Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Nervous Nellie
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Why Dawn Is Called Mourning
(2010, Hazelwood HAZ069)

Ein gewisser Sinn für Theatralik ist den vier Schweden nicht abzusprechen. Live treten Nervous Nellie mit weißer Bühnenschminke auf den Gesichtern auf, die sehr kunstvoll zerläuft. Nach Besetzungswechsel sind hier gleich zwei Brüderpaare vertreten. Auf ihrem dritten Album »WHY DAWN IS CALLED MOURNING« vollzieht das Quartett einen Wechsel des Bühnenfachs: Vom wildernden Indierock zum gutmenschigen, country-inspirierten Hinterwäldlertum. Friska Villjor leben wahrscheinlich eine Blockhütte weiter herunter am See. Von der großen Geste wollen die Vier gleichwohl nicht lassen. Traurig sind sie sowieso. Aber von einer artifiziellen Traurigkeit, die mit dem echten Blues nichts zu tun hat. Eher dem klassischen Hollywood-Melodrama. Hinter der aufgesetzten Hemdsärmeligkeit verstecken sich hier mittelgroße Diven.

Mächtige Gefühle und gemäßigter Falsettgesang. Ein bisschen Smashing-Pumpkins-Bombast auf Sparflamme. Sozusagen am Lagerfeuer. Über dem der Rauch gen Himmel schwebt und ziemlich laut »retro! retro!« flüstert. Wohlig rücken wir am knisterden Feuerchen näher aneinander heran. Seltsam getröstet von diesen sehr stylish gegen das böse Schicksal aufbegehrenden Songs. Von dieser dekorativen Verzweiflung. Mit »Be Asleep« schicken uns Nervous Nellie mit einem glockenspielbimmelnden Wiegenlied ins Bett. »Hach, was ist das schön«, würde Tante Frieda jetzt sagen. (emv)



Siehe auch:
Friska Viljor

 Nervous Nellie: Why Dawn Is Called Mourning

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.nervousnellie.com

   

Don't Think Feel
(2005, Go-Kart Records GKE 008)

Manchmal sollte man auf seine Nachbarn einfach keine Rücksicht nehmen. Schön die Boxen mit Lautstärke kitzeln, ruhig mal die Gläser wackeln lassen und dabei die Augen schließen. Da treffen die Stooges und Sonic Youth und der Sergeant Pepper und Pearl Jam und Dinosaur Jr und die Pixies und Pavement aufeinander, umarmen sich innig – so ungemein innig, dass sie infolgedessen gemeinsam ein Kind gebären, das sich schließlich in dieses Album verwandelt. Ein hoffnungsvolles Bild.

Die (besonders stimmliche) Intensität und Gitarrenbeherrschung der Referenzbands erreicht das Stockholmer Quartett mit ihrem Debüt freilich nicht, hinterlässt aber einen stimmigen Gesamteindruck. Einen, der in der Post-Nirvana-Ära Gitarrenlärm lässig mit haftenden Melodien kreuzt und mit weniger Abstand zu 1992 sogar noch stimmiger wäre. Zu sehr konzentriert sich der Bandbastard auf Prägendes der nordamerikanischen Rockszene. Kein Wunder, sind doch die Brüder Magnus und Henrik in Chicago aufgewachsen, Bassist Manne gar in Chile. So ist Drummer Andy der einzige »echte« Schwede. In Alltäglichem verhaftet, ist »DON'T THINK FEEL« ein robustes Album geworden, von dessen Qualität man sich durch den kostenlosen Download der »Peace Pipe EP« auf der Bandsite einen ersten Eindruck verschaffen mag. (maw)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel