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Alle Rezensionen zu The Movements
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

The World, The Flesh And The Devil
(2009, Alleycat Records/Soulfood ALC017)

Kult Ov Azazel, die Black Metaller aus Fort Lauderdale (Florida, USA), veröffentlichten bereits 2005 ein gleichnamiges Album, und bezogen sich dabei vermutlich auf den Teil eines Gebetes: »From all the deceits of the world, the flesh, and the devil, spare us, good Lord«. Was auch immer The Movements inspirierte – ihr Werk wurde jedenfalls überwiegend im Krankenhaus geschrieben: Nach »GRAINS OF OATS« im Herbst 2006 erkrankte der Fronter David Henriksson an Lymphdrüsenkrebs. Als »therapeutische Maßnahme« konzentrierte er sich zu jener Zeit darauf, an den elf Stücken für »THE WORLD, THE FLESH AND THE DEVIL« zu werkeln. Möglicherweise hat der Garage-Punk-Sixties-Retro-Rock der Göteborg deswegen eine leicht düstere und ruppige Note.

Das Quintett hat in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Björn Olsson (The Soundtrack Of Our Lives) ein reichhaltiges instrumentiertes Werk geschaffen. Gitarrist Christian Johansson setzt Akzente mit Synthesizer, Saxofon, Tamburin und Schlagzeuger Thomas Sundberg spielt ferner Zither. Einzig Daniel Eriksson bliebt ausschließlich beim Bass, während Tastenmann Gustaf Gimstedt von Orgel zu Klavier zu Synthesizer wechselt – und sich übrigens auch auf Mando Diaos aktuellem Studioalbum verewigt hat. Darüber hinaus verleihen einige Mitglieder der Streicher-/Bläser-Abteilung des Göteborger Symphonie Orchesters manchen Liedern melancholische bis theatralische Untertöne. Wer in Sachen Retrosound keine Ware von der Stange kaufen will, der sollte in diesen Langspieler der 2001 gegründeten Kapelle reinhören. (nat)



Siehe auch:
The Soundtrack Of Our Lives
Mando Diao

The Movements: The World, The Flesh And The Devil

   

Like Elephants 2
(2014, Crusher Records)

Wie wäre es, wenn wir die Dinge einfach ausprobieren, furchtlos und offen? Feiglinge sind die Movements auf »LIKE ELEPHANTS 2« wahrlich keine. Vor dem Überschreiten von Genregrenzen haben die Schweden noch nicht Angst gehabt. Sie machen nahtlos da weiter, wo sie bei Teil Eins ihres wild wuchernden Opus angefangen haben und freibeutern souverän zwischen Stoner Rock, Grunge, 60ies-Feeling und mächtig überkandideltem Glamrock. Nur um nach allerlei Exzessen ganz zum Ende hin in blumenkindhaft naiver Weise zu fragen: »What would happen if I tried?« Die Byrds hätten das nicht schöner ausdrücken können!

Die Göteborger Haudegen wechseln die Stile hier schier im Minutentakt: Balladiges, Folkiges, Ausgeflipptes oder gar Schwelgerisches. Bedienen mit punktgenau gegarten Tracks wie »Yesterday, Now And Forever« alle Langhaarrocker-Klischees. Nur um in »Give It To Me« in so tiefempundene Betrübnis zu verfallen, wie das nur Männer können, denen ernsthaft das Herz gebrochen wurde. Ach, diese melancholische Steel Guitar! Dass Retro alles andere als Stillstand bedeutet, machen die Movements hier unmissverständlich klar. Auf die Attitüde kommt es an, wenn die Schweden den psychedelischen Aufbruch Ende der 60er frisch und authentisch in die Jetztzeit bringen! (emv)

   

Like Elephants 1
(2013, Crusher Records CRCD023)

Knietief in den seligen 70ern mit den Movements: Die langmähnigen Schweden versuchen auf »LIKE ELEPHANTS 1« nach mehr als zehn Jahren Bandgeschichte auf dem Buckel, sich neu zu erfinden. Sondern halten mit psychedelisch inspirierten, gleichwohl gradlinigen (Garagen)-Rock das Erbe von Jim Morrison hoch. Stillstand sieht jedoch anders aus: Die Movements schnuppern hier mit Songs wie »It Takes A Spark« inspiriert ins Poplager herein oder versuchen sich im Opener »The Death Of John Hall D.Y.« an uhuu-jubilierenden Harmoniegesängen. Umschmeichelt von der Farfisa-Orgel. Das würden selbst Simon And Garfunkel nostalgisch!

