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Alle Rezensionen zu Nicolai Dunger
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Tranquil Isolation
(2003, Dolores/Virgin 7243.82844.2)

Bisher schuf der Mann aus Norrland, der sich ursprünglich nicht entscheiden konnte, ob er Profi-Fußballer oder Musiker werden sollte, schon einige beachtliche Singer/Songwriter-Alben. Diese Zusammenarbeit mit dem kauzigen amerikanischen Songschreiber Will Oldham geriet jedoch zu Nicolai Dungers bisherigem Meisterwerk, geradewegs in der Nachfolge des frühen Marc Bolan und Tim Buckley. Auch ein »Tribute To Tim Hardin« lag Dunger am Herzen.

Dunger besuchte den Eremiten Oldham; zusammen fuhren sie dann zu dessen Bruder Paul Oldham und seiner Farm, tief in der Pampa von Kentucky. Dort bannten die Protagonisten mit den sparsamen Mitteln von Folk und Blues und natürlich ihren brüchigen Charakterstimmen eine Handvoll Songs auf Band, die das Zeug zum Klassiker haben. Die wärmsten und intimsten Lieder entstehen eben doch oft zwischen Hunden und Katzen und mit primitivstem Aufnahme-Equipment. (peb)



Siehe auch:
Georg Riedel, Sarah Riedel & Nicolai Dunger


Zum Artikel über Nicolai Dunger

Nicolai Dunger: Tranquil Isolation

   

Play
(2010, Fargo/Naive 3298490 211939)

Bescheidenheit ist der neue Hedonismus. Gelassenheit ist die neue Korrekthaltung. Wärme ist die neue Coolness. Auf diese Ideen könnte man kommen, wenn man sich zu intensiv auf Nicolai Dungers auf altmodische Weise gelassenes Album »PLAY« hört. Mit dem knisternden Lagerfeuer spielt der schwedische Singer-Songwriter nur, im alleridealsten Fall mit Kollegin Nina Persson in der Liebeswerben-Ballade »Tears In A Child´s Eyes«. Im weiten blauen Sehnsuchtsland der Prärie lässt er sich aber zu gerne auf Abwege leiten - wohl wissend, dass der junge Bob Dylan und die weisen Calexio über ihn wachen.

Die sanfte Melancholie altersweiser Cowboys ist eine Haltung, die Nicolai Dunger bestens steht: Mit seinem nur scheinbar reduzierten Folkpop hebt er immer wieder in lichte Höhen ab, in denen das Piano euphorisch tanzt und sich die Schlichheit unversehens zur Sinfonik wandelt. Dann reicht in kleinen Preziosen wie »When Your Work Is Done« eine einzige Akustikgitarre, um eine Wärme zu erzeugen, die noch stundenlang im Herzen brennt. (emv)



Siehe auch:
The Cardigans

   

Nicollide And The Carmic Retribution
(2008, EMI 5099951935023)

Ein ganzes Orchester soll es sein, was seinem Organ Halt gibt. Die Streicher rücken sich zurecht und die Oboe darf noch einmal kurz ins Holz hauchen, bevor es losgeht. Aber bereits nach dem gelungenen Intro überwiegt die Ratlosigkeit. Für ein Orchester geben die Kompositionen Dungers einfach nicht genug her. Nicht vielschichtig genug sind die Arrangements, so dass die addierten Instrumente zwar durchaus ihre Funktion als Staffage erfüllen, aber zum Spannungsaufbau zu wenig beitragen, um den Aufwand zu rechtfertigen.

Die reduzierten Songs sind somit die ergreifendsten, auch wenn manche Melodielinie in den übrigen Liedern Lichtblicken am immerwährend freundlichen Horizont gleicht. Mit »Been Cheating« und »Too Free To Be Gone« hat Dunger zudem zwei nonchalante Herzensbrecher dabei, die ihm den Weg auf die große Popbühne erleichtern werden. Beim nächsten Mal dann. (maw)

   

Rösten Och Herren
(2007, V2 VVR 1045282)

Es ist eigentlich logische Konsequenz, dass Nicolai Dunger nun endlich sein Alterswerk vorlegt, obwohl er erst 1970 geboren wurde. Seine Liebe zu knarzigem Country und Folk, zu herunter arrangierten Akustikgitarren und lyrischen Intimussen war seit jeher präsent. Und nun darf er zielstrebig im karierten Hemd durch die ausnahmslos schwedisch eingesungenen Songs stapfen.

Auf der Single »Sången Över Bron« wird eine Stimmung der Vereinsamung laut – in leidendem Ton, mit schwermütigem Klavier samt hintergründiger Frauenstimme. Leichte Jazz-Anflüge durchziehen das Werk, was mit dem getupften »Rulla Mig« einen weiteren Höhepunkt bereit hält. Was schwerlich davon ablenkt, dass dieses Album gesetzt und teilweise schrecklich altersmild ist. (maw)

   

Here’s My Song, You Can Have It … I Don’t Want It Anymore / Yours 4-ever Nicolai Dunger
(2004, Virgin/EMI 970802902760.2)

Er ist schon ein Schelm, der Nicolai Dunger. Den Anwärterposten auf den längsten CD-Titel dürfte ihm wohl niemand so schnell wegschnappen. Doch auch musikalisch schlägt der Schwede nach »TRANQUIL ISOLATION« wieder einen Haken.

In Kooperation mit Jonathan Donahue von Mercury Rev segelt er diesmal durch ausgefeilt arrangierten Indie-Pop. Wer Mercury Revs Alben kennt, schätzt deren opulent-ungewöhnliche Instrumentierung und sperrige Songstrukturen. Die verbrüdern sich hier schlüssig mit Dungers Folkansatz und seiner oft ein wenig leidend klingenden Stimme. Sein neuntes Album demonstriert somit Weiterentwicklung, entpuppt sich im Vergleich zum letzten Album aber dennoch als Rückschritt. (peb)

   

The Cloud Is Learning
(2000, Dolores/EMI 2438.48479.2)

Dungers meist ruhige Stücke sind durchzogen von Country- und Blues-Elementen, die ihren Ausgangspunkt in der heimatlichen Folklore haben: eine CD ohne Schnörkel, die an Tim Buckley und den frühen Marc Bolan erinnert. Als Ergänzung zu späteren Werken erweist sich »THE CLOUD IS LEARNING« dann aber doch als recht aufschlussreich, denn Dunger wechselt Stil und Musiker mit nahezu jeder Platte. Hier werkelte er beispielweise mit Ebbot Lundberg von The Bear Quartet.

Höhen fehlen zwar ebenso wie Tiefen; besonders Country-Fans sollten dem Mann aus Umeå jedoch eine Chance geben. Denn mit sparsamer Instrumentierung und seiner charakteristischen Stimme trifft er des öfteren geradewegs ins Herz, wenn auch die Songs noch nicht so pointiert gerieten, wie man sich das wünschen würde. (rab)



Siehe auch:
The Bear Quartet



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