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Alle Rezensionen zu Afenginn
(Genre »Folk«, Land »Dänemark«)

 

Opus
(2016, Westpark/Indigo 87315)

Warum es diesmal eine Doppel-CD wurde, erklärt Afenginns Mastermind Kim Rafael Nyberg im Cover: Er war aufgrund eines Plantarismuskelrisses in Tasmanien ebendort gefesselt und hatte 40 Tage und Nächte Zeit. Diese nutzte er, um einen Großteil des Materials für »OPUS« zu schreiben.

Die Doppel-CD ist in vier Teile untergliedert, Nyberg vergleicht das mit einem symphonischen Aufbau. Jeder Teil ist anders thematisiert und klanglich fokussiert. Insgesamt zaubern Afenginn erneut ein buntes Kaleidoskop aus nordischem Folk, jazzigen Harmonien, weitläufigen Einflüssen aus der ganzen Welt und klassisch anmutenden Strukturen, die die durchkomponierten Teile der Stücke bestimmen. Neben Nyberg an Mandoline und Piano gehören Rasmus Krøyer (cl, bcl), Niels Skovmand (vi), Erik Olevik (cello, b), Kaare Munkholm (vib, marimba, p) und die beiden Percussionisten Knut Finsrud und Ulrik Brohuus) zur Band. Dazu kommen noch Gäste an Posaune und Trompete und der Cittern-Meister Ale Carr.

In den ersten beiden (bzw. auf der ersten CD) klingen Afenginn fast wie sonst, sehr kontrolliert und strukturiert wirkt die Musik und erinnert hier und da an das Penguin Café Orchestra. Der dritte Teil ist der beste, hier beschäftigen sich Afenginn ganz deutlich mit orientalischen Klängen, sind teilweise als nordeuropäisch nicht mehr zu erkennen. Der letzte Teil hingegen ist ausgesprochen vokal ausgerichtet, die vielen Sänger erinnern an mittelalterliche Choräle. Ein sehr ambitioniertes Werk, das seinem Namen durchaus gerecht wird. (tjk)



Siehe auch:
Basco
Dreamer's Circus

 Afenginn: Opus

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.afenginn.dk

   

Lux
(2013, Westpark/Indigo 87243)

Die für ihre furiose Mixtur aus Nordic-Folk, Klezmer, Balkan-Sounds, Punk-Power und sogar klassische Einflüsse bekannte Truppe lässt es ruhig angehen. Fast theatralisch und cineastisch eröffnen Afenginn mit einem Song, der ständig neue Wege einschlägt und von der kompositorischen wie spieltechnischen Potenz der Dänen zeugt. Toll auch die Verpackung mit einem Booklet, das einer Sternenkarte gleicht und seine Informationen erst durch das Auffalten preisgibt.

Bereits der Vorgänger »BASTARD ETNO« wurde gelobt, doch »LUX« wirkt ungleich klarer und visionärer. Keine Ahnung, ob das stimmt, was Komponist und heimlicher Chef der Band, der Mandolinenspieler Kim Rafael Nyberg, da schreibt: »Ich habe vor zwei Jahren das Trinken aufgehört, und diese Platte steht in Verbindung zu dem Gefühl des Erwachens, wenn die Wirkung nachlässt. Alles wird ein bisschen klarer, und der Nebel verzieht sich langsam.« Zur Musik würde es jedenfalls passen: Die Band agiert wacher und aufmerksamer, wie mit neu geschärften Sinnen. Die komplex strukturierten Folk-Jazz-Stückchen erfordern somit auch wache Ohren und werden besonders stilistische Grenzgänger entzücken. Deshalb: Stellt bloß den Alk weg, wenn Afenginn auf Tour kommen, damit sie einen klaren Kopf und dieses Niveau behalten! (peb)

   

Bastard Etno
(2010, Westpark/Indigo 87183)

Wie auch Alamaailman Vasarat entpuppt sich die Musik von Afenginn als ein bunter, kräftig gewürzter Eintopf aus Vielerlei: Polka und Punk steckt drin, Jazz und Psychobilly, Balkan-Beat und nordischer Folk, und natürlich Klezmer nicht zu vergessen. Böse Zungen würden sagen, auf ihrem vierten Album ist der dänisch-finnischen Truppe nichts Neues eingefallen, wohlgesonnene Zeitgenossen wie wir formulieren das jedoch eher so: »BASTARD ETNO« ist Rückblick und Ausblick in einem. Denn neben drei neuen Songs trifft man auch auf sieben Neueinspielungen von Instrumentals aus den Alben »RETROGRAD«, »AKROBAKKUS« und »REPTILICA POLARIS«.

