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Alle Rezensionen zu Inger Marie Gundersen
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Feels Like Home
(2018, Stunt/New Arts International STUCD18041 /-LP18042)

Mit 61 Jahren veröffentlicht Inger Marie [nun ohne Gundersen] ihre erst fünfte Solo-CD, sieben Jahre nach »FOR YOU«. Die im südnorwegischen Arendal geborene und aufgewachsene Sängerin entschied sich auch diesmal wieder für eine Zusammenstellung aus – allesamt mehr oder weniger bekannten – Fremdkompositionen, etwa Graham Nashs »Try to find me«, »When all is said and done« von ABBA oder als Titelsong »Feels like home« von Randy Newman.

Die eine Seite der Hörerschaft wird sich über die Homogenität und sensible Darbietung der schönen Songs freuen, während andere nach wenigen Minuten von der Gleichförmigkeit und fast kunstgewerblichen Einspielung der Nummern gelangweilt sein dürften. Leider bleibt die gesamte CD arg überraschungsarm. So klingt Creedence Clearwater Revivals Hit »Long as I can see the Light« hier genau so entspannt-nächtlich wie Barry Manilows »When October goes« und Otis Reddings »(Sittin' on) The Dock of the Bay«. Das wäre an sich kein Grund zur Klage, zumal die leisen Jazztöne für stimmungsvolle Reflexion sorgen, diesmal Bendik Hofseths verträumtes Saxofon, Jarle Vespestads zurückhaltende Beiträge am Schlagzeug und Rasmus Solems Tastenspiel. Sporadisch taucht auch das Kristiansand Streichquartett auf und untermalt das Album mit etwas Schmalz. Nichts klingt irgendwie eigen oder scheint wirklich von Herzen zu kommen, fast als hätte ein Buchhalter die handelsüblichen Ingredienzen für ein schmachtendes Jazzpop-Album versammelt und nach Anleitung zusammengesetzt. (ijb)



Siehe auch:
Bendik Hofseth mit Arild Andersen
Jarle Vespestad

Inger Marie Gundersen: Feels Like Home

Offizielle Website

Offizielle Website      www.ingermarie.com

   

My Heart Would Have A Reason
(2009, Stunt/Sunny Moon STUCD 09052)

Jetzt, mit fast 50, hat Inger Marie Gundersens Stimme eine Reife erreicht, die mit seltener Gelassenheit und rauchiger Eleganz diese CD weit über ihr bisheriges Schaffen heraus hebt. Ausschließlich Balladen hat sie ausgewählt, oder die Songs – wie üblich zwischen Pop und Jazz angesiedelt – eben zu solchen gemacht.

Mit »Some Things Never Change« und Mathias Eicks Trompete beginnt Inger Marie; die Version von »I Can See Clearly Now« gehört zu den besten dieses Songs. Neben weiteren Perlen von George Harrison, Bob Marley oder Ewan MacColl wagt sie sich auch an durchaus gelungene eigene Kompositionen. Hauptverantwortlich für die herrliche Stimmung, die durch die ganze CD weht, ist der grandiose Gitarrist und Producer Georg Wadenius. (tjk)

   

By Myself
(2007, Stunt/Sunny Moon STUCD 06112)

Ein neues Album, ein vertrautes Problem: Statt sich endlich, endlich mehr Eigenkompositionen zuzutrauen, sucht Inger Marie Gundersen auch diesmal ihr Glück in der Interpretation länger vorhandener Stoffe. Allerdings verzichtet sie diesmal auf das Nachsingen allzu eingängiger und abgehangener Popsongs. Vielmehr konzentriert sie sich überwiegend auf eine jazzige Gangart, wenn sie sich Jacques Brels »If You Go Away« oder James Taylors anständig gejazzrocktes »Don't Let Me Be Lonly Tonight« vornimmt.

Ihre Stimme fällt dabei noch ein wenig dunkler aus als bisher; auch sind die zuweilen plakativen und manchmal weichspülenden Bläser des Vorgänger-Albums deutlich zurückgedrängt, und Bass sowie Schlagwerk nehmen sich mehr Raum. Dass sie durchaus eigenständig auftreten kann, ohne mit ihrer Herkunft aus dem Barjazz brechen zu müssen, zeigt ihre passable Eigenkomposition »Sad Song«. (ano)

   

Make This Moment
(2006, Stunt/Sunny Moon STUCD 06032)

Es ist ein Kreuz mit dieser Platte! Einerseits freut man sich ein Loch ins Knie, dass da eine weitere talentierte Jazzstimme aus dem Norden auftaucht, uns zu erfreuen. Wäre da nicht andererseits die Auswahl der Songs, mit denen sich die langjährige Big Band-Sängerin ins Rampenlicht und in unsere CD-Player wagt: alles alte, langweilige Bekannte, denen man nicht unbedingt die Tür vor der Nase zuschlägt, die man aber auch nicht ausdrücklich eingeladen hat. Der Tiefpunkt: Ein Cover des Uraltbeatlestitels »Fool on the Hill«.

Nein, das kann man einfach nicht mehr machen! Noch dazu, wenn man ihm so brav und gehorsam und mädchenhaft folgt, statt ihn – wenn's denn sein muss – anständig zu zersingen und zerholzen. Und dann kommt auch noch ein gehauchtes »Allways on my mind« (inklusive fehlerhafter Schreibweise und falscher Komponistennennung) plus ein biederes »Will You Still Love Me Tomorrow«. Das ist dann wirklich die Frage. Dabei ist Gundersens Stimme tatsächlich allerbestens; mal schwebend, mal rau. Sie hat sich zudem eine kleine feine Kapelle an die Seite gestellt, wobei besonders der Trompeter Per Sigmond und der Saxophonspieler Øvind G. Stømer in den Gehörgängen bleiben; produziert hat Lars Martin Myhre. Was aber nicht hilft, den Staub von den Songs zu pusten und dauerhaft zu begeistern. Schade. Wirklich schade. (frk)



Siehe auch:
Lars Martin Myhre



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