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Alle Rezensionen zu Ritual
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Superb Birth
(1999, Inside Out/SPV 6.93723.60832.7)

»Die meisten Songs auf unserem Album haben einen ökosophischen Ansatz und drücken die Notwendigkeit aus, sich mit der natürlichen Umgebung zu identifizieren. Das soll nicht nur die Beziehung zu unserem Planeten verbessern, sondern auch einem psychosomatischen Zweck dienen.« Dann wollen wir doch gleich mal die neueste Therapiemethode von Sänger Patrick Lundström im Selbstversuch testen. Also Räucherstäbchen angezündet, Kaftan umgeschlungen und in Gebetsstellung gekauert.

Was einen aber daraufhin erwartet, hat nur bedingt mit esoterischem Gegniedel zu tun; vielmehr offenbaren sich Sehnsüchte an längst vergessen gehofften 70er-Jahre-Art- und 80er-Jahre-Hardrock. Kein Wunder, hat sich die Band schon 1988 gegründet und mehrere Huldigungen an Led Zeppelin und die Gentle Giants abgeliefert. Verzwirbelte, aber belanglose Riffläufe, pathostriefende Progrock-Gesänge, schief-würzige Einsprengel von Folk und orientalischer Spiritualität und der misslungene Versuch, ernst genommen zu werden. (maw)



Siehe auch:
Kaipa

 Ritual: Superb Birth

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.ritual.se

   

The Hemulic Voluntary Band
(2007, Inside Out/SPV 79562)

Bei manchen Musikern verhält es sich so wie bei den Modellbahnfans, die noch im Alter von 50 Jahren begeistert Weichen stellen, Schnellzüge rauschen lassen und künstliche Ideallandschaften mit Bauernhöfen und Bergen aufbauen. Ritual sind so ein Fall von Zwangsabhängigkeit von den alten Helden des Progressive Rock: King Crimson, Genesis und was es sonst noch in räucherstäbchenvernebelten Innerlichkeits-Schwurbel-Epikern aus den frühen 70ern gibt. Nichts für ungut, diese Vorbilder sind stilbildend. Nur dumm, dass die Schweden rund um Sänger Patrik Lundström auf ihrem fünften Album »THE HEMULIC VOLUNTARY BAND« so sehr auf der Stelle treten.

Einfallslose Gitarrensoli, garniert mit vorhersehbaren Folk-Einsprengseln und einem Hang zur Überlänge. Das ist brav, das ist handwerklich solide, aber das ist so aufregend wie Kamillentee und bringt weder Band noch Hörer wirklich weiter. Einzig eine angenehme Zartheit in den ruhigeren Passagen rettet dieses Album. (emv)

   

Live
(2 CDs, 2006, Inside Out/SPV 089-48572)

Nach zehn Jahren und drei Studioscheiben schien Ritual die Zeit reif für ein »LIVE«-Album. Knappe zwei Stunden Progrock von der Europa-Tour 2004, zusammen mit Anekdoten, füllen zwei Silberlinge, eingewickelt in ein Tourfoto-geschmücktes Booklet. Von Tove Jansson inspiriert stolpert Sänger Patrik Lundström mit »Moomin Took My Head« oder »Seasong For The Moomin Papa« durch Kinderbuchwelten und klampft zurückhaltend weitere Songs von »THINK LIKE A MOUNTAIN«.

Mit »Explosive Paste« geht's hardrockiger zur Sache, bevor die Show unverhofft in eine exzessive Folkorgie ausartet: Über acht Minuten puzzeln die Schweden am »Acoustic Medley« des selbstbetitelten Debüts; flöten, scheppern, trommeln unplugged, spielen Tin Whistle, Mandoline, Bouzouki oder Nyckelharpa. Wer mit Ritual nichts anfangen kann, sollte die Finger weglassen, wogegen deren Sympathisanten vermutlich schon im Plattenladen ihres Vertrauens stehen. (nat)



Siehe auch:
Anekdoten

   

Think Like A Mountain
(2003, Inside Out/SPV 085-65602)

Im Bereich »Art-Rock« in der Tradition von Genesis, Yes, Rush und King Crimson hat sich Schweden bisher nicht sonderlich hervorgetan. Das Quartett Ritual – vor über zehn Jahren ursprünglich unter dem Namen »Bröd« gegründet (kein Witz!) – gibt in diesem Umfeld vertrackter Rhythmik, langmähniger Retro-Erinnerungen und schwer donnernder Riff-Wucht denn auch nur eine leidlich gute Figur ab.

Auch rock-folkloristische Anleihen bei Led Zeppelin und rumpelnde Heavy-Ausflüge à la Deep Purple und Uriah Heep sparen Patrick Lundström – früher übrigens Musical-Sänger bei der »Buddy Holly Story« und bei »Hair« – und seine Mannen nicht aus. Amüsant, stilistisch geschmackvoll und intelligent konstruiert, aber insgesamt doch etwas verstaubt. (peb)



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