In diesem Sinne fungiert »BASTARD ETNO« als Bilanz, als Zeichen, mit dem die Band signlisiert, wo sie steht, und wo sie sich hin orientieren könnte. Ein »Ethno-Bastard« wie dieses 2002 in Kopenhagen gegründete Quintett wird musikalisch immer neugierig bleiben, wird wie bisher die spannendsten Weltmusik-Stile assimilieren und das Endergebnis live sehr zupackend und mitreißend wieder ausspeien. Mit Klarinette, Geige, Madoline, Klvier, Gitarren und Schlagzeug – dafür ohne Gesang – gelingt Afenginn eine herzerwärmend frische Folk-Melange, der allenfals der ein oder andere (Gast-)Sänger tatsächlich einmal gut tun würde. Der Abwechslung halber. (peb)

   

Reptilica Polaris
(2008, Tutl SH087)

Von Kraftmeierei und purem Nonsens ist auf »REPTILICA POLARIS« nicht mehr viel zu spüren: Die dänische Band steht musikalisch Alamaailman Vasarat wesentlich näher als Eläkeläiset.

Viel osteuropäischer klingen sie, streuen aber immer wieder Elemente ganz anderer Provenienzen ein: eine Tex-Mex-Trompetentruppe, russisch anmutende Chöre, klassische Gitarrentupfer und viel, viel Blasmusik. Zwischendrin ein »Kalinka«-Zitat mit Violine und Mandoline, das sich in eine russisch-orthodoxe Orgie steigert, mit einem ganzen Zirkus-Orchester. Mastermind Kim Nyberg, finnischer Mandolinist im dänischen Quintett, findet die richtige Mischung aus opulentem Ernst und ungezügeltem Spass. (tjk)



Siehe auch:
Alamaailman Vasarat

   

Akrobakkus
(2006, Tutl SHD 76)

Ein bisschen war es zu befürchten: dass die Mannen um und von Afenginn dann doch der Versuchung erliegen, eine pure Spaß-Humppa-Kraftboller-Band zu werden. Und so finden sich auf ihrer zweiten Scheibe jede Menge brachialer Tanzstücke, bei denen der Tanzboden zwar schwanken und am Ende splittern mag, allerdings diverse Feinheiten in musikalischem Ausdruck und spielerischem Vermögen in die Binsen gehen. Etwa so, als ob Eläkeläiset zu viel Kosakenkaffee getrunken haben.

Wären da nicht hin und wieder erfrischend leise und ruhige Stücke, die zeigen, dass reine Kraftmeierei sich auf Dauer eben selbst erschöpft! Das Lied »Fotonen« etwa, mit einer schön wimmernden Geige und einigen eingesprengselten Lautenklängen zu jazzigen Bassläufen. Oder auch das Stückchen »Valse Melankolika«, zunächst nur getragen von einem sehnsüchtigen Akkordeon, bis es endlich in einen scheppernden Walzer überführt wird. Hoffen wir mal, dass es künftig mehr in diese Richtung geht und alles wieder gut wird. (frk)

   

Retrograd
(2004, Tutl SHD 67)

Mal wieder gilt es eine neue Schublade zu eröffnen. Denn was bietet Afenginn, deren Kern aus fünf Musikern um den Mandolinenspieler Kim Nyberg besteht – zu denen sich insgesamt zehn weitere Gastmusiker gesellen? Deutlich erkennbar ist ein osteuropäischer Einfluss mittels Melodien, für die Bassist Andrzej Krejmiuk nicht ganz unverantwortlich sein dürfte. Des weiteren nennt man den hier noch unbekannten Tartaren-Humppa als Vorbild und greift auch Traditionals aus der Sahel-Zone auf.

Da man zugleich mit dänischen wie färöischen Volksliedern aufspielt, ergibt das zusammen eine quirlige Melange aus mal eher traurigen, dann wieder übersprudelnden Tanzstücken, die wunderbar fremd bleiben, so dass man sie immer wieder hören kann und mag. Zum Tutl-Label kam man übrigens, als man auf den Färöern tourte. Man traf sich, mochte sich, und was will man da noch anderern Ortes eine Plattenfirma suchen? (frk)



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