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Alle Rezensionen zu Ensemble Nimbus
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Key Figures
(1994, Ad Perpetuam Memoriam APM 9403 AT)

Übergroße Ehrfurcht vor stilprägenden Vorbildern, uninspiriertes Epigonentum und eine bierbäuchige Ernsthaftigkeit sind einige der Grundübel, die es verhindern, dass sich moderner Progressive Rock weiterentwickelt und nicht nur langhaarigen Retro-Spinnern Spass macht. Nur gut, dass es Ausnahmen gibt, die eine überfällige Portion Leichtigkeit und Experimentierlust ins Spiel bringen. Ensemble Nimbus, das Quintett rund um den Gitarristen und Songschreiber Håkan Almkvist, lässt auf seinem Debütalbum »KEY FIGURES« einen Schwall frischer Luft in abgedunkelte Prog-Stubengrüfte dringen: Folkelemente flirren durch die Songs, Jazziges blitzt als Zitat auf, und zwischendurch wähnt man sich gar in übermütiger Rummelplatz-Atmosphäre. Nur die kurzen Gesangsparts wirken unbeholfen.

Referenzpunkte zum Artrock von King Crimson oder Pink Floyd sind hier bei ausgedehnten Gitarrensoli auszumachen, aber das tut dem Spass keinen Abbruch. Dafür sorgt schon als Gegenpart das aufmüpfig-ausdrucksvolle Klarinettenspiel von Lars Erik Björk, der seine Freiheiten nutzt, um die Band auf interessante Abwege zu führen. Langweilig-pomadig wird es hier nicht. (emv)



Siehe auch:
The Flower Kings

 Ensemble Nimbus: Key Figures

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.tap-records.com/Nimbus.htm

   

Garmonbozia
(2000, Ton Art Production CD-TAP-RHCD 25)

Die Düfte des Orients liegen hier in der Luft: Zimt und süßer schwarzer Tee und ein Hauch Patschuli. Das Quartett um Håkan Almkivst macht sich mit seiner dritten Veröffentlichung »GARMONBOZIA« auf die Reise zu den wuseligen Basaren des Morgenlandes und tut dies recht verspielt: Kann Prog so leichtfüßig sein? So lyrisch und feingesponnen? Schau einer an, das geht doch, wie etwa das Stück »Song For Salman« eindrücklich beweist.

Dass sich Weltmusik, Jazz und Art Rock gegenseitig zu kreativen Expeditionsreisen ins Unbekannte anstiften können, ist eine unerwartete Entdeckung. Die Wurzeln zum Prog sind aber nicht gekappt. Den Hang zu ausufernden Soli haben sich die Musiker erhalten, was aber bei der kecken Bassklarinette viel Spass beim Zuhören bereitet. Nur eine Bitte, Jungs: Bitte lasst das Singen sein! Denn dann ist sie gleich wieder da, die nordeuropäische Erdenschwere, die wie nasser Lehm an den Stiefeln klebt. (emv)

   

Scapegoat
(1998, Ton Art Production CD-TAP-RHCD 12)

Fast alle Prog-Bands haben den Ehrgeiz, schlüssige Kammersymphonien vorzulegen und hochkomplexe Klanglandschaften zu entwerfen, die sich geheimnisvoll der Sinngebung entziehen. Je ambitionierter, desto besser, denn King Crimson oder Henry Cow waren ja keine Dumpfbacken. Auch die Schweden produzieren auf ihrem Zweitling »SCAPEGOAT« schräge, schrille und experimentelle Töne mit hörbarer Lust an der Improvisation. Selbst Fred Frith würde hier anerkennend eine Augenbraue heben.

Was das Ensemble Nimbus wohltuend von anderen Progressive-Rock-Gruppen abhebt, ist die Lust am Gesamtkunstwerk. Und eine unbestreitbare Leichtigkeit, mit der die Band Folkeinflüsse integriert und sich mit Violine, Bassklarinette und Marimba neugierig an Grenzüberschreitungen wagt. »SCAPEGOAT« ist sperriger, weniger zugänglich als der Erstling. Die Band belohnt geduldige Hörer aber durch überraschende Kapriolen und das mutige Erkunden neuer Seitenpfade. (emv)



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