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Alle Rezensionen zu Topper
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Once A Punk, Always A Punk
(2006, Wild Kingdom/Rough Trade KING-026CD)

Der Glanz des Profanen wird von Jahr zu Jahr von dickeren Staubflocken heimgesucht. Ganz unansehnlich stehen die Platten von Endsiebziger-Punkbands in der dritten Reihe des Second Hand-Ladens an der Ecke, der sich mit der Lizenz zum Bierausschank über Wasser hält. Die Tür geht auf, und ein angegrauter, leicht untersetzter Mann mit verwaschenen Tattoos auf der immer runzliger werdenden Haut setzt sich an den Tresen. Den Rock'n'Roll und Punk der 77er-Schule hat er überlebt. Clash, Pistols, Suicide – das waren seine Helden. Einfach, schlicht, eingängig und dabei so bissig wie sein Hund an der ledernen Leine. Er wischt den Staub von den Vinyls und spült mit einem großen Schluck die Kehle frei.

»Die sind echt gut!« fällt ihm ein Mann Anfang 40 in die Gedanken, »ich mache übrigens auch Musik, Punk der alten Schule«. Und lacht verwegen: »Davon kommt man einfach nicht los«. Der Tätowierte rümpft skeptisch die Stirn, als ihm der Unbekannte seine neueste CD in die Hand drückt. »Wir haben erst seit fünf Jahren 'nen Plattenvertrag, also nichts mit Kommerz und so – obwohl unsere erste Single gleich auf die 23 der Charts ging. Punk stirbt eben nie«. Das nächste Bier zahlt etwas mürrisch der Tätowierte und fängt an, von damals zu erzählen. (maw)

 Topper: Once A Punk, Always A Punk

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.topperonline.com

   

Punk Don´t Death...Just Get Through It
(2013, Sound Pollution SCD005)

Einmal Punk, immer Punk: Mit diesem Motto haben sich Topper in ihrer inzwischen fast zehnjährigen Bandgeschichte durch schweiß- und biergetränkte Kleinclubs in halb Europa gepogt. Die fünf Traditionalisten halten auf »PUNK DON´T DEATH...JUST GET THROUGH IT« die die guten alten Werte aus den Anfangszeiten der Bewegung hoch: Kapitalismuskritik! Atemlosigkeit! Dicke Lippe! Rauhe Harmoniegesänge! Und dabei den Spaßfaktor nicht vergessen, wie es die Gründungsväter The Clash und Stiff Little Fingers vorgemacht haben. Der Gute-Laune-Track »Suburbs« zeigt den öden Satellitenstädten grinsend den Stinkefinger.

Dumm nur, dass es sich Topper in ihrer anarchischen Lust an der Aufmüpfigkeit so bequem machen wie der Vorstadtproll auf dem Wohnzimmersofa. Für Liebhaber räudiger Rocktöne kommen die Fünf ganz schön konservativ daher. 1977? 2013? Kein Unterschied auszumachen. Selbst das Cover orientiert sich mir seiner Do-It-Yourself-Ästhetik brav an Genrestandards aus den frühen Jahren der Bewegung. Wollen Topper noch als Punkopas das gleiche Lied spielen? Es steht zu befüchten. (emv)



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