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Alle Rezensionen zu Jenny Wilson
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Exorcism
(2018, Gold Medal Recordings/Broken Silence)

Bin ich Dein Opfer geworden, weil sonst zufällig keine andere Frau zu dieser Zeit an diesem Ort unterwegs war? Jenny Wilson, in Schweden vielfach ausgezeichnet, betreibt auf ihrem fünften Album »EXORCISM« die schmerzhafte Austreibung von Dämonen. Die Sängerin wurde vor einigen Jahren auf dem nächtlichen Nachhauseweg Opfer eines sexuellen Angriffs. Der Eröffnungstrack »RAPIN*« beschreibt auf schmerzhafte Weise die Tat und die traumatischen Tage danach. Wilson wählt nervösen, irrlichternden Elektropop als ihr musikalisches Medium, um das an ihr begangene Verbrechen zu verarbeiten. Der verstörende Refrain bleibt auf beklemmende Weise hängen! Wilson gehörte übrigens Ende vergangenen Jahres zu den 2.000 Frauen in der schwedischen Musikindustrie, die ein öffentliches Manifest gegen sexuelle Gewalt in der Branche unterschrieben. Wir wissen, wer ihr seid!

Jenny Wilson, einst als süße, massengeschmackstaugliche Popprinzessin gestartet, schert sich einen Dreck um Rollenerwartungen. Ist in kraftvollen Tracks wie »The Prediction« wütend und hysterisch und unberechenbar. Barbieland ist abgebrannt. Die Musikerin setzt düstere und künstlich blubbernde Clubsounds ein, rappt und begehrt auf. Will sich nicht auf den Opferstatus reduzieren lassen. Hat auf dem Titelstück keinerlei Scheu davor, die Dinge konkret zu beschreiben, die ihr angetan wurden. Und in dieser schmerzhaften Offenheit findet Wilson Kraft und Selbstbewusstsein, das Trauma zu bewältigen. Ohne ihre Feinfühligkeit zu verlieren. Steht zu hoffen. (emv)

Jenny Wilson: Exorcism

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.jennywilson.net

   

Love & Youth
(2005, Rabid Records RABID02-5)

Sie ist das strahlendste Sternchen am Pophimmel, das Schweden zur Zeit vorbringen kann. Jenny Wilson ist eine selbstbewusste Lady mit dick aufgetragenem, roten Lippenstift, großen, goldenen Ohrringen und einem außerordentlichen Feingespür für komplexe, aber eingängige Songstrukturen. Ihr Debüt »LOVE & YOUTH« erzählt zwölf kleine Geschichten, die sich allesamt um Jennys Schultage, die Liebe, Jugendträume und Nasenbluten drehen.

Dabei hat die 30-Jährige Künstlerin aus Malmö ihr Popsoul-Album selbst eingespielt und produziert. Variierende Rhythmen und wechselnde Tempi treiben ihre Songs voran, die vor allem durch ihre melodische Stimmenkunst dominiert werden. Oft liegen mehrere Gesangspuren übereinander, laufen versetzt zueinander und harmonieren mit Gitarren, Synths und Glockenspiel. Organisch ist Wilsons Album; es wartet auf mit vielen Raffinessen und Details. Wahrlich ein schönes Wunderwerk. (lic)



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