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Alle Rezensionen zu The White Birch
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

The Weight Of Spring
(2015, Glitterhouse/Indigo GRCD 830)

Ola Fløttum gehört zu den Menschen, die im Frühling sehnsüchtig vom Herbst träumen. Denn seine verlangsamten, sparsam instrumentierten Songs sind der perfekte Soundtrack für Blätter, die im milden Oktoberlicht langsam trudelnd zu Boden sinken. Und das ebenso kitsch- wie klischeefrei. Lange, lange hat der norwegische Melancholiker Fløttum alias The White Birch sich rar gemacht. Acht Jahre hat es gedauert, bis die neuen Tracks von »THE WEIGHT OF SPRING« entstanden sind. Es sind klassische Songs von berückend ruhiger Schönheit herausgekommen. Sparsam setzt der Meister hier Streicher ein, die in Norwegen zu den besten ihres Fachs gehören. Und schafft es, in herausragenden Tracks wie »Spring« solch zärtliche Spannungsbögen aufzubauen, dass man fast die Luft anhalten möchte.

The White Birch nimmt sich hier alle Zeit der Welt, damit sich die Songs ihrer eigenen Natur nach entwickeln können. Probiert auch neue Dinge aus. Zuvor waren die weißen Birken ein Trio. Heute ist nur Ola Fløttum übriggeblieben. Für das kammerfolkige Duett »Lantern« hat er die kluge Entscheidung getroffen, seine Gattin Ellen Dorrit Petersen als Gesangspartnerin zu wählen. »THE WEIGHT OF SPRING« ist ein Album geworden, zu dem man im besten Sinne innehalten und zur Ruhe kommen kann. An dem man sich wärmen kann wie an einem Kaminfeuer. Und bei aller Nachdenklichkeit macht Ola Fløttum eines deutlich: Von Resignation ist hier trotz einer manchmal bösen Welt keine Spur zu finden! (emv)



Siehe auch:
Susanna Wallumrød
Ingrid Olava
Pål Hausken

The White Birch: The Weight Of Spring

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.thewhitebirch.no/

   

Come Up For The Air
(2005, Glitterhouse/Indigo GRCD 616)

Sie brauchen Zeit. Viel Zeit. Sowohl für das Feilen an ihren Alben (der Vorgänger »STAR IS JUST A SUN« benötigte noch vier Jahre, dieses Album immerhin nur drei) wie auch für ihre Songs, die sich nach wie vor wie fallende Schneeflocken im Zeitlupentempo dahinschleppen. Dies verbindet Ola Fløttum, Hans-Christian Almendingen und Ulf Rodge mit ihren isländischen Kollegen Sigur Rós, doch wo sich bei jenen auch mal expressive Eruption ihren Weg schlagen, bleibt bei The White Birch immer alles still, introvertiert, scheu nach innen gerichtet: eine still brennende Kerzenflamme.

Immerhin: Das Trio hat den tiefsten Winter überwunden. Wo beim Vorgänger-Album noch emotionale, in winterliches Dunkel getauchte Eislandschaften herrschten, taut es nun. Tropfen für Tropfen schmilzt der Schnee, während die Knospen darauf warten, im kurzen Rausch des arktischen Frühlings zu explodieren. Doch noch ist es nicht soweit: Die nach wie vor von Neu! und Ambient/Krautrock-Konsorten beeinflusste Band muss sich mit ihrem ätherischen Traum-Pop erst ans Licht vorarbeiten. Vielleicht ist das nächste Album ja dann sein Sommer-Album. (peb)



Siehe auch:
Salvatore
Portrait Of David

   

Star Is Just A Sun
(2002, Glitterhouse/Indigo 7568-2)

Leicht haben sie es sich nicht gemacht seit ihrem 98er-Werk »Now Human Beings« – die inzwischen zum Trio geschrumpfte Osloer Formation experimentierte, suchte, verwarf und begann von neuem. Mit »STAR IS JUST A SUN« scheint die Reise ein Ende gefunden zu haben: Die an Mark Hollis von Talk Talk erinnernden und dennoch zuckersüß aus den Boxen tröpfelnden Slow-Motion-Epen sind tongewordene Novembermusik, dicht wie eine unberührte Schneedecke.

Ein zart getupftes Piano, nebelhaft aufsteigende Keyboards, ein warm pochender Bass und ein tief im Hall steckendes Schlagwerk bilden die Basis für Ola Fløttums schüchterne, nur wenig übers Flüstern hinausgehende Singstimme. Eine Welt ohne Grausamkeit. Einfach schön. (peb)



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