Ein gewisses ironisches Glitzern in den Augen ist den Schweden um Sänger David Henriksson erfreulicherweise eigen. So dass sie ohne rot zu werden mit der gefühligen Ballade »Shady Wind« darauf abzielen, dass im Publikum die Feuerzeuge geschwenkt werden. Oder sie packen im leicht ausufenden »Ingenting Kommer Ur Ingengenting« ungeniert die Sitar aus und zünden Räucherstäbchen für George Harrison an. Angenehm entspannt geht es hier zu und unerwartet leichtfüßig. Nostalgie muss nicht mit heiligem Ernst daherkommen!
(emv)

   

Follow
(2011, Teen Sound Records)

Zehn Jahre. Zwölf Songs. Die Movements feiern eine ganze Dekade Bandgeschichte und wagen einen nostalgiefreien Blick in die Vergangenheit. Um mit der Nase darauf gestoßen zu werden, dass man sich einst schwor, niemals staatstragend erwachsen zu werden! »FOLLOW THE MOVEMENTS« macht eine elegante Verbeugung vor sich selbst mit dem Re-Release der ersten, längst vergriffenen ersten EP »DRAG ME UP« und öffnet die Dachboden-Schatzkiste, die sechs bislang unveröffentlichte Songs enthält. Vor allem aber ist dieses Nicht-Nur-Liebhaberplatte eine einzige Solidaritätserklärung an die emotionale Wucht der Farfisa-Orgel und den räucherstäbchenvernebelten Gegenwelten-Aufbruch der 60er.

Gitarren girren wir Sitars, garagenrockige Ruppigkeit paart sich mit endlos mäandernden Psychedelik-Traumwelt, Frühpunk trifft auf untergründige Prärieherrlichkeit. Und all diese Ingredenzien erzeugen eine Rotz-Vorstadtrocker-Euphorie, die abhebt wie die Auspuffschwaden einer frisch frisierten Honda und die so dicklippig daherkommt wie altes Motorenöl. Und ebenso schwarz glänzend! Im epischen »You Don´t Know«, dem heimlichen Höhepunkt des Albums, verlieren sie sich fast in endlosen Rauschwelten. Um souverän zu landen. (emv)

   

For Sardines Space Is No Problem
(2009, Sulatron/Cargo st 0903)

Inspiriert durch den schwedischen Astronauten Christer Fuglesang, bis zum ersten Raumflug 2006 bekannt als »der Astronaut, der es niemals schafft ins All zu kommen« und die Größen des Space-Rock-Genres der 70er Jahre, begannen The Movements um David Henriksson ein Konzeptalbum zu schreiben. Das Ergebnis »FOR SARDINES SPACE IS NO PROBLEM«, angeblich das Motto der Ausbildungsgruppe Fuglesangs bei der NASA, nahm der Raumfahrer im August diesen Jahres tatsächlich mit an Bord der Discovery.

Musikalisch ist das Werk, wie schon angedeutet, eine kosmische Mixtur aus psychedelischen Klängen und schrägen Krachausbrüchen. Neben den fünf eigentlichen Bandmitgliedern toben sich weitere sieben Musiker an Geige, Gitarre, Flöte, Synthesizer, Klarinette, Saxophon und Mikro aus. Gefällige Harmonien, wie in »Trapped On Earth« schmeicheln den Ohren nur selten, stattdessen blubbern Synthies, wabern Gitarren mit Wah Wah-Effekten durch den Äther, eine dominante Farfisa-Orgel pulsiert, ergänzt durch seltenen, verzerrten Gesang, Sprach-Samples und den einen oder anderen Chor. Gegen Schluss verpasst das Quintett »The Grasp Of The Kings’ Hand Is Not Enough« sogar noch einen folkigen Anstrich. Wer eine etwas andere Dreiviertelstunde erleben möchte: Zugreifen! (nat)

   

Grains Of Oats
(2005, Alleycat Records Alley 001)

Fünf Jungs aus Göteborg müssen tief in den Plattenkisten ihrer Eltern gewühlt haben. Ergebnis der musikalischen Bildungsreise sind eine besondere Vorliebe für die psychedelische Orgel der Doors, die Ruppigkeit der jungen Stones und die Rock'n'Roll-Revolutionssehnsucht der Who. Irgendwo könnte Jim Morrison sitzen uns leise darüber lachen, dass seine Enkel ihn immer noch hip finden. Das Movements-Debütalbum »GRAINS OF OATS» hält den Sound der späten 60er Jahre wie eine Fackel hoch, und – achja, Nostalgie hin und her! – kommt frisch, spielfreudig und auf einem hohen Energielevel daher.

Mitverantwortlich ist Produzent Björn Olsson, der bereits mit The Soundtrack Of Our Lives ein Händchen für krachende Rock-Rhythmen bewiesen hat. Dass Bands wie Mando Diao mit ihrem Retro-Ansatz derzeit so erfolgreich sind, hat den Ehrgeiz junger schwedischer Bands wohl angestachelt. The Movements präsentieren sich durchaus viel versprechend. Sie könnten ihr Songwriting verfeinern, Sänger David Henriksson an seiner Ausdrucksfähigkeit feilen – und wer weiß - ob die Fünf zum neuen heißen Act taugen? Lust zum lustvollen Abhotten macht das Debüt allemal. (emv)



Siehe auch:
The Soundtrack Of Our Lives
Mando Diao



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