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Alle Rezensionen zu Malene Mortensen
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

Can’t Help It
(2014, Stunt/Sunny Moon STUCD 14162)

Malene Mortensen hat den Sprung über den großen Teich gewagt und ihr neues Album mit amerikanischen Musikern aufgenommen: Pianist Christian Sands fungiert gleichzeitig als musikalischer Direktor, dazu kommen Burniss Earl Travis II am Bass und Drummer Terreon Guilly – allesamt durchaus etablierte Musiker. Die neue Umgebung tut ihr hörbar gut: zum einen ist sie stimmlich besser denn je, zum anderen hat sie bei der Auswahl der Stücke ein glücklicheres Händchen als mehrfach in der Vergangenheit.

Zunächst leistet sich die Dänin mit »Honeysuckle Rose« jedoch einen klassischen Fehlstart, so richtig will der laszive Funk hier nicht zünden. Ganz anders das Paket »Alone Together / Sweet Solitude«, wo sie dem alten Standard doch tatsächlich Neues abluchsen kann! Es geht sehr abwechslungsreich weiter: Auf die Bacharach-Ballade »Alfie« folgt Stevie Wonders »Can’t Help It«, in dem die Rhythmen geschickt durcheinander gewirbelt werden. Gitarrist Paul Banks kommt als Gast vorbei und bringt gleich sein eigenes »The Rest Of Mine« mit: auch dieser Pop-Mantel steht ihr. Drei Stücke hat sie selbst geschrieben, davon ist das quirlige »Summer Haze« richtig gut, sehr gelungen auch der Klassiker »My Favorite Things«. Unterm Strich also MM’s bislang beste CD. (tjk)

Malene Mortensen: Can’t Help It

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.malenemortensen.dk

   

You Go To My Head
(2012, Calibrated CALI 124)

Eher rockig beginnt Malene Mortensen mit »Your Love Is Digital«, das liegt ihr eindeutig! Sie fühlt sich hörbar wohl, wenn es etwas mehr nach vorne geht. Sieben Eigenkom- positionen, mit dem guten Gitarristen Carl Mörner Ringström geschrieben, stehen der Popbühne näher als dem Jazzkeller. Ihre Band kann beides: Oscar Johansson (p, key), Paul Hinz (b) und Daniel Johansson (dr) begleiten je nach Anforderung unaufdringlich (»Ambiguous Blues«) oder groovig, wie in »The Constant Companion«.

Die jazzigen Songs fallen dagegen deutlich ab. Besonders die Wahl von »Misty« ist unglücklich, auch Malene Mortensen scheitert an dem Versuch, einem der abgenudeltsten Standards der Jazzgeschichte neues Leben einzuhauchen. Der Titeltrack, auch ein alter Klassiker, macht zumindest neugierig mit Marsch-ähnlichem Schlagzeug. Mit »No Halo« schließt sie den Kreis zu eher rockigen Klängen. Liegt ihr ja auch mehr. (tjk)

   

Agony & Ecstasy
(2009, Stunt STUCD 09112)

Verknöcherte Jazz-Traditionalisten hat die dänische, mit ihren 27 Jahren noch immer blutjunge Sängerin stets verschreckt. Zum einen natürlich mit ihrem Äußeren, denn welche Jazz-Sängerin posiert schon nackt auf dem Cover (2006 auf »MALENE«) oder – wie hier – streng geschminkt in enger Lederhose und Leoparden-Top? Zum anderen aber auch durch ihr Repertoire, wo sie vom wohligen Easy-Listening-Jazz zum konventionell Konservativen wechselte, dann wiederum Weihnachtslieder bearbeitete und mit der aktuellen Veröffentlichung „Agony & Ecstasy“ nun vermutlich im Popregal der Plattengeschäfte einsortiert wird.

