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Alle Rezensionen zu Hidria Spacefolk
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Balansia
(2005, Nordic Notes NN01)

Ob auch in finnischen Behörden vergilbte Zettel hängen, auf denen zu lesen steht: »Wir sind hier auf der Arbeit, nicht auf der Flucht«? Die vom Folk nicht unbeeinflussten Rocker von Hidria Spacefolk jedenfalls scheinen es ungeheuer eilig zu haben; geradezu manisch getrieben bearbeiten sie ihre Instrumente und verzichten – Stimme braucht Zeit, sich zu entfalten – auf jeglichen Gesang. Tief verwurzelt sind sie dabei in der Hektik der angeblich so tranigen Siebziger-Musik mittels endloser Gitarrenfahrten (mit Hanoi Rocks-Gitarrist Andy McCoy als Gast) und nimmermüden Orgel-Abfolgen plus durchtrainierter Drums, wie man sie wiederum erst seit den späten 90ern kennt. Das alles lässt einen zunächst recht sprachlos auf der Audio-Autobahn zurück, und man weiß nicht recht, ob man wirklich auf Dauer mitfahren will.

Ein Tipp daher: Man lasse sich fest auf einen Stuhl binden, während im CD-Player die Scheibe auf Wiederholung eingestellt ist. Und siehe: Anfangs ist man angesichts der obsessiven Hippeligkeit kurz vorm Durchdrehen, fällt danach kurzzeitig in eine tiefe Lethargie, bis einen langsam der treibende Rhythmus immer mehr packt, man schließlich selbst mit den Ohrläppchen wackelt und die Fesseln sich wie von selbst lösen. Sehr sonderbar das. (frk)



Siehe auch:
Hanoi Rocks

 Hidria Spacefolk: Balansia

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.hidriaspacefolk.st

   

Symetria
(2007, Nordic Notes/Broken Silence NN012)

Gibt es irgendwo im Universum fremdes Leben? Ist irgendeiner der Millionen Planeten, Sterne oder Zwerge, die da in endlosen Weiten vor sich hin trudeln, besiedelt? Man weiß es nicht. Sicher ist nur, dass unsere Erde gelegentlich Besuch von einer seltsamen Spezies bekommt: Sie verständigen sich mittels kreiselnder Gitarrenklänge, die bald an Tempo zunehmen, bis sie fortlaufend auf der Stelle hüpfen und bei uns Erdlingen ein ganz und gar seltsames Gefühl des Schwindels und des Taumelns hervorrufen – wenn wir nur bereit sind, unsere Ohren zu öffnen.

Nun wurde zum siebten Mal diese rabiat-sphärische Musik eingefangen und auf eine kleine, silberne Scheibe gebannt. Und bald wachsen einem die Haare, schütteln sich die Glieder, wirbeln die Gedanken. In diesem Sinne: Come on Hippie, let's dance! Der Himmel ist schließlich nah und endlos weit weg zugleich, und das will gefeiert werden. (frk)

   

HDRSF-1
(2006, Nordic Notes/Broken Silence HDRSF-1)

Zugegeben: Man muss verrückt in Kopf und Seele sein, um dieSpacefolkrocker zu mögen. Ist aber beides der Fall, wird man sich an ihren treibenden und kreiselnden Stücken erfreuen können, die einen wie einen Strudel hinab in die Urgründe des Folkrocks ziehen. Dabei gibt der Drummer sein Letztes, die Gitarren rennen um die Wette, und im Hintergrund blubbert und wabert und zischt es aufs Psychedelischste. Mithin: Tempo, Tempo, Tempo und nochmals Tempo.

Das vorliegende Album geht dabei zurück auf liegengebliebenes Material der letzten Jahre. Entsprechend haftet der Produktion etwas zusätzlich Raues und Unfertiges an, das wunderbar zu ihrem kompromisslosen und nur dem Spaß verpflichteten Stil passt. Ein besonderer Höhepunkt ist das Zwischenspiel des Flötisten Teemu Väisänen, der an Jethro Tulls Ian Anderson erinnert – nur natürlich tausendmal besser bläst und spielt und wütet. (frk)

   

Symbiosis
(2002, Nordic Notes/Broken Silence NN005)

Machen wir es kurz, denn die vorliegende, recht frühe Produktion aus dem Hause HS enthält einerseits alles, was man zu dieser Band wissen muss: ihre tiefe Verankerung in den Dauer-Gitarrensoli der Siebziger, gepaart mit einem grundsoliden Rhythmusteppich aus den frühen Neunzigern; ihre Anleihen beim aufs Dauertanzen angelegten Folk, ihre gelegentliche Weigerung, zu singen; ihre Verspieltheiten, wenn Geräte mit vielen Knöpfen in der Nähe stehen.

Andererseits ist einschränkend das »Viel zu viel« des Jethro-Tull-Flöten-Gewimmer zu beklagen, und es fehlt noch entschieden die harte Stringenz der späteren Jahre. Auch ist das Cover und überhaupt die ganze Anmutung der Verpackung arg übertrieben gestrig angelegt. Allein den echten Fan wird das nicht kümmern, denn er ist schon längst dabei, sein Haar zu schütteln, so wie heute und morgen und übermorgen wieder. (frk)



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