielle Website

Offizielle Website      www.circlefinland.com

   

Hollywood
(2009, VIA Music/Cargo VHR20)

Sehr schön Jungs, wie ihr eingangs von »Sacrifice« Metallicas »The Four Horseman« recycelt – ihr habt einen guten Musikgeschmack. Außerdem glaube ich im Opener »Connection« Gitarren à la ZZ Top vorbeischleichen zu hören. Glücklicherweise können Circle auf »HOLLYWOOD« mehr, als alte Riffs und Melodien wiederzukäuen. Sie bauen immer wieder überraschende Momente in die einstündige Spielzeit, keines der neun Lieder gleicht einem anderen.

Die »echten Westküsten-Rocker – von der Westküste Finnlands« verquirlen hier Siebzigerklänge mit Metal, Hardrock, Krautrock und etwas Blues. Am Mikro haben sie diesmal den amerikanischen Sänger Bruce Duff stehen, während der reguläre Fronter Mika Rättö Keyboard und Akustikgitarre bedient. Ich kann mich Kollegin Eva-Maria als (leid)geprüfte Prog-Rezensentin nur anschließen: Circle fallen in diesem Genre angenehm auf. (nat)

   

Guillotine
(2003, Ektro Records Ektro 024)

Wispern, keuchen, fauchen, brüllen, quietschen, flüstern. Die Stimme elektronisch verfremden. Sänger Mika Rättö ist mit seiner Lust an der Kakaphonie der Turmwächter, der laut von den Zinnen schreit, dass Circle die Rolle des Außenseiters besetzen. Das Kollektiv der Unberechenbaren macht auf »GUILLOTINE« einen Schwenk in Richtung Avantgarde-Rock á la Henry Cow. Das ist anstrengend, aber bläst die Gehörgänge mächtig durch.

Circle aber wären nicht Circle, wenn sie die Genregrenzen nicht mit lässiger Geste aufweichten: Sie addieren hier ein wenig Schamanen-Folk und drehen dort die Synthies hoch. Und bleiben doch ihrer Prog-Lust am meditativen Erkunden repetitiver Klangmuster treu. Immer wieder ein Abenteuer. (emv)

   

Alotus
(2002, Klangbad/EfA 06295)

Uuuuh, da ist das Musikerkollektiv aus Pori im Studio von Faust-Mastermind Hans-Joachim Irmler leicht auf Abwege gekommen und in Richtung Schamanen-Prog abgedriftet. Sehr gefährliches Territorium, denn Esoterik-Erdlöcher und Fantasy-Fussangeln können den Pilger leicht zu Fall bringen. Sänger Mika Rättö, ansonsten bei Moon Fog Prophet aktiv, trägt mit seiner gepressten Stimme stark zum Eindruck bei, dass sich Circle auf »ALOTUS« in jenseitigen Traumwelten verlieren. Und muss Rättö wirklich in der erfundenen Sprache »Merowian« singen? Ist doch albern!

Ganz bei sich ist das Album nur in den instrumental eingespielten Stücken, beim Experimentieren mit orientalischen Klängen und bei den wütenden Gitarrenausbrüchen, die irgendwo zwischen King Crimson und Tortoise liegen. (emv)

   

Sunrise
(2001, Ektro Records Ektro 019)

Circle spielen souverän mit dem Überraschungsmoment. Kathartisch schreien, verspielt vor sich hinträllern, kontrollierte Raserei entfesseln, rhythmischen Sprechgesang erproben, psychedelische Gegenwelten entwerfen, schamanische Rituale zelebrieren und nebenbei noch die eigene Heavy-Metal-Begeisterung ausleben: Scheinbar überhaupt nicht zueinander passende Bruchstücke haben auf »SUNRISE« ihren gleichberechtigten Platz nebeneinander.

Diese Mosaiksteinchen ergeben erstaunlicherweise ein überzeugendes Gesamtbild. Weil sich das Musikerkerkollektiv um die Masterminds Lehtisalo und Rättö selbstbewusst Zeit zum Erkunden neuer Klanguniversen nimmt. Auch das ist eine Kunst! Immer wieder aufregend. (emv)

   

Raunio
(2001, Ektro Records Ektro 016)

Die Inquisition hätte die Herren Lehtisalo und Rättö, die Triebfedern hinter den Post-Prog-Projekt Circle, schleunigst Richtung Scheiterhaufen befördert. Unerhört, diese anarchische Energie! Eine gefährliche Aufmüpfigkeit, gleich im ersten Song von braver Gregorianik in sinnlich-heidnische Raserei umzuschwenken. Gemeingefährlich, diese Ketzer aus Pori!

»RAUNIO« ist eine Klangcollage. Ist eine Momentaufnahme der Sogwirkung, die aus mürbemachenden endlosen Wiederholungen weniger Akkorde entstehen kann. Ist eine Demonstration, dass im Chaos höchste Disziplin herrrscht. Ist eine aufregende Reise über Grenzen. Ist eine intimer Einblick in das Funktionieren völlig disparater Kollektive. Ist ziemlich revolutionär. (emv)

   

Andexelt
(2000, Tumult Records 020CD)

Wir sind souverän rockig. Wir sind unglaublich empfindsam. Wir lieben dynamische Grundmuster und arbeiten uns an allen denkbaren Variationen ab, die sich daraus ergeben. Wir erfinden uns immer wieder neu. Wir lieben weißglühende Wut. Wir zelebrieren schräge Rückkopplungen. Wir lassen auf unserem sechstem Album »ANDEXELT« die Keyboards eine Hauptrolle übernehmen. Wir sind nicht zu fassen.

Wir glauben, dass ein Song so lange dauern muss, wie er eben braucht. Das können fünf oder fünfzehn Minuten sein. Wir experimentieren. Wir akzeptieren nur die Grenzen, an die wir selbst stoßen. Wir sind Chameleons. Wir sind unberechenbar. Wir lassen uns von niemandem vorschreiben, wo es langgeht. Wir sind Circle, und wir sind Reisende ins Unbekannte. (emv)

   

Hissi
(1996, Metamorphos Meta-008CD)

Das Unbewusste dürfte ungefähr so strukturiert sein wie ein Album von Circle. Es funktioniert nach seinen eigenen Gesetzen, entzieht sich dem wachen Verstand und untergräbt tradierte Weltbilder und Genrebegriffe. Circle überschreiten auf ihrem dritten, rein instrumental eingespielten Album »HISSI« Grenzen. Zwischen E- und U-Musik, zwischen Jazz und Rock und Prog und Krautrock sowieso. Verlangen den Höreren jede Menge Konzentration ab, denn es gilt, dem Ensemble auf einer Fahrt mit ungewissem Ausgang zu folgen.

Eine Großtat des Ensembles um Jussi Lehtisalo vollzieht sich fast beiläufig und gerade deshalb um so nachdrücklicher: Elektronische Klänge schleichen sich fast unmerklich ein, bis sie im letzten Song »Saksi« plötzlich selbstbewusst die Regie übernehmen. Großes Kino. (emv)



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