Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Traktor
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Early Adopter
(2010, Not Another Recordlabel NA006)

Es gibt viele Arten von Verzweiflung. Die wütende Verzweiflung glüht dunkelrot. Traktor zelebrierern auf ihrer dritten Veröffentlichung »EARLY ADOPTER« Endzeitstimmung in Endlosschleifen. Kein Licht, nirgendwo, nur stachelige Schwärze. Mit einer deutlichen Vorliebe für britischen 80er Dark Wave und mit viel Lust am aufmüpfigen Postpunk. Die musikalischen Ausdrucksmittel aber werden allmählich erwachsener. Waren die ersten beiden Alben noch hardcore- und screamogeprägt, wird hier geradezu akzentuiert gesungen. Traktor bezeichnen den von Mastermind Marcus Sjöberg produzierten Drittling als ihr »SERGEANT PEPPER«-Album. So kann man die Dinge natürlich auch sehen. Es kommt nur auf die Perspektive an.

Das schwedische Quartett steckt die Nasen neugierig vor die luftdicht abgeschlossene Türen lärmiger Selbstbespiegelung. Greift sich entschlossen neue Spielzeuge. Keyboards sind erlaubt, Bläsereinsätze auch. Epische Gefühlsausbrüche sowieso. Die Gitarre gibt den blassen, unverstandenen Jüngling. Wut und trotzige Traurigkeit reichen sich die Hände. Das macht durchaus Eindruck. Vier, fünf Songs lang. Aber dann stellt sich doch ein gewisser Wiederholungseffekt ein. Auf Dauer anstrengend, diese Aufbegeherei. Kann mal jemand kurz die Vorhänge zurückziehen und zumindest das graue Tageslicht hereinlassen? (emv)

 Traktor: Early Adopter

   

Sequence The Sequence
(2008, I Made This Records IMT009)

Hart im Nehmen, hart im Geben. Wenn Traktor austeilen, dann wackeln Wände und die Aggression ist physisch spürbar. Sie schonen weder Stimme noch Material, sondern säen Früchte des Zorns. Erbarmungslose Drums preschen mit gefletschten Zähnen voran, äxteschwingende Gitarren hacken munter drauf los, und Sänger Fredrik treibt mit brachialem Gebrüll seine Mitstreiter an.

Stakkatoartig sind die Brüche, nur minimal die melodischen Verschiebungen. Es ist knochentrockener Hardcore, der sich mit Postpunk und Mathcore eine wilde Schlacht liefert. Das gelingt mitunter solide bis überlegen, wie beim wildgezackten »Unknown Ceilings«, dennoch nicht vollends überzeugend. Mit Wucht, Herz und Verstand wollen sie ihre Attacke reiten, reizen aber die von Genregrößen wie Jr. Ewing oder Refused gesteckten Rahmen, was Chaos, Variabilität und Technik angeht, nicht ganz aus. (maw)

   

Lights
(2006, My Favourite Toy/Alive MFT015)

Das Rockbusiness ist ein hartes Geschäft, die Konkurrenz groß. Viele Bands fallen durch das Sieb der Mittelmäßigkeit, andere fallen auf. Traktor – muss auch noch dieser Name sein? – fallen auf. Negativ. Als eine recht langweilige schwedische Krach-Band. Gitarrist David Deravian und Bassist Fredrik Hennum Jepsen krächzen nervtötend ins Mikro, während Rickard Lindblom zwar voller Enthusiasmus, aber absolut abschreckend auf das Schlagzeug eindrischt. Angeblich gibt's auch noch einen zweiten Gitarristen Georgios Kalafatidis, wo steckt der bloß?

Huch, bei »All These Seconds« kriegt man fast einen Herzinfarkt vor Schreck: Da erklingt doch tatsächlich etwas Melodie-Ähnliches. Schon wieder vorbei ... »LIGHTS« jedoch leider noch nicht. Die dreizehn Songs – ach, das sind verschiedene?! – interpretieren die Jungs aus Eskilstuna etwa so, als werfe man im Zoo wahllos verschiedene Instrumente in ein Tiergehege und wartet ab, was dabei herauskommt. (nat)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel