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Alle Rezensionen zu Marvins Revolt
(Genre »Rock«, Land »Dänemark«)

 

Fell In Love With Tanks & Satellites
(2006, Quartermain Records/Broken Silence QMRCD 015)

Die sind überhaupt nicht so. Hinter all dem lärmenden Gitarrengetöse und dem Experimentieren mit Rückkopplungseffekten verbergen die vier Musiker von Marvins Revolt nur ihre ausgeprägte Empfindsamkeit. Das manifestiert sich schon in den sehr akzentuierten Vocals, die nur beim ersten Hören in die Noiserock-Ecke gehören. Dann bröckeln die Gewissheiten. Geradezu raffiniert schleichen sich die Leichtigkeit des Pop und die trotzige Rotzigkeit von Punk und Wave ein. Wenn sich System Of A Down, Gang Of Four und die frühen Fehlfarben ganz doll liebhätten, dann könnten sie in der Synthese ungefähr so klingen wie das Quartett aus Kopenhagen.

Unverbesserliche Nörgler können bei diesem Debütalbum jede Menge Ansatzpunkte für kleinliche Kriteleien finden. Klar klemmt es hier und holpert dort. Aber diese unbändige Energie reißt mit! Die konsequent durchgehaltene Konzentration aufs Wesentliche, der bewusste Verzicht auf alle albernen Schnörkel überzeugen. Die Single-Auskopplung »Brief Manifest Conversation«, der leichteste und poppigste Song des Albums, steht exemplarisch für das lustvolle Gratwandern zwischen den Stilen. Wie der Rest von »FELL IN LOVE WITH TANKS AND SATELLITES« unbedingt sehr laut zu hören! (emv)

 Marvins Revolt: Fell In Love With Tanks & Satellites

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.marvinsrevolt.com

   

Patrolling The Heights
(2009, Play/Rec 30)

Es wäre naiv zu glauben, man könnte mit einem Song die Welt verändern. Marvins Revolt wissen das zwar ganz genau, aber lassen sich auf ihrem dritten Album »PATROLLING THE HEIGHTS« trotzdem den Mund nicht verbieten. Sie lassen ihre Wut heraus, aber nicht mit einer Attitüde kindischen Trotzes. Ihre Empörung lächelt. Ist verspielt, schlägt Kapriolen, hüpft, hebt ab. »Nichts was wir sagen, kann die ganze Welt befreien«, heißt es etwa in »Organize Your Arms«. Na und? Wir singen trotzdem gegen die Dinge an, die uns stören.

Mit musikalischen Häutungen hat das Trio bereits Erfahrung. Auf dem Drittling geht ein erneuter Ruck durch das Universum von Marvins Revolt: Ein entschiedener Schritt in Richtung tanzbarer Indierock, weg von der rockigen Härte. Ganz bewusst hin zum mehrstimmigen Chorgesang, der bewusst nicht nach Schönklang-Kriterien funktioniert. Das Rauhe bricht immer wieder durch. Und die Lust an der Anarchie. Die Gitarren entdecken das Glück der Leichtigkeit. Die Revolution muss Spass machen. Diese Dänen haben das schlau kapiert. (emv)

   

Killec
(2007, Popular Records)

Dass Veränderungen nicht nur Ärger bringen, sondern Chancen bieten, klingt wie eine Allerweltsweisheit aus der Vorabendseifenoper. Manchmal aber ist das Banale sehr wahr. Marvins Revolt haben sich gehäutet. Ein Bandmitglied verloren. Die jugendliche Wut nicht verloren, aber die Magie der Vielschichtigkeit entdeckt. Und die Kreativität des Spieltriebes. »KILLEC« ist ein im besten Sinne gereiftes Album, das sich sachte in Richtung melodischen Pop neigt, ohne die Wurzeln im Noise zu verleugnen. Das Songwriting ist gelassen und komplex, von Neugier geprägt. Da bleibt immer ein Rest, der nicht zu fassen ist.

Die Gitarre flirrt plötzlich südafrikanisch. Ein selbstbewusstes Piano träumt im Spieldosencharme-Modus beim unwiderstehlichen Instrumentalstück »Add. Edit. Kill«. Auf wundersame Weise wird die Schönheit des Chorgesangs entdeckt. Abgedreht, souverän und sehr sie selbst, diese Dänen. (emv)



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