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Alle Rezensionen zu WhoMadeWho
(Genre »Beats«, Land »Dänemark«)

 

Body Language Vol.17 compiled and mixed by WhoMadeWho, presented by Get Physical
(2016, Get Physical GPMCD137)

Die Serie »Body Language« des Berliner DJ-Labels Get Physical Music ist in den zehn Jahren ihres Bestehens bei weitem nicht so bekannt und renommiert geworden wie etwa »DJ-Kicks« von den Kollegen bei !K7 oder gar die 2011 gestartete »Fabric«-Reihe aus London. Freilich besticht »Body Language« durch souveräne Auswahl guter DJs zunehmend jenseits der üblichen Namen. So folgt auf den bereits ein Jahr zurückliegenden Mix von Francesco Tristano nun die erste Ausgabe mit Interpreten aus den nordischen Ländern, dem sonst als Alternative-Popband aktiven Kopenhagener Trio WhoMadeWho: Tomas Barfod (dr & electr), Tomas »Bon Homme« Hoffding (voc) und Jeppe Kjellberg (g).

Wer nun unter dem Titel »Body Language« eine Zusammenstellung von Tracks für den Club erhofft, wird mit WhoMadeWhos Selektion nur bedingt auf seine Kosten kommen. Ihr 63-minütiger Mix besticht zwar durch erlesene, sachkundige Auswahl, die allzu sichere Nummern umgeht (trotz Clark oder Ghost Culture), neigt auf der anderen Seite allerdings zur geschmackvollen Stileinheitlichkeit, was zu einer gewissen Gemütlichkeit führt. Eher After Hour oder Wohnzimmer statt Tanz ist hier angesagt, womit WMW ziemlich nahtlos an ihre letzte CD »Dreams« anknüpfen. Ironischerweise hatte hingegen das vorige Album »Brighter« mit seiner Beatlastigkeit den Eindruck eines DJ-Mixes hinterlassen. Mit den 16 Tracks ihrer »Body Language« zeigen die drei Dänen, was ihnen derzeit gefällt, und da gibt es wie gesagt keine Entgleisungen zu beklagen. Jedoch würde man sich der Gleichförmigkeit, die diese schönen Tracks und Songs letztlich arg Ton-in-Ton im House-Pop mit einem kleinen Hang zu Ambient-Elektro ansiedelt, mehr Kontraste und Überraschungen wünschen. Wenn als Rausschmeißer Nosaj Thing doch noch etwas kantig begeistert, spürt man, wie schön nur ein wenig mehr von diesem »Spice« gewesen wäre. (ijb)



Siehe auch:
Bon Homme

 WhoMadeWho: Body Language Vol.17 compiled and mixed by WhoMadeWho, presented by Get Physical

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.whomadewho.dk

   

Green Versions
(2006, Gomma Gomma081)

Die besten Coverversionen leben vom Bruch mit dem Original. Je weiter entfernt die stilistischen Parallelen, je obskurer die Interpretation, umso höher die Chance auf sinnvolle, zumindest aber schmunzelnde Neuauflagen. Vorrausgesetzt: Der Song ist gut und übersteht den Transformationsvorgang unbeschadet. Aber gerade da liegt das Problem der Kopenhagener, die all ihre beatslastigen, tanzbeinschwingenden Diskohämmer vom letzten Album in der Erde begraben.

Folkig, gar bluegrassmäßig bekommen die Songs neue Gewänder – aber die akustische Konfektionsware will nicht recht passen, auch wenn man sich stets die größte Mühe gibt, verschiedene Stimmungen, Stile und Knispeleien (so ganz mit der Elektronik können sie es doch nicht lassen) zu vereinen. Bis auf drei Ausnahmen erleiden die Ursprungstracks wenn schon keine Genickbrüche, dann ordentliche Blessuren. Gut also, dass diese Versionen nur so zum Spaß auf Aftershowparties oder im Tourbus entstanden. (maw)

   

WhoMadeWho
(2005, Gomma Gomma060)

Das Phänomen der nassgeschwitzten Stereoanlage hat nun auch Kopenhagen erreicht. Die drei WhoMadeWhos verschmelzen auf ihrem Debüt Disco und Rock, wie es in New York nicht angesagter sein könnte und zerren in der fortgeführten Traditionslinie Sounds von Roxy Music, Gang Of Four oder Talking Heads direkt wieder unter die blendende Diskokugel. Dabei sind die fünfzehn Tracks handgemachter, als es den ersten Anschein haben mag: Die Kuhglocke läutet eine diskopunkige Nacht ein, das verschleppte »Shake Your Boat« lässt die Basslinie freudig durchschwingen, und die erste Single-Einkopplung »Space For Rent« ist nichts weiter als ausufernder Hedonismus.

Die der kühlen Oberfläche geschuldete Distanz und die anorganisch hochglänzende Legierung der Produktion aber sorgt für einen erhöhten Stylefaktor, der die Glam-Elemente kurzerhand auf den Rücksitz befördert. Nur der hochhackige Falsettgesang Kjellbergs sorgt noch für so manchen Abtörner. Aber wer Projekte wie LCD Soundsystem, Scissor Sisters oder die neuen Soulwax mag, den erwartet hier durchgängig hüftwackliger Flow und die beste Tanzmusik aus Dänemark aller Zeiten. Hipstermäßiger Heißscheiß eben. (maw)



Siehe auch:
Kasper Bjørke



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