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Alle Rezensionen zu Christian Kjellvander
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

A Village: Natural Light
(2016, Tapete/Indigo)

Der große Schmerzensmann ist zurück. Christian Kjellvander erhebt auf »A VILLAGE: NATURAL LIGHT« die Enttäuschung und den erwachsenen Umgang damit zur Kunstform. Das Leben schlägt einem manchmal wie ein Schwall eiskaltes Nordseewasser ins Gesicht. Wir können zetern und klagen oder wie Donald Trump immer die anderen für unser Ungemach verantwortlich machen. Das hat der waldschratig daherkommende Kjellvander überhaupt nicht nötig: Er hat sich für die Aufnahmen in sein heimisches Domizil zurückgezogen, eine ehemaliger Kirche im Örtlein Österåker. Seine liebsten musikalischen Mitstreiter und seine Frau Karla-Thérèse an den Backing Vocals um sich versammelt. Und zelebriert samtige, dunkelschwarz funkelnde Americana-Klänge. Die unbedingte Verliebtheit beim Mittsommer-Tanz droht hier unversehens ins dunkle Grab zu führen. Und nein, das ist klingt ebensowenig morbide wie die düsteren Moritaten der finnischen Seelenverwandten Mirel Wagner. Denn hier hat einer seinen Frieden mit den Schicksal geschlossen.

Wir wärmen uns hier an der Lagerfeuerglut. Die bekanntermaßen am längsten brennt! Kjellvander gibt den Hohepriester der abgeklärten Nachtgedanken. Trägt meist verlangsamte, kundig arrangierte Songperlen vor. Geht damit heftig ans Herz. Der sehr feine Track »Riders In The Rain« erinnert in seiner sanften Todessehnsucht an den frühen Smiths-Song »Asleep«. Bitte vergesst mich nicht! Was schon ein implizites Bekenntnis zum Leben ist. Man möchte sich dieses Album um den Hals legen wie den alten, noch von der Großmutter gestrickten Schal. Um all den Herbststürmen dieses Lebens zu trotzen! (emv)



Siehe auch:
Mirel Wagner

Christian Kjellvander: A Village: Natural Light

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.christiankjellvander.com

   

The Pitcher
(2013, Tapete/Indigo TR273)

Christian Kjellvanders Kapital ist die die Stimme, diese tiefe und voluminöse, aber auch charakterstarke und traurige Stimme, die ihresgleichen sucht. »THE PITCHER«, das fünfte Solo-Album des Schweden, der auch als Kopf der Loosegoats fungiert, entstand in einer alten Kirche in ländlichem Ambiente und wurde dank die Beteiligung der »Göteburgs Symfoniker« ein besonders dicht, fast schon dramatisch instrumentiertes, aber deswegen nicht weniger anrührendes Werk.

Kjellvander, mit der Musik von Townes Van Zandt, Johnny Cash und Neil Young – dessen alten Amp er hier benutzt – groß geworden, liefert nach wie vor die besten Beiträge zum Alternative Country – nach schwedischen ebenso wie nach internationalen Maßstäben. (peb)

   

The Rough And Rynge
(2011, Startracks/Indigo 952652)

Ein Schritt zurück ist auf zielführender als zwei nach vorn zu machen. Christian Kjellvander, der ja immer schon klang, als sei er sein ganzes Leben auf staubigen Straßen Amerikas unterwegs gewesen und den man daher eher auf einer Farm zu Hause vermutet als in einem Stadt-Loft, zog sich zum Songschreiben ins ländliche Exil zurück. Auch die Aufnahmen – in fünf Tagen gemeinsam mit der Band eingespielt – hielt er bewusst reduziert, karg, »low-down«.

