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Alle Rezensionen zu Bondage Fairies
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Bondage Fairies
(2012, Audiolith/Broken Silence)

Eines der bestgehüteten Geheimnisse von männlichen Mitzwanzigern ist es, das sie am liebsten den ganzen Tag mit dem Gameboy auf dem Sofa liegen würden. Oder in albernen Plastik-Horrorverkleidungen durch die Stadt rennen und grunddämliche Rollenspiele aufführen täten. Die Bondage Fairies treten auf ihrem bereits dritten, selbst betilten Album mit stolz vorgereckter Brust an und sagen: Wir stehen dazu! Das Quartett lässt auf seinem beim Hamburger Elektronik-Label Audiolith erscheinenden Longplayer die Bits und Bytes Punkpolka tanzen, bis uns schwindelig wird. Die quietschbunte Anarcho-Truppe um Sänger Elvis Creep spielt trashige Poptanzmusik mit hohem Spaßfaktor. Wenn dieser hochartifizielleMischung aus pastellfarbigen 80er-Synthies und emsig blubbernden Drumcomputern eine Süßigkeit am Kiosk wäre, dann würde es giftgrüne Waldmeisterbrause sein. Zischschh! Whoooom! Bääääng! Booom!

Das Quartett hält mit Songs wie »1:0« die gute alte Punktradition hoch und lässt auch echte Gitarren scheppern. Ist ungehemmt kindisch, schamlos kitschig und ist so unverfroren discokugelverliebt, dass selbst MGMT neidisch werden könnten.Bondage Fairies haben die ganze Zeit über ein diabolisches Glitzern in den Augen und machen durch böse Texte unterschwellig klar, dass diese respektlose Dancefloor-Seifenoper jederzeit zum Splatter-Movie kippen könnte. Na und, dann tanzen wir mit tellergroßen Mangafiguren-Augen so lange, bis wir auf klebrigem Kunstblut ausrutschen. Oder bis die Klone die Party übernehmen. Gehört zum Rollenspiel, wissen wir doch! (emv)

 Bondage Fairies: Bondage Fairies

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/bondagefairiessweden

   

What You Didn't Know When You Hired Me
(2006, Lobotom Records LOBOTOM18)

Man hat es nicht ahnen können. Kaum lässt man seinen C64 mal ein Wochenende alleine zu Haus, feiert der gleich wilde Exzesse. Treibt es mit dem Amiga und dem Gameboy auf dem Küchentisch und im Mixer, bis die Festplatten heiß laufen. Überall liegen verstreut sexistische Manga-Comics herum, und im TV laufen billigste Homevideos auf Schleife. Ein Trümmerfeld wirkt dagegen wie ein englischer Vorgarten.

Zurück haben Elvis Creep und Deus Deceptor ihre liebe Mühe, die draufgängerischen Konsolen Autorität spüren zu lassen. Immer entfleuchen die quietschigsten Sounds aus den Käfigen, krächzen und schreien durcheinander, und die hibbeligen kleinen Nachkommen laufen wie aufgescheucht im Tohuwabohu umher. Und weil der komplette Kontrollverlust eh kaum mehr abzuwenden ist, setzen sich die beiden die Masken vom letzten Karneval auf, holen ihre kaputten E-Gitarren aus dem Schuppen und ergeben sich. Aber nicht ohne den Biestern mit blödsinnigen Shoutoutlouds, noisigen Attacken und entblößten Geschlechtsteilen vorher noch mal so richtig Angst zu machen. (maw)



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