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Alle Rezensionen zu Peter Bjorn And John
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Writer's Block
(2006, V2/Rough Trade WEBB108CDP)

Klar, das Steak muss noch ein bisschen bluten, aber in der Musik sieht das eben ein bisschen anders aus. Halbgare Sachen punkten vielleicht noch mit Spontaneität, dem Glanz des Unfertigen oder einfach durch Mitleid, aber große Würfe, weite Weitsprünge und Salti Formidable darf man nicht erwarten. Und hat man sich erst einmal damit abgefunden, dass das Debüt der Nordschweden so zwiespältig geworden ist, hört man es gleich noch einmal.

Selbstverständlich pfeifen wir auch der formidablen Single »Young Folks« hinterher, die Viktoria Bergsmann von den Concretes erst so richtig zur Hymne schleift. Natürlich haben wir unsere Tickets für den Trip nach »Amsterdam« bereits in der ausgeleierten Hosentasche. Klaro achten wir beim nächsten Umzug darauf, dass wir einen Keller haben, in dem so wunderbar verwaschene Songs wie das schäbige »Start To Melt« erst passend tönen. Und der Rest? Der ist charmant, lo-fi, clever, gewitzt, verspielt und wagemutig – aber auch behäbig, dröge und bekannt aus caesarischen oder legendischen Gefilden. Glaubt man zumindest. Lieber noch mal hören. (maw)



Siehe auch:
The Concretes
Peter Morén
The Legends
Taken By Trees

 Peter Bjorn And John: Writer

Offizielle Website

Offizielle Website      www.peterbjornandjohn.com

   

Seaside Rock
(2008, Coop)

Peter gibt keine Autogramme auf blanken Busen, und John kann nicht abfällig auf die Straße rotzen. Selbst zusammen mit Björn kriegen sie nicht einmal ein anständig abgefucktes Rockstar-Leben auf die Reihe. Kein Wunder, wenn Light-Bier ihre härteste Droge ist. Um ihrem Dasein den nötigen verruchten Drill zu geben, katapultieren sie sich zurück auf Los, denn jedermann weiß, dass die Kindheit für eine gescheiterte Erziehung durch nichts zu ersetzen ist.

So überwiegen auf »SEASIDE ROCK« juvenile Klangfantasien mit Instrumentalanstrich, Spoken Word-Performances, harmloses Gequietsche und mäandernder Improvisationsleerlauf. Verspielt und experimentell, aber ebenso halbgar und blutlarm gebiert diese Platte Spannungsarmut par excellence. Hier freut man sich sogar, wenn eine Viertelidee karibisch aufgebrüht wird und die Steeldrums von schöneren Orten träumen lassen. Aus ihrem selbstgesteckten Ziel, den wüsten Schabernack der Jugend aufleben zu lassen, ist selbstredend auch nichts geworden. Nur gut, dass dieses Album als Nebenmachwerk angelegt ist: Das Album erscheint nur als digitaler Download und als auf 5.000 Stück limitierte Vinyledition. (maw)



Siehe auch:
Sahara Hotnights

   

Falling Out
(2007, V2 WEBB131-CD)

Dieser scheinbar harmlose Slacker-Tweepop hat scharfe Krallen unterm Flauschefell. Vorsicht, kratzt! Denn auf »FALLING OUT«, dem zweiten Album der Überfliegerschweden – und gleichzeitig ihrem Nordamerika-Debüt – geht es fast ausschließlich um Beziehungsstress. Also um verletzte Gefühle, erkaltende Leidenschaften, nörgelnde Vorwürfe und bockige Beleidigtkeiten. »Was läuft bloß falsch bei dir, du tust nichts für mich!« – auf diesem Niveau der Auseinandersetzung läuft die Sache ab. Aber nur bei den bitterbösen Texten.

Denn die Melodieverliebtheit, die Lust am Kapriolenschlagen, das Tempo und die völlige Verspieltheit des Trios verbergen die Garstigkeit geschickt hinter einem Riesenstrauß bunter Luftballons. Pop eben, die Vanillesoße auf der Apfeltasche. Aber bloß keinen Blick hinter die Fassade der heilen Welt werfen, denn dort bröckeln die Gemäuer und Gewissheiten. Peter, Bjorn und John grinsen und tanzen dazu. (emv)

   

Peter Bjorn And John (+ Bonus tracks)
(2002, Beat That Beat020)

Diese drei spielen im schwedischen Pop ebenso in ihrer eigenen Liga wie der FC Bayern München im deutschen Fußball. Mit dem Unterschied, dass die Stockholmer nicht nur bei Technik und Kreativität auf höchstem Niveau agieren, sondern dazu noch so sympathisch sind wie Muttis Lieblingsschwiegersöhne. Souveräne, selbstironiefähige, melodieverliebte Spielkinder, die scheinbar ohne Mühe schwerelose Drei-Minuten-Sahnestückchen aus dem Ärmel schütteln. Diese Leichtigkeit ist das Ergebnis harter Arbeit, aber die hohe Kunst ist, dass man es nicht merkt.

Ein Urknall-Hit wie »Young Folks« fehlt auf dem Debüt des Trios zwar, aber das tut nichts zur Sache. Peter Bjorn And John wissen genau, dass im perfekten Popsong mitnichten die Sonne scheint, sondern die leise Traurigkeit regiert. Herzen brechen bei »Firing Blaks« und »The Fan«, den emotionalen Hyper-Rührstücken des Albums. Da steigen empfindsamen Gemütern schon mal Tränen in die Augen. Beach Boys und Beatles lächeln als omnipräsente Zitatgeber gelassen dazu. (emv)



Siehe auch:
Caesars



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