Sein ganzes Album »THE ROUGH AND RYNGE« fiel dementsprechend unaufgeregt aus, und wie so oft fasziniert es wohl gerade deswegen. Christian Kjellvanders in jeglicher Hinsicht reduzierte Folkrock-Songs, sein sehnsüchtiger, klagender Gesang, und die entspannt agierende Band – all dies wirkt schlüssig wie zu seinen besten Zeiten. (peb)

   

I Saw Her Frome Here / I Saw Here Frome Her
(2007, V2/Rough Trade 150-1182)

Ächzende Beziehungsgebaren und Liebesschwüre, die den Bann der Melancholie nicht brechen können. Nicht nur das Cover malt schwarz, auch die Musik trägt Trauerflor. Die Hoffnung flackert mit fahlem Schein und ersprießt in Hymnen wie dem reviermarkierenden Opener »Poppies And Peonies«. Der Rest ist durchweg countryhafter Färbung, dem der Wüstensand des amerikanischen Südens zwischen den Notenschlüsseln steckt.

Reduzierte Dittes wie »Somewhere Else« atmen eine scheue Atmosphäre und lassen aufhorchen. Und gerade wenn die Ödnis Überhand gewinnen will, entdeckt der Schwede doch noch den raubeinigeren Rock. Ein Album mit exzellenten Einzelsongs, aber auch kahlen Landstrichen. Er kann es noch feinsinniger und berührender. (maw)

   

Faya
(2005, Startracks/Rough Trade STAR 132100-2)

Natürlich haben wir noch den wüstenstaubigen Vorgänger »SONGS FROM A TWO-ROOM CHAPEL« im Ohr, der an allseits bekannte Americana-Heroen anknüpfte. Danach ging Kjellvander erstmal zurück in die USA – wo er bereits früher lebte – und schrieb dort die Songs für den Nachfolger. Er hat es wohl ruhig angehen lassen, denn das in einer alten Schule in Skåne aufgenommene »FAYA« fiel insgesamt ruhiger, introvertierter, tragischer aus.

Es gibt: wimmernde Pedal Steel-Gitarren, gebrochene Stimmen, versunkene Chöre, so liebestrunken wie einsam jaulende Coyoten – ganz große Gefühle eben. Musik, die mit jedem Hören wächst. Ach ja – jede Menge Leute waren auch beteiligt, so etwa Firesides Per Nordmark, Nina Persson, Tias Carlson oder als Mann am Mischpult Craig Schumacher (Giant Sand, Calexico). Eine Platte zum Schwelgen. (peb)



Siehe auch:
Loosegoats
Fireside
The Cardigans
Tias Carlson

   

Introducing The Past
(2004, V2/Zomba 707.2442.2)

Seine Musikerlaufbahn begann lange vor seinem Solodebüt 2003. Christian Kjellvander veröffentlichte mit seiner alten Band, den Loosegoats, in vier Jahren fünf Alben, und erfolgreich waren sie alle. Damit auch der deutsche Fan einen Einblick in das gesamte Schaffen des Halbamerikaners bekommt, gibt es nun ein limitiertes Doppelalbum.

Liveaufnahmen, B-Seiten und ältere Werke, die Kjellvander im Heimatland längst einen Ruf als ausgezeichneten Musiker eingebracht haben, zeigen sein Repertoire, das vom Rock bis zum gewohnt gutem Songwriting reicht. Kurz: eine großartige Songsammlung in großartiger Aufmachung, die das Warten auf ein neues Album verkürzt. Definitiv nicht nur für Fans. (lic)

   

Songs From A Two-Room-Chapel
(2002, V2/Zomba)

Was für ein CD-Titel, was für Musik! Normalerweise musiziert der in Schweden geborene, in den USA aufgewachsene und nun wieder in seine Heimat zurückgekehrte Kjellvander mit seiner Band Loosegoats. Auf seinem Solo-Debüt leistet er sich weit dichtere Arrangements, fügt Streicher, Bläser, Spinett oder Pedal Steel-Gitarre hinzu und erinnert trotz aller Opulenz an New Country-Heroen wie Ryan Adams, Wilco oder seinen Landsmann Kristofer Aström.

Man mag lange darüber diskutieren, ob nun die umgebende Landschaft die eigene Musik beeinflusst. Fakt ist: Kjellvander liefert ergreifenden »Northern Blues« ebenso wie ruppigen Americana-Folkrock, geprägt von seiner kehligen Cowboy-Stimme. Ob nun Tundra oder Prärie – was zählt, ist die musikalische Qualität, und die ist über jeden Zweifel erhaben. (peb)



Siehe auch:
Kristofer Åström



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