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Alle Rezensionen zu Unni Løvlid
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Vita
(2005, Heilo/Galileo HCD 7197)

Der Raum als zweites Instrument. Würde Unni Løvlids Stimme auch im Studio aufgenommen so eindringlich wirken? Wohl kaum, obschon die Sängerin als eine der besten Folk-Künstlerinnen ihres Landes durch ihre Zusammenarbeit mit Karl Seglem, Maja Ratkje oder der Gruppe Rusk – dort im Team mit Frode Haltli und Vegar Vårdal – positiv auffiel. Aber es gehört zum Konzept dieser Platte, dass der lange Nachhall des Emanuel Vigeland Mausoleums in Oslo Løvlids Gesang phasenweise begleitet und ihm – da sowohl geschickt aufgenommen als auch intoniert – mehrstimmige Harmonien unterlegt und mystische Tiefe verleiht.

Klar: Das ist weder für ungeduldige Charts-Hörer noch für die Rushhour in der U-Bahn geeignet. Aber das Eintauchen in den sakralen Ernst der 13 religiösen Volkslieder, aus dem 17. bis 20. Jahrhundert stammend, belohnt mit einer spirituellen Fülle und akustischen Räumlichkeit, aus der man nur schwer wieder ans Tageslicht zurückfindet. Eine angenehm unkonventionelle Aufnahme – was angesichts des beteiligten Tonmeisters Helge Sten kein Wunder ist. (peb)



Siehe auch:
Rusk
Maja Ratkje
Unni Løvlid, Becaye Aw & Rolf-Erik Nystrøm
Bridges

Unni Løvlid: Vita

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.unni.no

   

Lux
(2013, Heilo/Grappa / Galileo HCD 7271)

Nach »RITE« hat sich Unni Løvlid fünf Jahre Zeit gelassen bis zur Veröffentlichung von »LUX«. Die lange Zeit hat sich gelohnt, denn dieses Projekt ist ebenso außergewöhnlich wie ambitioniert. Unni Løvlid beschäftigt sich mit religiösen Volksliedern aus ihrer Heimatregion Sogn og Fjordane. Wie von ihr nicht anders zu erwarten, hat sie die Melodien komplett neu eingekleidet.

Wobei die Lieder fast nackt dastehen, das Instrumentarium ist geradezu sensationell. Håkon Thelin spielt Kontrabass, dazu kommt das Duo Draup: Randi-Merete Roset und Liv-Jorun Bergset bringen Glas zum Klingen – die schwebenden Sounds wirken ziemlich kalt manchmal, da wärmt der tiefe, in »En Liten Vise« auch schnarrende Bass Thelins direkt. Unni Løvlids Stimme fasziniert ob ihrer Klarheit und Reinheit: eine CD von schlichter Größe und Strahlkraft. (tjk)



Siehe auch:
Håkon Thelin

   

Rite
(2008, Grappa/Galileo GRCD 4223)

Die Creme de la Creme norwegischer Musiker konnte sie für ihr düster-stilles »Rite« gewinnen: Akkordeon-Spieler Frode Haltli (mit dem Unni Løvlid bei Rusk musiziert), der meisterhafte Avantgarde-Saxofonist Håkon Kornstad, Perkussionist Helge Norrbakken (tätig bei Kari Bremnes oder Mari Boine) oder Elektroniker Helge S. Sten von Supersilent erschaffen zusammen mit der Sängerin ein zwar auf norwegischer Folklore basierendes Programm, das seine Fühler jedoch in alle Richtungen ausstreckt: Sample-Mystik und Elektronik bei »Bak Vaker Verda«, verfremdete Glöckchen beim stillen »Mørketid« und das fast an die isländischen Mum erinnernde »Vind, Kom«.

Die neblig verhangene Skurrilität setzt sich in der Covergestaltung stimmig fort: Eine Hütte fliegt über regengraues Hochfjell; rechts daneben spielt sich ein kahler Baum in den Erdboden. Unnis dritte CD zieht hypnotisch in ihren Bann und wirkt mitunter verstörend, immer jedoch faszinierend. (peb)



Siehe auch:
Ulf Meyer, Martin Wind & Jan-Peter Klöpfel



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