Wahrscheinlich häutet sich Malene Mortensen gern, aber die neuerliche Kurskorrektur könnte auch anderweitig begründet liegen: Ganz ohne Produzent und Studiomusiker, stattdessen mit ihrer eigenen, vierköpfigen Band liefert sie diesmal ausschließlich Eigenkompositionen, die in ihrer hymnischen Qualität an den Achtziger Jahre-Sound von Kolleginnen wie Joni Mitchell oder Rickie Lee Jones erinnern. Und ein Quäntchen Soul steckt auch in dieser elektrisch instrumentierten Jazzrock-Melange, die mit rockigen Gitarrensoli Jazz-Traditionalisten verschreckt, durch ihre musikalische Komplexität jedoch ebenso alle Teenies ratlos zurücklassen wird. An Genre-Grenzen nicht interessierte Hörer sind hier klar im Vorteil. (peb)



Siehe auch:
Kasper Villaume
Morten Lund
Benni Chawes
Ole Matthiessen

   

Malene ... To All Of YOu
(2008, Stunt/Sunny Moon STUCD 07152)

Na – geht doch! Ob man nun Weihnachtsmusik mag oder auch nicht, da hat uns Malene Mortensen eine schöne Platte vorgelegt, die swingend und jazzig all die bekannten Weihnachtsklassiker bearbeitet, die unsereins spätestens ab dem 23sten doch hört. Singen kann sie ohnehin, zugleich hat sie sich auf ein begleitendes Trio beschränkt plus dem ein und anderen gelegentlichen Gastmusiker.

Schon »Once Upon A Christmas Song« ist äußerst gelungen geraten, der alte, ein wenig in die Jahre gekommene Chris Rea Titel »Driving Home For Christmas« klingt bei ihr noch einmal angenehm frisch und doch wohlvertraut. »Winter Wonderland« zeigt sich gerade zu fetzig, und selbst »Last Christmas«, einst von George Michael weihevoll intoniert, wirkt bei ihr angenehm verjüngt. Nur ihre Versionen von »Silent Night« und »Maria durch ein Dornbusch ging«: Da vergreift sie sich dann doch im Ton und vermag das Pathos nicht zurückzudrängen – aber das mindert den überaus positiven Gesamteindruck nicht wesentlich. (frk)



Siehe auch:
Magnus Hjorth Trio

   

Malene
(2006, Stunt/Sunny Moon STUCD 06172)

Warum Malene einen diesmal vom Cover so nackig anschaut? Tja, vielleicht soll es ja irgendwie erotisch sein. Dabei kommt es doch auf die Musik an! Und die fällt diesmal ausnehmend konventionell und geradezu konservativ aus. Sehr weich, sehr gediegen und damit sehr abgesichert arbeitet sie sich durch bekannte Jazzstandards, bleibt dabei aber in Stimmfärbung und Ausdruck recht brav und artig und vermeidet jegliche Rauheit oder Kantigkeit.

Handwerklich sind die 12 Songs solide produziert, was das Gefühl einer gewissen Leblosigkeit aber nur verstärkt. Dies gilt besonders für ihre Adaptionen von Branford Marsalis' »Another Day« oder von John Mayers »City Love«, die an einem vorbeiplätschern, während ihre Eigenkompositionen durchaus den einen und anderen Hinhörer haben. Musik für Lehrer, die nur noch selten aus dem Haus gehen, dafür manchmal im Sessel einschlafen. (frk)

   

Date With A Dream
(2005, Stunt STUCD 05032)

Aha, wieder so eine neue skandinavische Jazz-Stimme – weiblich, unaffektiert und gewiss erfolgreich. Und beim ersten oberflächlichen Hören findet man sogleich diese Erwartung bestätigt. Doch schon bald bietet die erst 23 Jährige Malene Mortensen weit mehr: Nämlich entschieden unakademischen Jazz, der wohlig intendiert einen an den Haken nimmt und in die Höhe hebt.

Schön etwa ihre Coverversion von »All I want«, einem der besten Joni Mitchell Titel überhaupt, der hier gemächlich daher kommt – und dennoch das Original nicht erreicht. Gelungen wirkt auch ihre Eigenkompositionen »Egyptian Moonlight«, bei der sie sich beherzt frei singt. Oder nehmen wir »Blur«: ein Beispiel, wie klug, weil einfühlsam bei weiterhin vorhandener Sperrigkeit Ohrwürmer sein können. Nicht unterschlagen sollten wir auch ihre illustre Band, als da wären der versierte Schlagzeuger Morten Lund, der ehemalige Chick Corea-Bassist Avishai Cohen und der jungen Pianostar Kaspar Villaume, der dies Album auch umsichtig produziert hat. Alles große Namen, die sich ihrerseits glücklich schätzen dürfen, Miss Mortensen auf ihrem Spaziergang durch die Welt begleiten zu dürfen. (frk)



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