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Alle Rezensionen zu Ulver
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Blood Inside
(2005, Jester Records TRICK033)

»BLOOD INSIDE« setzt die wunderbare und seltene Tradition fort, seine Zuhörer nicht zu langweilen. Die sich wiederholt neu erfindenden Ulver malen dabei wie schon auf ihren früheren melancholischen Alben unkonventionelle Bilder. Da die Musiker das Songschreiben nicht verlernten und Gesang wieder als etwas Willkommenes ansehen, entpuppt sich »BLOOD INSIDE« als Symbiose aus Industrial, Jazz, Rock und Trance. Besonders bei »It Is Not Sound« drängt sich der Eindruck auf, Liebhabern von Pink-Floyd-Psychedelika zuzuhören.

Woanders swingt man regelrecht, um kurz darauf von ängstlichen Streichern eingeholt zu werden. Analoge Synthesizer, E-Gitarren, Alltagsgeräusche und schließlich der für ungeübte Ohren teils unharmonische Gesang fordern besondere Aufmerksamkeit. Doch die aufgebaute Spannung brandet sich mächtig an, dass sich der Zuhörer fast ein Küchenmesser griffbereit wünscht. Das Konzept der Überraschung wirkt somit als beabsichtigte Irritation; es transportiert Emotion und inspiriert dazu, in sich zu schauen. Letztlich endet alles mit dem Kingeln eines Notruftelefons. Was gemeldet wird, ist aber sicher keine Blut-Armut. Eher ein Drogenrausch. (jeb)



Siehe auch:
Zyklon
Arcturus

 Ulver: Blood Inside

   

Lyckantropen Themes
(2002, Jester Records TRICK024)

Soundtracks ohne ihren Film sind nackt und ohne Bezug. Dieses verbreitete und zum Teil begründete Klischee zu widerlegen, gelingt der intelligent agierenden Band Ulver mit »LYCKANTROPEN THEMES«. Das Nachempfinden der im gleichnamigen Independentfilm transportierten isolierenden Einsamkeit, Angst und Verzweiflung kann man fast am eigenen Leib spüren, wenn man sich nur aktiv auf die Musik einlässt.

Rein elektronisch in Kraftwerks Handwerkskunst eingespielt, vermittelt das Album mit oft echolotartigen Tönen, mit sparsamer, meist auf Rhythmik sowie Gesang verzichtenden Interpretationen extreme Kühle. Die ständig wiederholte Leitmelodie etwa besteht aus nur zwei Noten. Und am Ende komplettiert verstörendes »Akustik-Chaos« das zutiefst emotionale Erlebnis dunkler Art. (jeb)

   

Silencing the Singing
(EP, 2001, Jester Records 016)

Wie klingt Musik, wenn ihr Thema die Stille ist? Das erste der drei Stücke beginnt mit einem elektronischen Rauschen – einem Störgeräusch, hinter dem allmählich eine einfache Pianomelodie erscheint. Nach einer Zeit verhallt das Klavier; das Rauschen bleibt. Die anderen beiden Lieder funktionieren ähnlich: Permanentes Knistern und Knattern kontrastiert die besinnlichen Töne. Anstatt den Hörer zu irritieren, verstärkt es den Eindruck grenzenloser Weite und Ruhe.

Das experimentelle »SILENCING THE SINGING« ist umso erstaunlicher, als Ulver aus der fiesesten Death und Black Metal-Ecke stammen – Alben wie »BERGTATT« oder »KVELDSSANGER« genießen in der Szene Kultstatus. Doch die Norweger loteten schon früh die Metalgrenzen aus, erhöhten den Folklore-Anteil und gingen 1998 noch einen Schritt weiter mit einer (freien) Lyrik-Vertonung von William Blake. Und 2001 stand dann gänzlich im Zeichen der Stille. (map)

   

Kveldssanger
(1996, Head Not Found HNF014)

Auf ihrem '95er Debüt »BERGTATT« öffneten Ulver (norwegisch für Wölfe) die Tür vom Black Metal zum Folk. Auf dem Nachfolger treten sie vor die Tür – und knallen sie hinter sich zu. Statt E-Gitarren und (Kreisch)Gesang vereinen sich Folklore, Akustikgitarren und Kantaten von Bandkopf Kristoffer »Garm« Rygg zu einem zeitlosen Ganzen. Gelegentlich flaniert eine einsame (Quer)Flöte durch das Lieder-Dutzend, beiläufig gesellt sich ein Cello dazu.

Sehr leise, sehr friedlich, sehr schlicht, doch gerade deshalb überwältigt »KVELDSSANGER« unerhört aufdringlich eindringlich. Wenn Leitwolf Garm seine ausschließlich nordischen Texte säuselt, flüstert, tönt, ist ihm die Gefolgschaft des hypnotisierten Hörer-Rudels gewiss. (nat)



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